„Der nackte Wahnsinn“

Berching. Am Samstagabend fand die Premiere des Theaterstücks „Der nackte Wahnsinn“ in der Kulturhalle in Berching statt. Eine Boulevardkomödie, die unter der Regie von Lena Wölki und Lukas Graf in Szene gesetzt wurde.
Beide wirken auch als Darsteller im Stück mit und sind damit Teil eines Bühnenspiels, das herrlich, komisch, surreal und irrsinnig zugleich ist. Der Dreiakter verlangt den Schauspielern einiges ab.
„Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn schildert den Versuch, ein Theaterstück im Theaterstück auf die Bühne zu bringen. „Wir betrachten einfach die Premiere als Generalprobe“, sagt Regisseur Lloyd, der von Lukas Graf gespielt wird. Er sitzt im ersten Akt in den Zuschauerreihen und agiert aus dieser Position.
Chaos bei der Theaterprobe
So ganz rund läuft die Theaterprobe aber noch nicht, obwohl es schon nach Mitternacht ist. Es gibt Texthänger, Brooke verliert ständig ihre Kontaktlinsen, es folgen langatmige Diskussionen zur Motivation der Figuren, die Türen klemmen und müssen erstmal vom Inspizienten Tim Allgood (Julian Blamberger) repariert werden. Es herrscht einfach Chaos pur.
Jeder der Darsteller hat im Textbuch einen gewissen Schlag, sagt Regisseur Graf, den jeder irgendwie für sich übernommen hat – und jeder gehe in Höchstform auf. Der Text sei unheimlich schwierig, da er sich immer wiederhole, aber in anderer Form.
Thea Zech spielt die Hausdame Mrs.Clackett. Eigentlich möchte sie es sich vor dem Fernseher mit Sardinen gemütlich machen, aber dann tauchen plötzlich Makler Roger Tramplemain (Benjamin Frank) mit seiner Geliebten Vicki (Lena Wölki) auf. Sie möchten es sich im Bett gemütlich machen.
Kaum hat Mrs.Clackett dieses Problem gelöst, kreuzen die Hausbesitzer Philip (Julian Rebler) und Flavia Brent (Isabella Blamberger) auf, die auf der Flucht vor der Steuerfahndung in Spanien sein sollten. Die Schauspieler gehen treppauf, treppab, Tür auf, Tür zu, Auftritt, Abgang. Dazwischen: Streitereien, Missverständnisse, Ärger, Neid, Eifersüchteleien.
Bühnenbild wird gedreht
In der Pause wird das Bühnenbild gedreht und die Zuschauer sehen, was bei einer Aufführung hinter der Bühne passiert. Dieser Akt, der größtenteils stumm absolviert wird, da er während der Vorstellung auf der Rückseite der Bühne spielt, ist fein getimter Slapstick.
Der dritte Akt zeigt dann erneut den ersten Akt, nur schon in ausgelaufener Version. Das Bühnenbild und Ensemble sind deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Requisiten fehlen, Türklinken fallen ab. Das aufwendige Bühnenbild mit begehbarem Balkon und acht Türen passt sich sehr gut ein. Sven Kühberger mit seinem Tam hat wie alle Darsteller eine Meisterleistung vollbracht.
Die zahlreichen Zuschauer bei der Premiere honorierten das mit großem Applaus.