Bei Pfleiderer in Neumarkt wird gestreikt: Die Belegschaft fordert mehr Geld

Von Nicole Selendt · 9. April 2024 um 13:36

Nahezu 200 Mitarbeiter der Neumarkter Firma Pfleiderer haben am Dienstag zwischen 13.30 und 15.30 Uhr ihr Werk bestreikt. Sie wollten damit ihrem Ärger über zwei bisher erfolglose Runden bei den laufenden Tarifverhandlungen Luft machen und ihrer Forderung nach mehr Gehalt, höheren Ausbildungsvergütungen und einer Inflationsausgleichsprämie mehr Nachdruck verleihen.

Die Gewerkschaft IG Metall fordert laut einer Mitteilung 9,9 Prozent mehr Geld, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung sowie eine soziale Komponente, zum Beispiel in Form einer Inflationsausgleichsprämie.

Erhöhung der Entgelte gefordert

Bei den Ausbildungsvergütungen habe Pfleiderer Deutschland Entgegenkommen signalisiert, anders bei der Forderung nach der Erhöhung der Entgelte. Hier lägen die Vorstellungen sehr weit auseinander. Die Arbeitgeber hätten eine Entgeltsteigerung von drei Prozent ab April 2024 und weitere zwei Prozent ab April 2025 bei einer Laufzeit bis Ende März 2026, also von zwei Jahren, angeboten.

Zum Warnstreik gab es aus dem Management von Pfleiderer keine Stellungnahme. Wie ein Unternehmenssprecher im Vorfeld des Streiks auf Anfrage erklärte, befände man sich mitten in den Verhandlungen. Und die wolle man nicht öffentlich führen, sondern am Verhandlungstisch. Auch bei vorherigen Verhandlungen vor zwei und vier Jahren war es bereits zu Warnstreiks gekommen.

„Pfleiderer hat in den letzten Jahren sehr gut verdient, die Beschäftigten haben ihren Anteil daran mehr als verdient.“ Christian Iwanowski, Verhandlungsführer der IG Metall

Rund 2200 Mitarbeiter bei Pfleiderer beschäftigt

Christian Iwanowski, Verhandlungsführer der IG Metall, hatte im Vorfeld der Streiks erklärt: „Die Beschäftigten von Pfleiderer verdienen deutlich weniger als anderswo in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie und auch wenn die Inflationsrate gerade sinkt, muss der Kaufkraftverlust der letzten Jahre durch die hohe Inflation zumindest teilweise kompensiert werden. Pfleiderer hat in den letzten Jahren sehr gut verdient, die Beschäftigten haben ihren Anteil daran mehr als verdient.“ Die nächste Verhandlungsrunde findet am Donnerstag, 11. April, in Neumarkt statt.

Pfleiderer stellt Holzwerkstoffe, Laminate und harzbasierte Klebesysteme, die bei Küchen und Möbeln sowie im konstruktiven Holzbau in Westeuropa Verwendung finden und ist führender Hersteller von Spezial- und Industrieharzen. Das Unternehmen beschäftigt laut eigenen Angaben rund 2200 Mitarbeiter vorwiegend an fünf Standorten in Deutschland und in Polen.