Die Eissaison startet: Das sind die Trends im Landkreis Schwandorf

Beginnt der Frühling, beginnt auch die „Eiszeit“. Die Macher des Gelatos haben ihre Geschäfte auf Vordermann gebracht und überraschen ihre Gäste mit vielen neuen Sorten. Ob Zitrone-Keks, Mozartkugel oder Parmesan – die Geschmacksrichtungen sind ausgefallen. Ein Überblick.
Einziger Wermutstropfen bleiben kleine Preiserhöhungen. Nur in Pfreimd kann man für 1,30Euro je Kugel in alten Zeiten schwelgen. Im restlichen Landkreis werden im Schnitt 30 bis 40 Cent mehr verlangt. Was die Eismacher vor Ort sonst noch alles vorhaben und was sich alles geändert hat – ein Überblick.
Viel Wert auf das Handwerk legt Peter Lingauer sen. in seiner Eismanufaktur
In der Regensburger Straße in Schwandorf produziert der 63-Jährige nach eigenen Angaben Eis ohne künstliche Geschmacks- und Farbstoffe. Bei seinen angebotenen Sorten setzt Lingauer auf Kontinuität. So finden sich auch heuer wieder veganes Fruchteis und frisches Milcheis in der Vitrine. Der Eismacher, der sein Handwerk unter anderem im norditalienischen Modena erlernt hat, greift selbst am liebsten zum Schokoeis. „Wir sind in ganz Bayern fast die Einzigen, die Schokoeis aus Schokolade machen“, verrät Lingauer. Dafür verwendet er geschmolzene Kuvertüre aus Zartbitterschokolade, Kakao, Milch, Zucker und Sahne. Übrigens: Eine Kugel Eis gibt es in Lingauers Eismanufaktur nicht. Dort werden die Becher „gespachtelt.“ Der Kunde zahlt pro 100Gramm Eis 2,10 Euro.
Weiter stadteinwärts gibt’s das Il Gelato Italiano in der Friedrich-Ebert-Straße
Chef Aldo Raccanelli steckte vergangene Woche noch mitten in den Vorbereitungen für die neue Saison. Für eine spezielle Eissorte wartet er noch auf die Schwiegereltern aus Italien: „Die kommen morgen Früh mit frischem Büffelmozzarella, damit werden wir nächste Woche ein interessantes Eis testen.“ Salzige Sorten wie diese probiert Raccanelli seit dem vergangenen Jahr häufiger aus: So gibt es neben Klassikern wie Schokolade oder Vanille vermehrt Sorten wie Lachs, Parmesan, Thunfisch oder Paprika. Was zunächst ungewöhnlich klingt, komme bei den Kunden laut dem Chef gut an. „Erst denken die Leute ,Kann das schmecken?‘, aber dann sind sie begeistert und lieben es“, sagt Raccanelli und erklärt weiter: „Wir präsentieren diese Sorten nicht als Kugeln, sondern als kleine Macarons oder Brothäppchen.“ Natürlich gibt es im Il Gelato auch weiterhin viele Dauerbrenner wie Pistazien- oder Cookie-Eis, die Kugel für 1,60 Euro und „alles hausgemacht“, wie der Chef betont.
Wenige Schritte entfernt ist das Buonissimo am Schwandorfer Marktplatz
Die Eisdielen-Kette mit 29 Standorten und Schwerpunkt in Nordbayern setzt bei ihren Sorten auf gut gehende Dauerbrenner, wie Alexander Bez Birolo, Leiter vor Ort, erzählt: „Manche Sorten sind einfach sehr beliebt, da wäre es für die Kunden schade, etwas zu verändern.“ Empfehlen könne er den Geschmack Sahne-Karamell-Mousse, der ist seit neuestem im Angebot. Der Preis der Kugel ist mit 1,70 Euro gleich geblieben. „Gott sei Dank“, zeigt sich Bez Birolo erleichtert, „die Jahre zuvor waren schon extrem.“ Premium-Sorten wie Haselnuss mit weißer Nougatcreme kosten dennoch mehr: Für sie muss der Kunde 2,50Euro hinlegen.
Im Herzen der Stadt Schwandorf befindet sich das Café Pellegrin
Die neue Chefin Liliane Mazzucco betont, dass sie ein frisches Konzept mitgebracht hat: „Wir starten nach der Übernahme in unseren ersten Sommer und freuen uns riesig.“ Neben einer komplett überarbeiteten Speisekarte mit kleinen Gerichten wie Pizzettas und Bruschetta liegt der Schwerpunkt auf Eisbechern. Diese können auf der großen Terrasse mit über 30Sitzplätzen genossen werden. Mazzucco hierzu: „Die Gäste können im Sommer bis spät abends Aperol Sprizz oder 25 verschiedene Eissorten im Freien genießen.“ Wer es eilig hat, bekommt die hausgemachte Kugel natürlich auch zum Mitnehmen. Der Preis beträgt dann 1,50 Euro.
