Lastenräder sind gefragt

Regensburg. „Ich bin tatsächlich überrascht“, sagt MdB Stefan Schmidt zu der großen Nachfrage. Dass allein bei der Firma Feine Räder in Regensburg 60 Förderanträge bearbeitet wurden, erstaunt den Grünen-Politiker im positiven Sinne. Konkret geht es um das Bundes-Förderprogramm „mobil gewinnt“, bei dem kleine und mittlere Unternehmen eine staatliche Förderung von bis zu 60Prozent erhalten können, wenn sie sich der klimafreundlichen Mobilität verschreiben.
Auch der Kauf von Lastenrädern, E-Bikes und Fahrrädern ohne Motor fällt darunter, und davon wurde in der Domstadt rege Gebrauch gemacht. Dies erfuhr Schmidt von Annette Schwabenhaus, Assistentin der Geschäftsführung von Feine Räder. Auf diesem Gebiet spezialisiert, berichtete sie von Antragstellern quer durch die Branchen.
Zunehmend seien auch Handwerker dabei, die sich ein Lastenrad zunutze machen. „Sie können damit bis vor die Haustür fahren und kassieren dafür kein Knöllchen“, argumentiert Schwabenhaus. Auch könne man im Stadtgebiet mit dem Lastenrad mehrere Baustellen anfahren, ohne ein Parkplatzproblem zu haben. Häufig würden für Serviceleistungen nur kleinere Teile benötigt, so dass nicht unbedingt ein großes Fahrzeug vonnöten sei.
Sogar ein Mintrachinger Arzt habe erfolgreich Fördergelder beantragt und sein E-Fahrrad „mit allem ausgerüstet, was er braucht“, berichtet Schwabenhaus. Insgesamt konnten pro Antrag Beschaffungen im Netto-Wert von 60 000 Euro gefördert werden. Wie Schwabenhaus sagt, waren neben Lastenrädern und E-Rädern auch Förderungen für betriebliche Fahrräder ohne E-Motor sowie für die Lade-Infrastruktur von Interesse. Dass es letztlich 60 Unternehmen aus dem Raum Regensburg waren, die sich im Zusammenhang mit dem Förderantrag ein Angebot eingeholt haben, habe bei der Firma Feine Räder die Erwartungen deutlich übertroffen.
Unter dem Strich gehe es darum, den CO2-Abdruck zu verbessern. Schmidt: „Die Betriebe wissen am besten, welche Stellschrauben sie drehen können.“ So auch Thomas Eckert von der Dömges Architekten AG: „Wir wollen uns ein Lastenfahrrad für die unmittelbaren Besorgungen in der Stadt beschaffen.“ Zwar warte man noch auf die Antragsbewilligung, der Platz für das Lastenrad sei jedoch schon reserviert. So soll es sich zu jenen E-Bikes gesellen, die die Doemges-Mitarbeiter schon fleißig nutzen. Generell verfolge das Unternehmen eine konsequente Linie hin zu nachhaltiger Mobilität: Mitarbeiterplätze für Autos gebe es nur für Frauen aus dem weiteren Einzugsgebiet. Damit habe man deutlich mehr Fahrradstellplätze geschaffen.
Der Wermutstropfen beim Bundes-Förderprogramm: Ende März läuft die Antragsfrist aus. Einzureichen waren die Förderunterlagen beim Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM), das als Bewilligungsbehörde fungiert.