Der SSV Jahn und der Puffer: Weiterhin gute Ausgangsposition tröstet die Regensburger

Nach dem Schlusspfiff bildeten die Regensburger einen Kreis. Die Gesprächsinhalte sind nicht überliefert, der Tenor dürfte aber folgender gewesen sein: „Alles gut! Es ist weiter alles drinnen!“
„Es ist wichtig, das schnell abzuhaken, weil wir noch vier wichtige Spiele vor uns haben, die entscheiden, wer aufsteigt und wer nicht“, erklärte Trainer Joe Enochs nach der 0:1-Niederlage des Fußball-Drittligisten SSV Jahn Regensburg im Spitzenspiel beim SSV Ulm.
Gute 40 Minuten reichten nicht, um den Primus, der nun vier Punkte vorne ist, zu stürzen. Das sah auch der Regensburger Trainer in seiner Analyse so. „Wir haben sehr gut angefangen“, sagte Enochs, der keine „Hundertprozentige“ sah, um in Führung zu gehen. Chancen waren aber da. Gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte Ulm dann, warum sie vorne stehen. Die Gastgeber nahmen Fahrt auf. „Da war Ulm fast ausschließlich in unserer Hälfte“, erklärte Enochs, der seinem Kollegen Thomas Wörle brav zum „verdienten Sieg“ gratulierte, mit Blick auf die zweite Halbzeit. „Wir konnten keine Bälle halten und keine Offensivaktionen starten.“ Nach der Pause war nach vorne nichts zu sehen, bis auf eine Chance des eingewechselten Jonas Bauer in der Nachspielzeit.
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„War ein verdienter Sieg“
Es sei wichtig gewesen, da keine Fehler zu machen. „Diesen Fehler haben wir gemacht.“ Enochs ärgerte sich darüber, dass der überragende Leo Scienza zwei Regensburger austanzte und dann den völlig frei stehenden Felix Higl bediente. Seine Mannschaft sei dagegen nicht in der Lage gewesen, torgefährlich zu werden nach der Pause. „Aufgrund der zweiten Halbzeit war es ein verdienter Sieg“, urteilte Enochs.
Andreas Geipl bekam kein Präsent in Form von Punkten. „Natürlich gibt es bessere Geburtstage“, erklärte der Kapitän, der am Sonntag 32 Jahre alt wurde. „Nichtsdestotrotz war es ein gutes Spiel, auch von uns.“ Der Jahn habe einmal nicht richtig aufgepasst. „In der zweiten Halbzeit waren wir sehr viel mit Verteidigen beschäftigt“, sah auch Geipl klar dominante Ulmer nach der Pause. Geärgert hat sich Geipl auch über den Referee. Vor dem 0:1 habe Fifa-Schiedsrichter Christian Dingert ein Foul nicht geahndet, monierte der Regensburger, der sich aus Selbstschutz nicht weiter dazu äußern wollte.
Christian Viet reihte sich in die Reihe der Haderer ein. „Wir waren einmal nicht aufmerksam, da machen sie das Tor.“ Auch Keeper Felix Gebhardt ärgerte sich über das „dumme 0:1“. Dem Regensburger Torhüter war es aber vor allem ein Anliegen auf die nach wie vor gute Ausgangsposition der Oberpfälzer zu verweisen. „Wir haben immer noch Puffer.“ Den hat der Jahn. Drei Punkte auf den Dritten Münster, sechs auf Dresden. Essen (aktuell sieben Zähler hinter dem Jahn) beziehungsweise Saarbrücken (acht dahinter) bestreiten am Mittwoch ein Nachholspiel und können ihren Rückstand verkürzen.
Verfolger im Nacken
„Wir werden gegen Dresden alles reinhauen, um drei Punkte einzufahren“, versprach Gebhardt. Auch Geipl sieht den Jahn „immer noch auf einem guten Weg“. „Wir stehen gut da, müssen aber schauen, dass wir punkten.“ Das weiß auch der Coach. „Wir wollen diese Position verteidigen“, sagte er mit Blick auf den zweiten Platz, der reicht, um direkt aufzusteigen. Da wollen aber auch andere hin. Dresden zum Beispiel. Der erneute Patzer von Dynamo, das in der Drittliga-Jahrestabelle Vorletzter ist, gegen Viktoria Köln (0:2) war folgenschwer für Coach Markus Anfang.
Dass Dynamo nun doch handelte, das ist sicher kein Vorteil für den, der am Samstag Gastgeber ist. Das sieht auch Enochs so. „Das macht die Aufgabe für uns nicht leichter.“ Mit einem Sieg könnte der Jahn den Vorsprung auf Dynamo auf neun Punkte ausbauen und den Verfolger abschütteln.