Die Wackersdorfer Eiskugel steckte vergangene Woche noch in den Vorbereitungen
Inhaberin Anna Bauer kann eines jetzt schon verraten. „Die Kugel wird genauso viel kosten wie im letzten Jahr – also 1,50Euro.“ Neu im Angebot wird es laut Bauer in diesem Jahr populäre Eisbecher geben. Auch ein „ganz dunkles“ Schokoladensorbet, das seit vergangenem Herbst im Angebot ist, soll im Sortiment bleiben. „Das ist aus dem Stand ein Renner geworden“, freut sich Bauer. Wer außerhalb der Öffnungszeiten Lust auf ein Eis hat, kann sich am Automaten bedienen. Er ist rund um die Uhr geöffnet. Dort gibt es unter anderem Kirsch-, Mango- oder Tonkabohneneis in zwei Bechergrößen: Der kleine Becher ist für 3,20 Euro zu haben.
Ein Phänomen in Social Media ist das Eiscafé da Marco in Nittenau
Mittlerweile folgen über 30 000 Menschen der Gelateria auf Instagram. Für Gründer und Chef Marco Soru liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, „jedes Jahr etwas Neues auszuprobieren.“ So testet Soru fünf bis sechs neue Eissorten im Jahr. „Ich steh’ manchmal in der Küche und mixe einfach neue Eigenkreationen zusammen – hin und wieder kommt ein echter Erfolg raus.“ Generell liege Pistazie derzeit im Trend. Auch die Vierbeiner kommen in Nittenau auf ihre Kosten, denn es gibt ein spezielles Hundeeis mit Leberwurst, wie Soru erzählt: „Wir haben damals gedacht, es ist schade, wenn der Hund daneben steht und nichts zum schlecken hat.“ Die Eiskugel kostet 10 Cent mehr als in der vergangenen Saison und ist ab 1,70 Euro erhältlich, Premium-Varianten kosten 2 Euro.
Giovanni Rebuffo übernahm die Eisdiele Primavera in Bruck im Jahr 2023
Ursprünglich kommt Rebuffo aus der Nähe von Venedig. „Ich mag Bruck und die Oberpfalz sehr, die Ruhe und die netten Leute erinnern mich oft an meine Heimat.“ Alle Eissorten sind hausgemacht im Primavera. Rebuffos eigenes Lieblingseis ist Vanille, die Geschmäcker seiner Gäste seien sehr gemischt, meint der Inhaber weiter. Apfel-Mango-Sorbet stelle sich seit einiger Zeit aber als Verkaufsschlager heraus. Erfreulich: Der Preis für die Kugel bleibt mit 1,60 Euro gleich wie letztes Jahr. Dazu plant Rebuffo sieben neue Eisbecher. Der Chef zeigt sich mit den Vorbereitungen zufrieden: „Jetzt muss nur noch das Wetter passen.“
Eisliebhaber in Bodenwöhr haben seit drei Jahren eine neue Anlaufstelle
Cesari Marzio hat sein Eiscafé Milano in der Hauptstraße eröffnet. Früh begann Marzios Leidenschaft fürs Gelato: aufgewachsen in der Nähe von Mailand, lieferte die Familienmolkerei Milch zu den Eisläden. Auf Sylt ging er in die Lehre bei einem „alten Eismacher“und schließlich führte er fast 25 Jahre lang ein größeres Café in Hannover. Durch Verwandte ist Marzio dann auf Bodenwöhr aufmerksam geworden. Das Motto des Chefs: „Qualität muss und hat immer oberste Priorität.“ In den Eissorten von Marzio finden sich keine künstlichen Aromen oder Farbstoffe, sondern echte Früchte wie Erdbeeren und Mangos oder Haselnüsse aus der italienischen Region Piemont. Neuerdings gibt es die Geschmacksrichtung „Zuppa inglese“, eigentlich ein italienisches Biskuitdessert. Ein voller Erfolg meint Marzio: „Zufrieden sind wir, wenn es den Leuten schmeckt.“ Die Kugel Eis gibt es dieses Jahr für 1,60 Euro.
Seit 20 Jahren ist das Eiscafé Miraval eine Institution in Teublitz
„Die Qualität muss stimmen, daran darf man nie sparen“, meinen die Inhaber Gianni und Iryna Del Favero. Schokolade mit Waldfrüchten und Baileys-Eis seien derzeit sehr gefragt, berichten die Del Faveros. Für die Kleinen gibt es seit kurzem auch das Eis „PAW Patrol“ mit Smarties, inspiriert von einer Kinderfernsehserie. Die Kugel ist dieses Jahr für 1,70Euro zu haben.
