Elvis zurück in der Oberpfalz: In Kallmünz lebte der King of Rock'n'Roll wieder auf

Elvis in Kallmünz? Warum eigentlich nicht? Zunächst aber ging es bei dem Konzert um „Elvis in der Oberpfalz“ – der Titel eines Musicals über die Zeit des King of Rock 'n' Roll in Grafenwöhr.
Der umtriebige Burglengenfelder Autor Klaus Sauerbeck hatte in Grafenwöhr recherchiert und mit zahlreichen Menschen gesprochen die etwas aus der Zeit Ende der 1950er Jahre zu berichten wussten. Das Ergebnis: Die Zuhörer erfuhren erstaunliches über den Aufenthalt von Elvis in Grafenwöhr.
So berichtete Sauerbeck alias Wastl Grandlhuber – bester Kumpel von Elvis in Lederhosen, Sennerhut und Haferlschuh – über eine Liebesgeschichte zwischen dem Sänger und einer Grafenwöhrerin sowie über den Ideenreichtum der einheimischen weiblichen Bevölkerung, um an ein Autogramm zu kommen. Die Zuhörer bekamen den heißen Tipp, wo ein original Foto von Elvis in Unterhosen bei seiner Musterung im Januar 1957 im Internet zu finden sei, erfuhren einiges über „unhaltbare Zustände in Grafenwöhr“, „schamloses Verhalten der Veronikas“ und „moralische Entgleisungen“ jener Zeit – vorgelesen aus der hiesigen Tageszeitung von damals. Der Sprecher beschrieb, wie die winterliche Kälte in der nördlichen Oberpfalz dem Idol zu schaffen machte: „Presley war kalt, er war nass und stand knöcheltief im Schnee - wie alle anderen“, und wie die unwissende Geschäftsführerin des Kaufhauses Weka den Sänger bei seinem Besuch dort mit Mikrofon als „Elvis Presskopf“ ankündigte.
Anekdoten aus der Historie
Der „Wastl“ zeigte eine „original“ Elvis Blechmarke aus der Army-Zeit, ebenso „original“ Mütze, Militär- und Rangabzeichen und sein Mikrofon, mit dem er in der Oberpfalz das einzige Konzert außerhalb von Nordamerika gegeben hatte, ebenso ein Bild von Elvis am Klavier in Grafenwöhr – eine Fotomontage. Der Autor erzählte und flunkerte sich Anekdoten über Elvis zusammen und gab Geschichten zum Besten über „Sachen die wo kein Mensch nicht weiß“. „Ich bin glaubwürdig“, beteuerte der Conférencier dem Publikum und stellte seine Glaubwürdigkeit auf die Probe, als er erzählte, dass Elvis sicher in Kallmünz gewesen sei und Gabriele Münter getroffen habe. Die von Max Seelos zusammengestellte, vorzügliche Combo hatte sichtbar Freude zusammen mit dem ausgezeichneten Elvis Interpreten Rainer Kowalski die 50er und 60er Jahre des King of Rock'n'Roll in Kallmünz aufleben zu lassen. Kowalski sprang und hüpfte auf der Bühne umher und schwang die Hüften wie der junge Elvis, da geriet der Bürgersaal in Kallmünz glatt eine Nummer zu klein. Den außerordentlich guten Musikern wie Dirk Pätzold am Schlagzeug, Dominik Lehmeier (Bass), Philipp Frankenberger (Gitarre), Claus Becker (Keyboard) und dem gutgelaunten Markus König am Saxophon machten die Elvis Nummern sichtlich Spaß.
Besuch in der Garderobe
Leider geriet der Erzählteil des Sprechers im Verhältnis zu den Musikstücken zu lang. Ein paar mehr Songs am Stück und die Reduzierung der Geschichten hätte der Stimmung im Saal gutgetan. Der gefühlvolle Song „Love me tender“ sorgte für ungewollte Lacher, als Kowalski eine Zuschauerin ansang.
Am Ende des Abends wusste man, dass es in der Oberpfalz schon immer mehr gegeben hat als das Naabtal Duo. Alles in allem war die Idee gut, ein MusiTextical mit Geschichten um den berühmten Sänger als roten Faden zu verwenden.
Der Erzähler
Lebenslauf: Klaus Sauerbeck promovierte in Pädagogik/Psychologie. Der Mittelschulrektor a.D., hat mehr als 30 Bücher geschrieben und mehrere Musicals heraus gebracht. Er ist Erfinder des „MusiTextical“.
Rollen: Klaus Sauerbeck trat bereits als Elvis Manager „Colonel“ Tom Parker in „Elvis-Das MusiTextical“, als Thomas Spottkalk in „What a wonderful world“ , als Amazing Grace Dichter John Newton in „Amazing Grace“ und als „Tscheif“ - Deutschlands unbegabtester Tanzschüler auf.

