Die Burgmauern von Schloss Helfenberg sind gesichert: Ruine im Sommer wieder betretbar

Seit 2003 stemmt sich der Förderverein Schloss Helfenberg gegen den endgültigen Verfall der Ruine. 153 Tonnen Steine, 71,5 Tonnen Sand und 17 Tonnen Trasskalk wurden seit April 2023 bei der Grundsicherung der Burgmauer verbaut. Kurz bevor die Arbeiten jetzt zu Ende gehen, gibt es neue, gute Nachrichten.
Der Hintergrund: Mächtig thronte einst Schloss Helfenberg über dem Velburger Ortsteil Lengenfeld. Doch 1807 wurde das (damals noch bestens gepflegte) Bauwerk zum Abbruch verkauft. Es wurde geschleift und danach 200 lange Jahre dem Verfall preisgegeben. „Die Nordwand war in einem so schlechten Zustand, dass sie akut einsturzgefährdet war“, berichtet Vereinsvorsitzender Thomas Stigler.
Gefahr durch Felsstürze
Immer wieder seien Felsen aus der Schlossruine, die sich seit 2009 im Besitz des Fördervereins befindet, herausgebrochen und abgestürzt. Im Prinzip sei man aufgrund der Verkehrssicherungspflicht vor der Frage gestanden, diese zu sichern oder aber vollständig abzubrechen.
Letzteres konnte durch das Engagement des Vereins vermieden werden. Im April 2023 begann – mit Zuschüssen vom Landesamt für Denkmalpflege und des Bezirks Oberpfalz – die Notsicherung der Anlage. Rund 550000 Euro wurden seitdem investiert, um in einem ersten Schritt einen Teil des Erdreichs im Inneren der Ruine abzutragen. So wurde laut Stigler der Druck von den Mauerresten genommen.
„Wir sind sehr stolz, was wir als kleiner Verein hier gestemmt und erreicht haben.“ Vereinsvorsitzender Thomas Stigler
Anschließend wurde das Mauerwerk ausgebessert, fehlende Steine ersetzt und anschließend wieder sauber verfugt, so dass kein Wasser mehr eindringen und im Winter neue Schäden verursachen kann. Danach wurde eine neue Mauerkrone erstellt und ein Ruinenfall ausgebildet.
„Insgesamt wurden rund 174 Kubikmeter Bruchsteinmauer ergänzt“, erzählt Stigler. Das Volumen entspricht 1000 vollen Badewannen. 430 Tonnen Material seien vom Gerüst aus in die alte Mauer eingebracht worden.
Bei Bodenschürfungen einen Kamin gefunden
Darunter 153 Tonnen neu angelieferte Steine, die der Förderverein tatkräftig mit einem Bagger nach oben transportierte, damit die Maurer immer genügend Material zur Hand hatten. Doch nicht nur neue Steine wurden verwendet. Auch das Einsturzmaterial, das am Fuß der Mauer lag, wurde genutzt. Stigler: „Wir sind sehr stolz, was wir als kleiner Verein hier gestemmt und erreicht haben.“
Zumal die Arbeiten auch einige spannende Erkenntnisse brachten. „Wir haben bei Bodenschürfungen zum Beispiel einen 60 Zentimeter breiten und rund 120 Zentimeter hohen Kamin gefunden, über den wohl die Kachelöfen des Schlosses von außerhalb der Räume beheizt wurden“, sagt Stigler. Ein Fund, der die beteiligten Archäologen begeistert hätte. Das Bauwerk wurde deshalb abgestützt, mit Fließ umgeben und so für spätere Untersuchungen gesichert. Dann wurde der Kamin wieder eingemauert. Eigentlich wäre der erste Bauabschnitt somit in rund 14 Tagen abgeschlossen gewesen.
Bauabschnitt wird erweitert
Damit wäre der Tag, an dem die nun seit einem Jahr für die Öffentlichkeit abgesperrte Schlossruine auch von der Bevölkerung besichtigt werden kann, näher gerückt. Doch dann kam ein Denkmalsprechtag mit den Vertretern der Oberen und Unteren Denkmalschutzbehörde vor Ort. „Dabei wurde die Frage aufgeworfen, was mit den noch emporragenden Überresten der Wirtschaftsgebäude direkt am Eingang der Burg passieren soll“, berichtet Stigler.
„Wir planen, dass die Öffentlichkeit die Ruine von Schloss Helfenberg im Sommer wieder besichtigen kann.“ Vereinsvorsitzender Thomas Stigler
Die Denkmalschützer hätten dann von sich aus angeregt, diese noch im ersten Bauabschnitt mitzusanieren und die Finanzierung entsprechend zu erweitern. Deswegen würden die Arbeiten nun doch länger dauern. „Wir planen, dass die Öffentlichkeit die Ruine von Schloss Helfenberg im Sommer wieder besichtigen kann“, lautet Stiglers aktuelle Prognose.





