Als der Bad Abbacher Tunnel zur Baustellenbesichtigung freigegeben wurde

Von Mittelbayerische Zeitung · 31. März 2024 um 05:00

Neben den Bauarbeiten am Tunnel bei Bad Abbach und der Forderung, den Landkreis Kelheim zur gentechnikfreien Zone zu erklären, beschäftigte auch ein großer Flächenbrand in Hienheim die MZ-Redakteure vor Jahrzehnten.

• Vor 20 Jahren: Der Landkreis Kelheim wurde nicht zur gentechnikfreien Zone erklärt. Bei der Kreistagssitzung lehnte es die Mehrheit ab, einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen nochmals zu diskutieren. Landwirte sollten aufgefordert werden, auf den Anbau von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut zu verzichten. Landrat Faltermeier erklärte, für die Ausweisung gentechnikfreier Zonen sei der Landkreis nicht zuständig.

• Vor 30 Jahren: 308 Meter weit hatten die Bauarbeiter den Tunnel bei Bad Abbach schon durch den Berg getrieben. Nun bestand wieder einmal – nur für Männer – die Gelegenheit, sich zu informieren. „Um die Bevölkerung mit dem Tunnel vertraut zu machen“, erklärte Bürgermeister Jakob Will den Anlass für diesen Spaziergang unter Tage. Auf Mitte/Ende Mai terminierte Bauleiter Hans Gaulhofer den Durchstich. Sah man Licht vom anderen Ende des Tunnels, dann wollte Bürgermeister Jakob Will auch die Abbacher Frauen zum Spaziergang durch die Röhre einladen.

• Vor 45 Jahren: Die Nachricht von Dammbruch am Main-Donau-Kanal bei Nürnberg-Katzwang hatte auch in Kelheim Beunruhigung ausgelöst. Die Frage, ob so etwas auch im hiesigen Bereich passieren könnte, wurde überall diskutiert. Unruhig waren die Bewohner vor allem deshalb, weil sie sich noch deutlich der Worte Dr. Weigands von der RMD AG erinnerten. Auf die in Kelheim gestellte Frage, ob sich ein Geschehen wie am Elbe-Seitenkanal auch beim Bau des RMD-Kanals wiederholen könnte, hatte dieser gesagt, dass ein derartiger Unfall beim Bau des RMD-Kanals unmöglich war, weil man hier ganz anders baute. Nun war also – trotz aller Sicherheitsvorkehrungen und Beruhigung – ein solcher Fall in weit schlimmerer Form eingetreten. Beim Landratsamt wurden alle diesbezüglichen Anfragen „beruhigend“ beantwortet. Landrat Kreitmeyr legte Wert darauf, dass den Fragestellern erklärt wurde, dass es sich im Kelheimer Bereich um eine sogenannte Talfüllung handelte, bei der der Wasserspiegel nicht über dem Gelände stand.

• Vor 50 Jahren: 15 Tagewerk gemeindlichen Wiesengrundes brannten in Hienheim ab, als ein unbekannter Mann eine Hecke anzündete. Er hatte sich vermutlich, als er das Feuer nicht mehr unter Kontrolle halten konnte, „aus dem Staub“ gemacht. Entdeckt wurde der Flächenbrand von drei Männern der Feuerwehr Hienheim, die zufällig in der Nähe der Brandstelle an der Wasserversorgung Arbeiten zu verrichten hatten. Sie eilten sofort zum Brandherd und versuchten, mit Schaufeln den Brand zu löschen. Doch mehr, als ihn „in Schach“ zu halten, vermochten sie nicht. Dabei hatten sie noch mit dem Wind zu kämpfen, der die Flammen durch das dürre Gras schnell vorwärts trieb.