Nach Unfall in Burglengenfeld: Betrieb bei Hörgeräte Seifert läuft eingeschränkt – Polizei ist bei Ursache weiter

Von Josef Schaller · 5. April 2024 um 14:28

Auch eine Woche nach dem aufsehenerregenden Unfall in der Regensburger Straße in Burglengenfeld sitzt der Schreck der betroffenen Hauseigentümer und Geschäftsinhaber noch tief. Vonseiten der Polizei gibt es Neuigkeiten: Stark überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache scheidet mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Dicke Holzplatten schützen derzeit die Geschäftsräume der dort ansässigen Filiale von Hörgeräte Seifert. Nun sollen Sachverständige die Schäden feststellen, die in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag entstanden sind.

Wie berichtet, war ein 19-jähriger Autofahrer mit seinem VW Polo stadteinwärts nach links von der Fahrbahn abgekommen und in die Schaufensterscheiben des anliegenden Geschäfts- und Wohnhauses in der Regensburger Straße 26 gekracht. Auch der Eingangsbereich beim Laden nebenan wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.

Auch ein Transporter und drei Laternen wurden beschädigt

Des Weiteren waren nach Auskunft von Florian Beck, Vize-Polizeichef in Burglengenfeld, ein Transporter und drei Laternen beschädigt worden. Nach erster Inaugenscheinnahme des Unfallortes in der Unfallnacht war die Polizei von überhöhter Geschwindigkeit ausgegangen. Eine Alkoholisierung war bei dem jungen Fahrzeuglenker nicht festgestellt worden.

Am Freitagnachmittag hat sich nun ein Sachverständiger der Allianz Versicherung angekündigt, der den entstandenen Schaden am Gebäude begutachten und bewerten soll, wie Reinhard Breitschaft, Leiter der Seifert-Filiale, auf Nachfrage mitteilte. Trotz der erheblichen Beschädigungen wurde der Geschäftsbetrieb bei Hörgeräte Seifert weitergeführt, wenn auch mit Einschränkungen.

Kunden von Hörgeräte Seifert dürfen den Laden nicht betreten und werden an der Türschwelle bedient

Den Kunden sei es derzeit aus Sicherheitsgründen nicht gestattet, den Laden zu betreten. Das habe die Geschäftsführung so entschieden, nachdem eine tragende Säule im Eingangsbereich stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, wie Filialleiter Breitschaft betont. Ein entsprechender Hinweis ist deutlich sichtbar vor dem Geschäftseingang aufgestellt worden. Beratungsgespräche oder Hörtesttermine könnten deshalb derzeit nicht durchgeführt werden. Die Kundenabwicklung finde bis auf Weiteres an der Türschwelle zum Laden statt.

Nebenan beim Reformhaus ging am Tag nach dem Unfall der Ladenbetrieb wie gewohnt weiter. Im Zugangsbereich zum Geschäft ist immer noch deutlich ein beschädigter Türrahmen sichtbar. Die untere Glasscheibe der Eingangstür hat viele Risse. Geschäftsinhaberin Manuela Rötzer teilte mit, dass wohl nächste Woche auch dort ein Sachverständiger eine Schadensanalyse vornehmen werde.

Unfallverursacher wurde aus der Klinik entlassen – Er soll jetzt verhört werden

Inzwischen konnte der Unfallverursacher nach einem viertägigen Klinikaufenthalt wegen eines Schienbeinbruchs das Krankenhaus wieder verlassen. In den kommenden Tagen soll der 19-Jährige nun zum Unfallgeschehen vernommen werden. Eine Alkoholisierung konnte die Polizei bereits ausschließen.

Nach einer technischen Untersuchung des Unfallfahrzeuges scheidet nun wohl auch eine überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache aus, wie der sachbearbeitende Polizeibeamte auf Nachfrage mitteilte. Mit Aktivierung des Crash-Sensors und Auslösen des Airbags sei der Tacho bei einer Anzeige von 60 km/h stehengeblieben. Das sei bei neuen Fahrzeugen so üblich, außer es liege ein technischer Defekt am Fahrzeug vor, so der Sachbearbeiter.