Arber soll noch familienfreundlicher werden

Grosser Arber. An der Talstation traf sich Landrat Dr. Ronny Raith mit der Betriebsleitung der Fürstlich Hohenzollernschen Arber-Bergbahn, um sich über die aktuelle Situation und die zukünftig geplanten Vorhaben zu informieren.
Betriebsleiter Thomas Liebl und seine beiden Stellvertreter Thomas Eckl und Stefan Beywl gaben zunächst einen Überblick über das Unternehmen. „Man verbindet die Arber-Bergbahn im Winter mit dem Skisport und im Sommer mit dem Wandern, aber zu unserem Betrieb gehört noch ein wenig mehr“, erklärte Eckl.
90 feste Mitarbeiter
Neben den Bergbahnen und Pisten am „König des Bayerischen Waldes“ betreibe man auch einen Skiverleih mit 1500 Paar Ski und sechs Gaststätten. Das Unternehmen sei Wasserversorger des eigenen Betriebs, des Ortsteils Brennes sowie des Landesleistungszentrums. Zusätzlich sei man ein Energieversorger mit zwei Kraftwerken, eines davon in Bayerisch Eisenstein, das andere in Arberhütte. Insgesamt habe das Unternehmen 90 feste Mitarbeiter, mit den Saisonkräften im Winter steige die Belegschaft auf 125. Zunächst ging das Team der Arber-Bergbahn auf den Skibetrieb ein. Ein Thema, das viele Leute beschäftige, sei die Beschneiung der Pisten.
Um sie zu optimieren, habe man bereits 2017 ein vollautomatisches Schneehöhenmesssystem angeschafft, das auf drei Zentimeter genau Daten liefere. „Früher waren wir bei der Beschneiung auf unser Bauchgefühl angewiesen“, so Eckl. Jetzt sei dagegen genau definiert, wann wo wie viel beschneit werden müsse.
Doppelfahrten vermieden
Das schone auch das Gelände, da man auf Basis der Messung rechtzeitig beschneien könne, bevor an Stellen mit dünner Schneeschicht die Wiese zum Vorschein komme. „Es gibt außerdem ein Pilotprojekt mit zwei Maschinen mit Lidar-Sensoren, welche die Schneehöhe direkt vor dem Fahrzeug messen“, erklärte Eckl. Durch das mobile Laserscannen könnten doppelte Fahrten vermieden werden, was bei Beschneiung und Kraftstoff für die Maschinen eine Einsparung von zehn Prozent bedeute. Zudem seien 80 Prozent der Pistenfläche kameraüberwacht, um etwa bei Skiunfällen sehr schnell reagieren zu können.
Nach dem Überblick über die Ist-Situation erkundigte sich Landrat Dr. Raith nach aktuellen Herausforderungen und Zukunftsplänen der Arber-Bergbahn. Betriebsleiter Liebl betonte, dass es sowohl für die Region als auch für den Betrieb im touristischen Bereich neue Anforderungen gebe. „Wir müssen flexibler werden“, erklärte er, unter anderem weil die Gäste am Berg spontaner geworden seien. Aus diesem Grund wolle man als zusätzliches Angebot für außerhalb der Skisaison einen Familien-Bikepark einrichten: „Unsere Zielgruppe wird eine ganz andere sein als am Geißkopf. Wir wollen etwas bauen für Familien mit Kindern und auch für rüstige Rentner“, so Eckl. In einem ersten Schritt solle dieser Bikepark im Bereich Thurnhofschlepplifte und Förderbänder integriert werden. So solle auch der Eingriff in die Natur möglichst gering bleiben.
Zudem erläuterten die Betriebsleiter, dass man über einen schlichten, familienfreundlichen Campingplatz im Bereich des ehemaligen Sporthotels Brennes nachdenke. So könne man das Angebot für Familien abrunden und man hätte Stellplätze für die Leute mit Wohnmobil, „die schon jetzt häufig über Nacht auf unseren Parkplätzen stehen bleiben“, so Eckl.