„Ergebnis der Wahl akzeptieren“

Von Mittelbayerische Zeitung · 8. Mai 2024 um 01:27

Cham/Landkreis. Julian Preidl, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, nimmt Stellung zum Artikel „Ein Schlag unter die Gürtelline“, der in der Ausgabe vom 26. April erschienen ist, und äußert sich zu den Zitaten von Max Schmaderer in der Jahresversammlung der Freien Wähler in Schorndorf.

„Sicherlich denken manche, ich würde jetzt voller Wut zurückschießen. Aber das Gegenteil ist der Fall! Politik ist einfach ein menschliches Geschäft mit viel Emotionen“, so Preidl. „Das ist wie bei einem Kind im Supermarkt, das nicht die Süßigkeit bekommt, das es gerne hätte. Das laute Stampfen, die verärgerten Blicke und Worte vor dem Regal – so ähnlich ist gerade die Situation in Schorndorf, in der man als Verantwortlicher für die gesamte Stabilität in der (Freie Wähler)- Familie dann ruhig, verständnisvoll und standhaft bleiben muss“, schreibt der Abgeordnete.

Preidl gehe es bei seiner Arbeit um den gesamten Landkreis Cham, in dem er von vielen Bürgern demokratisch in den Bayerischen Landtag gewählt worden ist, stellt der Bad Kötztinger klar.

Auch der Generationenkonflikt ist laut Preidl ein Grund für die aggressiven Schüsse von MdL a.D. Karl Vetter und Max Schmaderer, die ihm schon mehrmals öffentlich als „nicht den Richtigen“ bezeichneten. „Besonders im politischen Geschäft müssen einige schlucken, wenn eine neue Generation die Verantwortung übernimmt“, meint Preidl und bleibt bei seinen Erklärungen bildlich: „Das ist, wie wenn sich Eltern darüber aufregen, dass ein anderes Kind den Zuschlag für ein Stipendium bekommen hat und nicht das eigene, obwohl man das eigene als das Begabteste einschätzt“.

Er selbst wurde eben nicht nur von Einzelpersonen der Freien Wähler, sondern von der Bevölkerung gewählt. Und diese hätten sich nun mal so entschieden, dass er noch mehr Stimmen erzielte als andere Kandidaten. Dies gelte es, ein halbes Jahr nach der Wahl auch so zu akzeptieren. „Da helfen auch keine Rechnereien und Zahlendrehereien weiter“, stellt der Abgeordnete klar und verweist auf den zeitlichen Ablauf der Wahl: „Meine Kandidatennominierung war Ende Januar 2023. Die Landtagswahl im Oktober 2023. Dass im Ortsverband Schorndorf seit Herbst 2021 nichts mehr passiert ist, liegt also nicht an meiner Person und man braucht sich auch dann nicht wundern, wenn aufgrund Inaktivität aus seinem eigenen Ortsverband weniger Delegierte als erwartet anwesend sind. Das ist ein logischer, kausaler Zusammenhang“, so Preidl in seiner Stellungnahme.

Er appelliert an die Erfahrenen im Kreis mit der Bitte um ruhiges Durchatmen und den Blick auf die Sachpolitik. „Ich selbst schätze Schmaderers großen Einsatz für die Gemeinde Schorndorf und seinen langjährigen Verdienst für die Freien Wähler im Landkreis. Die Gemeinde Schorndorf mache vieles sehr richtig und ist für Jung und Alt attraktiv. Und weiter: „Lasst uns doch zukünftig zum Beispiel im Kreistag die emotionalen Reden mit fachlich sauberem Hintergrund halten und gestalten wir dort gemeinsam den Landkreis von morgen.“

Preidl ist sich sicher, dass das der Sache viel dienlicher sei und den Bürgern viel wichtiger wäre. „Vielleicht liegen sich dann am Ende wieder alle in den Armen, wenn eine Anregung von den Freien Wählern vom Kreistag bewilligt wird“, schreibt er.