Der THW-Ortsverband Roding ist für den Katastrophenfall gewappnet

Von Oliver Hausladen · 4. April 2024 um 19:00

Im Katastrophenfall ist es wichtig, die essenzielle Infrastruktur aufrechtzuerhalten – dafür sorgt in Deutschland unter anderem das Technische Hilfswerk (THW). Es bringe aber nichts, nur entsprechende Geräte vorzuhalten, „es braucht auch die Leute, die sie bedienen können“, sagt der Rodinger THW-Ortsbeauftragte Johann Käsbauer.

Deshalb werde fleißig geübt und spezialisiert, „damit wir gewappnet sind, falls etwa ein Blackout oder ein Hochwasserereignis passiert“, berichtet er.

Rund 50 erwachsene Mitglieder hat der Ortsverband, etwa 35 davon sind im aktiven Einsatz. „Wir ernten jetzt auch ein wenig die Früchte unserer intensiven Jugendarbeit“, berichtet der Ortsbeauftragte. 25 Jugendliche in zwei Gruppen sind auch momentan beim Rodinger THW bei der Sache. Dass es in Sachen Mitglieder derzeit nicht schlecht laufe, zeige sich auch daran, dass am Samstag bei der Einsatzbefähigungsprüfung in Roding gleich sieben Mitglieder des Ortsverbandes mit dabei sind, normalerweise sind es drei bis vier.

„Guter Zusammenhalt“

Ein Grund dafür sei auch der gute Zusammenhalt, der bei den Rodingern THW-Mitgliedern herrsche, ist sich der Ortsbeauftragte sicher. Die Mitglieder sind zwischen zehn und 62 Jahre alt und kommen aus den Bereichen Roding und Waldmünchen.

Trotzdem würde sich der Ortsverband über Neuzugänge immer freuen, betont Käsbauer. Voraussetzungen gibt es keine, erläutert er, jeder im Alter ab zehn Jahren dürfe sich gerne melden. „Wir sind über jeden froh und haben auch ganz unterschiedliche Bereiche, wo die Mitglieder zum Einsatz kommen können, etwa auch bei der Planung oder in der Küche“, informiert er. Kosten entstünden keine, auch die Einsatzkleidung werde gestellt.

Geübt wird bei den Erwachsenen alle drei Wochen, bei den Jugendlichen 14-tägig. Es gibt dabei verschiedene Übungen für die unterschiedlichen Spezialisierungen. Auch der Umgang mit den Fahrzeugen, acht davon hat der Ortsverband in seinen Räumlichkeiten am Pfarrheideweg stehen, und der speziellen Ausrüstung stehe dabei im Fokus.

Neubau schon zu klein

Fahrzeuge und Ausrüstung seien in einem sehr guten Zustand, sind sich Käsbauer und die anderen Mitglieder der Führungsebene einig, jedoch ist der Neubau im Industriegebiet nahe des Bahnhofs, der erst 1996 bezogen wurde, schon wieder zu klein. Grund sei eine Umstrukturierung im THW 2019 gewesen, wodurch eine andere Fachgruppe nach Roding gekommen sei, für die viel Ausstattung benötigt werde. Ansonsten sei die Unterkunft mit Fahrzeughalle, Büro-, Jugend- und Besprechungsräumen, Umkleiden, Küche und Lagerräumen sehr gut, auch vom Standort her, sagt Käsbauer.

Auf eine Erweiterung wird der Ortsverband aber noch eine Weile warten müssen: Erst ab 2026 könne ein entsprechender Antrag gestellt werden, „und dann werden wir wahrscheinlich auch nicht gleich an der Reihe sein, weil viele Ortsverbände in ganz Deutschland das gleiche Problem haben“, weiß Käsbauer.

Unterstützung bei speziellen Einsätzen

Einsätze gäbe es etwa 15 im Jahr, die meisten davon für die Fachberater, die bei speziellen Einsätzen hinzugezogen werden, etwa bei Gebäudeeinstürzen oder Zugunglücken. Außerdem stellt der Ortsverband unter anderem die Beleuchtung und die Zelte an den Landesgrenzen in Furth im Wald und Waldmünchen, falls diese wegen vieler Flüchtlinge benötigt werden.

Das THW sei ansonsten nur bei größeren Geschichten gefordert, auch weil es in der Region ein sehr gut funktionierendes Feuerwehrwesen gibt, sagt Käsbauer. Das sei auch sehr gut so, „aber es ist wichtig, bereit zu sein, falls etwas passiert“, unterstreicht er. Dies zahle sich auch aus, wenn außerhalb der Region Hilfe gebraucht werde, etwa bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal, wo auch Rodinger THW-Mitglieder einige Wochen im Einsatz waren. Aufgabe sei auch in diesem Fall gewesen, die Infrastruktur wiederherzustellen.

Das THW und seine Ortsverbände

Zivil- und Katastrophenschutz: Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist die deutsche Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes mit ehrenamtlichen Helfern und hauptamtlichen Mitarbeitern im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern und für Heimat.

Sitz in Bonn: Die Bundesanstalt hat ihren Sitz in Bonn-Lengsdorf.

Im Jahr 1950 gegründet: Das THW wurde am 22. August 1950 gegründet.

86000 ehrenamtliche Helfer: Es gibt derzeit rund 86000 ehrenamtliche Helfer und 2100 hauptamtliche Mitarbeiter.

668 Ortsverbände: Das Konzept des THW sieht für jeden Landkreis und für jede kreisfreie Stadt mindestens einen Ortsverband vor, deutschlandweit gibt es derzeit 668.

Erst- und Zusatzfunktionen der Helfer: Helfer haben in Ortsverbänden in aller Regel eine fest vorgesehene Erstfunktion, für welche sie ausbildet werden. Abhängig von der Erstfunktion können weitere Zusatzfunktionen übernommen werden.

Der im Jahr 2016 bezogeneNeubau am Pfarrheideweg ist schon wieder zu klein. Foto: Johann Käsbauer