Wittelsbacher Kaffeehaus: Neue Gastronomie am Langquaider Marktplatz

Von Alexandra Nurtsch · 22. April 2024 um 05:00

Matthias Pamer betreibt eine Kaffeerösterei in Rottenburg. Mit dem Café in Langquaid erfüllt er sich einen Kindheitstraum. Am Mittwoch, 24. April, hat es erstmals geöffnet.

Etwas aufgeregt ist er schon, sagt Matthias Pamer. Schließlich sei das alles Neuland. Seit drei Jahren betreibt Pamer in Rottenburg an der Laaber eine Kaffeerösterei, hat eine mobile Kaffeebar, mit der er bei verschiedenen Veranstaltungen Kaffee und Kuchen anbietet, doch ein eigenes Café, das ist seit seiner Kindheit ein Traum.

Am Mittwoch, 24. April, erfüllt sich dieser Traum und Pamer eröffnet das Wittelsbacher Kaffeehaus am Langquaider Marktplatz. Bereits zwei Tage vorher bekommen dort im Erdgeschoss des Hotels am Wittelsbacher Markt geladene Gäste Kaffee und Kuchen serviert.

Noch gibt es einige Restarbeiten zu erledigen. Hier und da hängen Kabel von der Decke, auf dem Holzboden liegt eine dünne Schicht Baustaub, die Regale hinter der Kaffeebar sind noch nicht vollständig eingeräumt und die Holzmöbel stehen gestapelt in einer Ecke des hellen Gastraums. „Ich wollte keine hochmoderne Einrichtung“, sagt Pamer. Es solle, passend zum Namen, gemütlich sein im Café. Darum habe er sich für die verschnörkelten Möbel aus einer Geschäftsauflösung entschieden.

30 Plätze im Café am Marktplatz

Sind die Tische, Stühle und Bänke an ihrem richtigen Platz, gibt es im Kaffeehaus rund 30 Plätze, dazu kommen rund 40 Freisitze vor dem Café und zwischen den beiden Hotelgebäuden. „Dort ist es im Sommer angenehm kühl“, sagt Pamer. Dort können sich die Gäste Kaffeespezialitäten mit Bohnen aus Pamers Kaffeerösterei, Frühstück, frische Waffeln, Kuchen, Snacks zur Mittags- und Abendzeit sowie Longdrinks und Cocktails schmecken lassen.

Kuchen, Brot und Semmeln werden im Café frisch gebacken. Bei den Zutaten achtet Pamer auf Regionalität. Avocados oder Orangen bezieht er über Crowdfarming direkt vom Landwirt. Auch seine Kaffeebohnen erwirbt er direkt von den Kaffeebauern „Uns ist wichtig, dass die Kaffeebauern von ihrer Arbeit leben können. Dieses Konzept setzen wir auch im Café um“, sagt der 35-Jährige und gesteht, dass er früher kein Kaffeetrinker gewesen sei. Nur die Technik habe den Maschinenbautechniker interessiert.

Die Bohnen aus dem Supermarkt trafen nicht seinen Geschmack, anders die „gute Bohne“, die ihm sein Cousin servierte und die ihn schließlich mit dem „Kaffeevirus“ infizierte. Pamer arbeitete sich weiter in die Thematik ein, besuchte Seminare und absolvierte schließlich die Ausbildung zum Röster. Nun röste er die Bohnen so, wie ihm der Kaffee am besten schmecke, schonend und „einen Tick heller“. Der Kaffee sei so vollmundiger und nicht so bitter, sagt Parmer, der aus dem Fränkischen stammt. Die Arbeit führte ihn vor einigen Jahren in den Landkreis Kelheim und die Suche nach einer Wohnung schließlich nach Rottenburg.

Um seine Energiereserven aufzufüllen, greift Pamer mittlerweile am liebsten zu einer Tasse Espresso, für den Genuss zum Filterkaffee.

Sechs Mitarbeiter

Bürgermeister Herbert Blascheck trinkt am liebsten Cappuccino. Er freut sich über das neue gastronomische Angebot für die Langquaider. „Draußen am Marktplatz zu sitzen, das ist einfach was Besonderes“, schwärmt er. Ursprünglich sollte das gastronomische Angebot nur für die Hotelgäste sein, doch Blascheck setzte sich für ein öffentliches Café ein, suchte einen Betreiber und stieß bei Matthias Pamer auf offene Ohren.

Der wird in seinem Kaffeehaus in Langquaid künftig sechs Mitarbeiter beschäftigen. In der Anfangszeit wird auch Matthias Pamer noch viel vor Ort sein, doch dann werde er weiteres Barista-Personal einstellen. Er selbst wolle sich auch in Zukunft weiter auf das Kaffeerösten in seiner Rösterei in Rottenburg konzentrieren.

So hat das Café geöffnet

Das Café ist von Montag bis Sonntag von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet. Dienstags ist Ruhetag. Die Hotelgäste können zu ihrer Übernachtung das Frühstück dazubuchen. Für sie wird ein Buffet aufgebaut. Die Cafégäste wählen ihr Frühstück aus der Karte und bekommen es serviert.

Noch stehen die Möbel in einer Ecke: Matthias Pamer erklärt Bürgermeister Blascheck, wie das Café eingerichtet wird.
Die Tassen warten auf ihren Einsatz.