Eine gemütlich, eine rasant: Westbad in Regensburg bekommt zwei neue Rutschen

Von Benedikt Baumgartner · 24. April 2024 um 19:00

Da schaut man gerne in die Röhre: Nach dem Neubau warten eine familienfreundliche Rutschpartie (hier weiß) und eine Speed-Rutsche. Foto: Baumgartner, Visualisierung: Stadtwerk

Die grüne Röhre am Regensburger Westbad ist eine Ikone. Generationen von Planschern schlitterten durch die Wasserrutsche. Diese Sommersaison ist die letzte Gelegenheit noch einmal durchzurutschen – und sich von ihr zu verabschieden. Ab Herbst ist sie Geschichte.

Seit 1995 ragt die 109 Meter lange Röhre markant neben dem zeltförmigen Hallenbad-Dach in den Himmel. Nach über 29 Jahren in Betrieb wird die Röhrenrutsche in diesem Herbst abgebaut. Nicht nur der Zahn der Zeit hat seine Spuren hinterlassen, der Zahn des Chlors nagt an der Stahlträgerkonstruktion. „Chlor frisst Stahl an“, benennt Stadtwerk-Geschäftsführer Manfred Koller das statische Problem, das sich anbahnt. Über die Sommersaison könne die Rutsche aber noch bedenkenlos weiterbenutzt werden.

Kostenpunkt: Vier Millionen Euro

Die liebgewonnene Rutschenanlage wird nicht einfach saniert oder erneuert, sondern gleich doppelt ersetzt. „Wir müssen laufend investieren und schauen, dass das Westbad attraktiv bleibt“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer auf der Pressekonferenz zum Westbad-Umbau. Rund vier Millionen Euro nimmt das Stadtwerk für den Neubau der Rutschenanlage in die Hand. Auch energetisch mache man dadurch einen Sprung nach vorn, der Treppenturm wird ebenfalls ersetzt.

Neben Schwimmern soll das Westbad auch Familien und Jugendliche anziehen. Daher wird es eine 75 Meter lange Rutsche „für die ganze Familie“, also in gemütlicherem Tempo, geben. Die spannende Neuerung stellt eine Speed-Rutsche mit 95 Metern Länge dar, auf der Rennen gegeneinander möglich sein werden. Countdown am Einstieg, kurze Trennung in zwei Röhren, die dann wieder in eine zusammenführen. Die Wett-Rutscher sehen sich, bleiben aber in ihrer jeweils eigenen Rinne durch eine halbhohe Wand getrennt. Wer schneller war, verraten nicht nur die ersten Wasserspritzer im Zielbecken, sondern auch eine Zeitmessanlage.

OB: „Welche ist die schnellere?“

Die neuen Rutschen sind Teil der Bäderstrategie des Stadtwerks, informiert Koller. Auch ein Westbad-Konzept steht, das fünf Bausteine umfasst. Alle will der Stadtwerk-Geschäftsführer zu diesem Zeitpunkt noch nicht offenlegen. Einen zweiten Baustein, den Ausbau des Familien- und Kinderbereichs, kündigt er jedoch bereits als nächsten Schritt an – „wenn Mittel da sind“, nach der Investition in die Riesen-Rutschen. Zu den Speed-Röhren hat Maltz-Schwarzfischer abschließend nur noch eine Frage: „Und welche der beiden ist die schnellere?“

Ein Wermutstropfen trübt das Wasser im Spaß-Bad noch: Bis Groß und Klein – und die Oberbürgermeisterin – die neuen Aqua-Attraktionen im Westbad ausprobieren und Bestzeiten aufstellen können, müssen sie sich noch etwas gedulden. Koller kündigt „ein gutes Jahr Bauzeit“ an. In Betrieb gehen sollen die neuen Röhren – wenn alles nach Plan verläuft – im November 2025.

Die Röhre kommt weg: OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Stadtwerk-Geschäftsführer Manfred Koller (r.) und Westbad-Leiter Herbert Böhmer sorgen für mehr Spaß im Bad.