Der Schuldengipfel ist fast erreicht

Postbauer-Heng. Das sei sein bislang schwierigster Haushalt als Kämmerer in der Marktgemeinde Postbauer-Heng gewesen, gab Florian Beyer bei der Vorstellung des Haushalts 2024 in der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend den Markträten zu wissen. „Aber auch der am besten vorbereitete und durchdachte“, fügte er stolz hinzu.
Nachdem eventuell Kritisches wohl schon im Vorfeld hinter verschlossenen Türen geregelt worden war, setzte es in der Sitzung ausschließlich Lob von allen Fraktionen und auch von Bürgermeister Horst Kratzer für den Kämmerer. Zu Recht, denn Florian Beyer verspricht Großes.
Die Pro-Kopf-Verschuldung von Postbauer-Heng steigt demnach von etwa 800 Euro im Jahr 2021 vor allem aufgrund der Investitionen in Kanäle und Wasserleitungen im Haushaltsjahr 2024 wegen 7,4 Millionen Euro neuer Kredite auf 3380 Euro an. 2025 kämen sogar noch einmal fünf Millionen Kredit hinzu. Aber dann gehe es mit den Schulden wieder bergab.
Bis 2035 soll die Kreditlast – dank der guten Steuereinnahmen und der zu erwartenden staatlichen „RZWas“- Zuwendungen wieder auf den Stand von 2021 gedrückt werden.
Schulden als Investition
Hinter dieser Abkürzung verstecken sich die 2021 veröffentlichten bayerischen „Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben“. Die Vertreter aller Fraktionen bekräftigten, dass sie die Verschuldung ohne Ausnahme für eine richtige Investition in die Zukunft ansehen. Man sei da anderen Gemeinden einfach voraus, auf die vergleichbare Aufgaben und Belastungen auch noch zukämen, hieß es in den Statements.
Sogar Jürgen Rupprecht, dem als Leiter des Rechnungsprüfungsausschusses schon von Amts wegen ein kritischer Blick auf die Finanzen zusteht, beteuerte seine Zustimmung zum Haushalt. Lediglich wenn es später um konkrete Ausweitungen im Stellenplan der Gemeinde ginge, müsse man noch einmal miteinander reden, ergänzte er unter dem zustimmenden Nicken des Bürgermeisters.
Gabriele Bayer nutzte die Gelegenheit, in die Zustimmung der Fraktion von „Bündnis 90 Die Grünen“ Ärger auf die bayerische Staatsregierung einzuflechten, die ihre Fördermittel mit zu viel Genehmigungs-Bürokratie verbinde, statt die Gemeinden einfach vernünftig auszustatten. „Als kleiner Dorfbürgermeister“ habe er in München keinen Einfluss, bedauerte Horst Kratzer, und bei jedem Bürokratieabbau werde es erfahrungsgemäß immer nur schlimmer.
Außer zukunftssicheren Kanälen, Brunnen und Wasserleitungen soll laut Haushaltsplan auch in Sicherheitsmaßnahmen der Verwaltung und die Feuerwehren in Pavelsbach und Postbauer-Heng investiert werden und rund 900000 Euro sind für die Schulen vorgesehen. 350000 Euro sind für die Kulturpflege vom Deutschordensschloss bis zur Bücherei reserviert.
Badsanierung geschoben
An der Förderung von Vereinen und Ehrenamtlichen des Marktes werde nicht gespart werden, versprach Horst Kratzer. Lediglich die Sanierung des Naturbades werde zu Gunsten höherer Fördergelder ein wenig verschoben. „Die kontinuierliche Zuwendung zu sozialen Projekten bestätigt das Ziel, ein inklusives und am Gemeinwohl ausgerichtetes Miteinander zu pflegen,“ lautet Kratzers Fazit. Man begegne den heutigen und künftigen Herausforderungen mit Zuversicht und solider Finanzpolitik.