Energiekarawane zieht durch Wenzenbach: Gemeinde finanziert Beratung für Wohneigentum

Von Martina Groh-Schad · 15. April 2024 um 05:00

Hört man von der Energiekarawane, könnte man im ersten Moment glauben, dass Bürgermeister Sebastian Koch (SPD) Kamele durch Wenzenbach treiben lässt. Doch weit gefehlt. Statt Höckertieren wurden für das Pilotprojekt Energieberater beauftragt, die gezielt Privathaushalte kostenlos in den Gemeindeteilen Fußenberg, Irlbach und Thanhausen informieren sollen.

„Das Angebot richtet sich an alle Privathaushalte, deren Häuser energetisch nicht auf dem neuesten Stand sind“, erklärt der Klimamanager der Gemeinde, Frederic Fischer. Bereits 50 Anmeldungen für den kostenlosen Energie-Check liegen vor. Mit weiteren Anmeldungen rechnet der Klimamanager, nach der Auftaktveranstaltung am Donnerstag um 19 Uhr. Interessierte können bei der Veranstaltung im Gasthaus „Zum Kneißl“ die Energieberater persönlich kennenlernen, sich anmelden und es gibt Fachvorträge.

Hintergrund der bürgerfreundlichen Maßnahme ist das im April 2023 verabschiedete Klimaschutzkonzept der Gemeinde, in dem auch die Unterstützung von Privathaushalten festgeschrieben wurde. Im Kern geht es darum, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern und Privathaushalte zu unterstützen, einen Beitrag zu leisten. „Außerdem wollen wir den Bürgern im Hinblick auf die anhaltenden Preissteigerungen unter die Arme greifen“, erklärt Fischer. „Wir wollen ihnen helfen, sich aus der Preisspirale zu befreien.“

Beratung dauert etwa eine Stunde

Sollte das Projekt in den aktuell geplanten Ortsteilen auf großes Interesse stoßen und damit erfolgreich verlaufen, sollen im kommenden Jahr weitere Gebiete von Wenzenbach folgen. Die Auswahl der ersten Ortsteile beruht auf der vorhandenen Gebäudestruktur, die eine große Nachfrage vermuten lässt.

„Die Beratung ist herstellerunabhängig“, betont Fischer. Das sei vertraglich mit den zertifizierten Energieberatern vereinbart worden, die vorab persönlich von der Gemeinde über deren Vorstellungen informiert wurden. Die Dauer einer Beratung wird in etwa eine Stunde betragen. Während des Gesprächs könnten alle Fragen gestellt werden, die den Privatbesitzern am Herzen liegen. Schwerpunkte seien die energetische Sanierung des Gebäudes und ein Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Konkret geht es um die Themen Heizen, Photovoltaik und Dämmung. Die Berater informieren über Fördermöglichkeiten und abschließend wird ein Protokoll erstellt. „Man bekommt kostenlos und ohne Bedingungen die wichtigsten Informationen“, betont Fischer. „Sie können sich dann entscheiden, ob und wie sie weitermachen.“

Kosten trägt die Gemeinde

Im Einzelnen sind bei einer Generalsanierung in Privathaushalten relevante Themen das Dach, eine Photovoltaik-Anlage, die Fenster, Solarthermie als Heizungsunterstützung oder zur Warmwasseraufbereitung, die Wände, der Keller und die Heizung allgemein. In all diesen Bereichen spüren die Energieberater den möglichen Energieeinsparungen in Privathaushalten nach.

Die Kosten für die Maßnahme trägt die Gemeinde. Insgesamt schätzt Fischer die Gesamtkosten auf etwa 25 000 Euro. „Es ist eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte“, wirbt er für das Projekt. Die erste Beratungsphase dauert bis September.