Darum ist das Duell zwischen dem Jahn und 1860 München eine Partie mit besonderer Brisanz

Auf dieses Duell haben die Anhänger des Fußball-Drittligisten SSV Jahn Regensburg sehnsüchtig gewartet. Wenn der Spitzenreiter am Sonntag (13.30 Uhr) den TSV 1860 München empfängt, dann wird das Jahnstadion zum ersten Mal in dieser Saison restlos ausverkauft sein. Das kommt nicht überraschend. Denn das Aufeinandertreffen der beiden Teams ist aus mehrerlei Hinsicht besonders.
Die Löwen haben noch eine ordentliche Rechnung offen
Dass der Jahn am 33. Spieltag Erster ist und die Löwen nur 14. sind, das war so nicht zu erwarten. Wenn die beiden Teams sich messen, dann wird es schon mal knackig. Das war zumindest in den vergangenen Duellen der Fall. Am 4. November 2023 flippten die zahlreich mitgereisten Jahn-Fans aus, als Tobias Eisenhuth dem SSV in der Nachspielzeit im Grünwalder Stadion einen Last-Minute-Sieg bescherte. Stangen oder Sitzschalen flogen dieses Mal aber glücklicherweise nicht. Dafür war auf Jahnseite auch auf den Rängen reichlich Feuer im Spiel. Der Stachel sitzt auch heute noch tief bei den Löwen, dass sie in der Relegation 2017, wo das Rückspiel in der Allianz Arena aufgrund wütender Löwen-Anhänger kurz vor dem Abbruch stand, gegen den Jahn das Nachsehen hatten. Andreas Geipl und Benedikt Saller waren damals schon dabei und freuen sich auf das Wiedersehen.
Joel Zwarts und seine interessante Klausel
Ob es mit Joel Zwarts ein Wiedersehen gibt, das steht derweil noch in den Sternen. Denn da gibt es eine interessante Klausel. Ein Einsatz gegen seinen Ex-Verein würde 1860 50000 Euro kosten. „Über Vertragsinhalte sage ich nichts, wir werden es am Sonntag sehen“, sagte der frühere Jahn-Angreifer der „tz“ auf die Frage, ob er denn mitmische in Regensburg. „Es ist immer etwas Besonderes, gegen Gegner zu spielen, die man kennt. Mir gibt das noch einen kleinen Boost“, fügte der Niederländer hinzu. „Ich weiß, dass es ein Team mit viel individueller Qualität, aber auch großem Zusammenhalt ist. Sie kämpfen füreinander, da müssen wir besser sein. Wir müssen mehr laufen und natürlich vor dem Tor scharf sein.“ In der Hinrunde war Zwarts gegen den Jahn nur Zuschauer. Eine langwierige Schambeinverletzung zwang den Stürmer länger zum Zuschauen. Ist er dafür nun am Start? „Das ist nicht mein Bier. Wir gehen aber davon aus, dass er spielt“, sagt derweil Jahn-Coach Joe Enochs. Auch sein Trainerkollege Agis Giannikis hält sich bedeckt. Er verweist sowohl auf den sportlichen als auch den wirtschaftlichen Aspekt. „Wir werden Sonntag eine Entscheidung treffen.“ Nach Informationen des Löwen-Blogs „db24“ wollen sich die Münchner das Geld, das sie für einen Einsatz des Niederländers berappen müssten, jedoch sparen.