Großer Andrang herrscht bei Eis David, der zweiten Gelateria in Teublitz
Eine lange Schlange führt in die kleine Eisdiele von Davide Gazzola. Erdbeer, Straciatella, Schokolade und Limette sind schon am Nachmittag ausverkauft. Bei schönem Wetter kommt der Besitzer mit der Eisproduktion manchmal gar nicht mehr nach. Gazzola kennt viele Stammkunden persönlich. „Wenn die Leute für fünf Minuten beim Eisessen ihre Probleme vergessen, macht mich das auch glücklich“, sagt Gazzola zufrieden. Der Chef empfiehlt übrigens Traube-Erdbeere, die Kugel für 1,60 Euro.
Mozartkugel und Kinderüberraschung sind neu im Angebot von Eis Europa
Die Burglengenfelder Eisdielenbesitzer Massimo und Chiara De Nardi bieten ihren Kunden in dieser Saison zwei neue Geschmacksrichtungen an. Sie sind gespannt, wie sie ankommen: „Im Zweifel gehen Klassiker wie Vanille und Schokolade immer“, sagt Inhaber Massimo. „Bei den Kindern bleibt das Cookie-Eis der Hit.“ Für 1,70 Euro pro Kugel kann man die neuen hausgemachten Sorten probieren. In diesem Jahr hätte das Osterwetter für einen guten Start gesorgt, Chefin Chiara zeigt sich dennoch besorgt: „Unser größtes Problem ist der Mitarbeitersmangel – von der Suche nach Nachfolgern ganz zu schweigen.“
In Maxhütte-Haidhof serviert ein Portugiese die kühlen Köstlichkeiten
Leandro Lopez, Inhaber des Veneto Gelato Caffé in Maxhütte-Haidhof, freut sich sichtlich über die ersten Sonnenstrahlen. Der gebürtige Portugiese kam vor 20Jahren nach Deutschland. Vor einem Jahr hat er die Eisdiele mit der sonnigen Terrasse übernommen. Der Chef macht alle Eissorten selbst. Sein Lieblingseis ist Cheesecake. Gut verkaufen sich aber auch Schoko-Toffee und Kinderschokolade. Eine Kugel Eis kostet 1,60Euro, 10 Cent mehr als im Vorjahr. Dazu Lopez: „Viele Leute kommen zu uns, um ihr Eis auf der Terrasse zu essen. Leider waren wir deshalb gezwungen, die Mehrwertsteuererhöhung weiterzugeben.“
„Unser Cookies-Eis ist nach wie vor der Kassenschlager“, berichtet Fabio Cercena
Im Eiscafé Europa in Nabburg sind alle Eissorten hausgemacht. Übrigens ist das Eiscafé nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen in Burglengenfeld, „die Eisdielen gehören nicht zusammen“, schmunzelt Cercena. Die Kugel gibt es in Nabburg schon für 1,50 Euro zum gleichen Preis wie vergangene Saison. Der Chef hofft auf gutes Wetter und verrät: „Je mehr Sonne, desto mehr Sorten bereiten wir vor.“
In Neunburg vorm Wald betreibt Ingrid Seebauer das Eiscafé Eis Zeit
Erst vor einem Jahr wurde das Café eröffnet, Chefin Seebauer wird von ihrem Mann Hans unterstützt. Inzwischen ist das Sortiment auf stolze 17 ständige und 30 bis 40 wechselnde Eissorten angewachsen. Neu in diesem Jahr sind unter anderem Apfelstrudel, Zitrone-Keks und Milcheis mit gerösteten Pistazien und Caramel-Crumble. Die Ideen dafür holt sich die Chefin auf der Eismesse in Stuttgart. Für 1,60 Euro pro Kugel sind alle Zutaten natürlich und frei von Konservierungsstoffen.
Ganz frisch in Neunburg ist Anna’s Eiscafe, benannt nach Chefin Anna Lutz
Seit kurzem ist sie die neue Inhaberin der ehemaligen Eisdiele Anjali in der Buchbindergasse. Ende März fiel der Startschuss. Lutz will von Anfang an eine große Auswahl an Eissorten anbieten: In der Theke liegen 24 Sorten, insgesamt sollen es fast 50 werden, die je nach Nachfrage wechseln. Die Geschmacksrichtungen Oreo, Cheesecake und Walnuss will sie ausprobieren. Die Kugel kostet 1,70Euro. Insgesamt gibt es 70Sitzplätze drinnen und draußen.








