Parsberg schielt bei Stadtplatzsanierung auf besonderes Förderprogramm

Von Markus Rath · 19. April 2024 um 19:00

Der Stadtrat hat am Donnerstagabend den Kostenrahmen für die Stadtplatzsanierung festgelegt. Damit steht fest: Das Projekt wird rund 4,4 Millionen Euro kosten. Trotzdem könnte es für die Stadt günstiger kommen, als ursprünglich erwartet.

Dabei hilft der Stadt Parsberg, dass die Planung für die Innenstadtsanierung schon von Beginn darauf ausgelegt war, dem Klimawandel und der damit verbundenen starken Erwärmung etwas entgegen zu setzen. Deshalb ist es jetzt möglich, dass die Stadt die Stadtplatzsanierung bei dem neuen Förderprogramm „Klima wandel(t) Innenstadt“ der Städtebauförderung anmeldet.

Klimagerechte Entwicklung

Der Fördersatz liegt hier dann bei 80 Prozent anstelle von 60 Prozent. Mit eingebunden ist in diesem Fall die Untere Naturschutzbehörde, die überwacht, dass eine klimagerechte Entwicklung passiert.

Voraussetzung ist laut Theresa Beck vom Planungsbüro Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten GbR, durch die Umgestaltung eine gewisse Klimaresilienz zu schaffen. Vieles davon, wie Bäume und begrünte Fassaden oder ein aufgehellter Asphalt der weniger Wärme speichert, seien bereits in der Planung vorgesehen.

Wichtig sei auch noch die Tennendecke auf dem großen Platz, die dafür sorge, dass Niederschlagswasser gut versickern kann. Zudem werde hier Wasser gespeichert, das bei höheren Temperaturen verdunstet und so die Innenstadt wieder abkühlt. Im Bezug auf die Tennendecke hatte der Stadtrat bei seiner letzen Sitzung noch darüber nachgedacht, ob es nicht haltbarer und besser wäre, den Platz zu pflastern.

Stadtrat gegen breite Fugen im Pflaster

Während dieses Thema am Donnerstag keines mehr war – lediglich Günter Krotter fragte dazu noch einmal nach – hatten der dritte Bürgermeister Hans-Jürgen Hopf und Bürgermeister Josef Bauer Bedenken bei breiteren und damit grünen Pflasterfugen.

Diese sollen wie die Tennendecke ebenfalls dafür sorgen, dass mehr Wasser versickern kann. Eingebaut werden sollten sie laut Beck überall dort, wo wenige Fußgänger unterwegs sind, und bei den Stellplätzen. Hopf regte dazu an, die Platzentwässerung so zu planen, dass das Wasser direkt zu den Bäumen beziehungsweise zur geplanten Zisterne fließt. So könnte man sich die breiten Fugen sparen und das Wasser gleichzeitig sinnvoll für die Bewässerung nutzen.

Neben den Kosten und der für das Förderprogramm notwendigen Planungsdetails ging Beck auf das geplante öffentliche WC ein. Dieses wird nun in einem Block mit dem Trafohäuschen direkt neben der Boulebahn verwirklicht. Lediglich der Zugang zum Trafo würde dann über das Gelände des Hirschen Hotels erfolgen. Daneben führt eine Treppe in den Garten neben dem Schwan Mediterran Diner.

Wasserlauf aus Dolomitstein

Weiter ausgearbeitet haben die Planer auch den Wasserlauf entlang des großen Platzes. Dort wird es nach dem bereits vorgestellten Wasserband eine etwas breitere Schleusenstrecke geben, wo Kinder mit Schiebern die Fließrichtung des Wassers beeinflussen können. Danach folgt noch ein Wasserrad, ehe das Wasser über eine von einem Steinmetz gestaltete Ablaufschnecke im Boden verschwindet.

Auf der Sohle des Wassserlaufs werden laut Beck kleine, schräg gestellte Riemchen verbaut, die für zusätzliche Bewegung im Wasser sorgen. Alle Elemente werden nicht wie vom Künstler erst aus Kostengründen vorgeschlagen aus Beton, sondern aus Dolomit und damit aus Naturstein erstellt.