Weitere spannende Verbandelungen beider Klubs
Neben Zwarts und Albion Vrenezi gibt es noch weitere interessante Verbandelungen. Ex-Löwe Erik Tallig kann verletzungsbedingt nicht mitwirken. Die Regensburger Benedikt Saller und Andreas Geipl haben ebenfalls eine Löwen-Vergangenheit. Saller hat auch für die Bayern in jungen Jahren gespielt. Und dann wäre da auch noch eine Vorgeschichte zwischen dem Regensburger Sport-Geschäftsführer und den Münchnern. Achim Beierlorzer wäre nämlich beinahe auf der Trainerbank des TSV gelandet. Im Februar 2023 war sein Wechsel von einigen Medien sogar vorschnell als perfekt vermeldet worden. Auf die Frage der Mittelbayerischen, ob er sich die Löwen wirklich angetan hätte, antwortete Beierlorzer bei seinem Einstandsinterview als Sportchef in Regensburg: „Ja, wir waren in Gesprächen. Da sind wir wieder beim Erleben. Da hätte ich einiges erlebt“, erklärte er und lachte. „Es ist aber auch gut, wenn manche Dinge nicht funktionieren. Es kommt schon so, wie es kommen soll. Ich bin froh, wieder in Regensburg zu sein.“ Mit dem Jahn läuft es wunderbar.
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Saisonpremiere im Jahnstadion Regensburg
Am Sonntag gibt es ein seltenes Schauspiel im Jahnstadion. Die Regensburger Arena wird zum ersten Mal in dieser Saison bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Ausverkaufte Spiele sind in Regensburg, wo das neue Stadion 2015 eingeweiht wurde, generell rar gesät. Die Sechzger sind aber ein Zugpferd. So wie zuvor der Hamburger SV oder St. Pauli in der 2. Bundesliga. Von einer Stadionauslastung wie beim Konkurrenten in Giesing (100 Prozent) kann man in der Oberpfalz (55) aber nur träumen.
Die Überperformer und die Underperfomer
In der Tabelle hat sich der Jahn durch zwei Siege in Folge wieder eine glänzende Ausgangsposition erarbeitet. „Die Art und Weise war ein Signal, nicht an alle anderen, sondern an uns selbst“, erklärt Coach Enochs, dem der Auftritt beim 3:1 im Topspiel in Münster imponiert hat. „In der Pause haben wir gesagt, dass wir keinen Schritt weniger machen wollen. Stattdessen haben wir zwei mehr gemacht“, spielt er darauf an, dass der Jahn höher hätte gewinnen können. Am Sonntag kann Enochs aus dem Vollen schöpfen. Auch Florian Ballas hat wieder voll mittrainiert. Während der Jahn, vor allem dank der starken Siegesserie in der Hinrunde, besser dasteht als von vielen erwartet, hinken die Löwen ihren Ansprüchen gewaltig hinterher. Platz 14 schmeckt dem Traditionsklub überhaupt nicht. Enochs warnt jedoch vor der seiner Meinung nach stark besetzten Mannschaft. Durch das 3:1 gegen Viktoria Köln hat der TSV 1860 zuletzt nach einer Niederlagen-Serie wieder in die Spur gefunden.
„Wir wollen gegen den Tabellenführer ein gutes Spiel abliefern. Wir sind ambitioniert genug, dass wir uns in der Lage sehen, was mitzunehmen“, sagt der Coach des TSV 1860 München, der neben Max Reinthaler, der nicht rechtzeitig fit wird, auch auf den an einer Magen-Darm-Grippe erkrankten Fabian Greilinger verzichten muss. Dafür sollen es andere richten und dafür sorgen, dass nicht erneut der Jahn jubelt.
Jahn – 1860 München (So., 13.30)Voraussichtliche AufstellungSSV Jahn Regensburg: Gebhardt – Saller, Ziegele, L. Breunig, Schönfelder – Geipl, Bulic – Viet – Faber, Kother – Ganaus
es fehlen: Hottmann (Kreuzbandverletzung), Tallig (Kreuz- und Innenbandverletzung)
TSV 1860 München: Hiller – Ludewig, Glück, Verlaat, Kwadwo – Rieder, Ma. Frey – Guttau – M. Schröter, Nankishi – Lakenmacher
Bilanz: 10 Spiele (6x 2. Liga, 2x 2.Liga-Relegation, 1x 3.Liga, 1xDFB-Pokal), zwei Jahn-Siege, zwei Remis, sechs Niederlagen, 9:19 Tore