UPW gegen Zentrum für Flüchtlinge

Von Mittelbayerische Zeitung · 24. März 2024 um 16:49

Neumarkt. Die UPW lehnt in einer Stellungnahme das Ankerzentrum in Neumarkt ab. „Wir brauchen hier in Stadt und Landkreis ganz sensible Antennen“, hieß es bei der Diskussion in der UPW-Stadtratsfraktion über das geplante Flüchtlings-Ankerzentrum am alten Pfleiderergelände. Das schreiben die Freien Wähler in der Pressemitteilung.

Eine erneute Zuweisung von weiteren Asylsuchenden überschreite nicht nur die Kapazitätsgrenze des südlichen Stadtgebietes, sondern inzwischen auch die Akzeptanzgrenze großer Teile der Bevölkerung. „Schutzsuchenden Hilfe zu gewährleisten, sei grundsätzlich selbstverständlich, jedoch müsse dies klug und sozial verträglich gestaltet werden.“

Auf dem Areal in der Ingolstädter Straße seien auf den Nummern 49 und 51 bereits Notunterkünfte mit jeweils 150 Belegungsplätzen vorhanden. Nun plane die Regierung der Oberpfalz, das Angebot eines Investors anzunehmen, die Liegenschaft auszubauen und dort einen Ableger des Regensburger Ankerzentrums zu installieren, schreiben die Freien Wähler. „Seit Bekanntwerden der Pläne gebe es große Unsicherheit in der Neumarkter Gesellschaft.“

Man spreche hier von etwa 200 Menschen, die dann auf dem Areal unter Verwaltung der Regierung untergebracht würden, zusätzlich zu den dort bereits lebenden Bevölkerungsgruppen. „Zusammen mit den drei Notunterkünften in Landkreisverwaltung in der Ingolstädter Straße sowie in Pölling habe alleine Neumarkt bereits weit über 1000 Menschen aufgenommen.“ Gerade der Stadtsüden sei schon jetzt durch mehrere Unterkünfte für Flüchtlinge und Obdachlose an der Grenze der Belastbarkeit.

„Durch mehrere hundert junge, asylsuchende Männer, die ohne Arbeit und Aussicht auf Bleiberecht in der Bundesrepublik dort angesiedelt werden sollen, befürchten wir nicht nur eine Verschärfung der Sicherheitslage, sondern sagen diese sogar voraus“, wird UPW-Stadtrat Werner Mümmler zitiert.

Stadträtin und Integrationsbeauftragte Rita Großhauser gibt zu bedenken, dass Neumarkt für eine so große Anzahl an Geflüchteten auch nicht die nötige Infrastruktur (Kita-Plätze, Sprachkurse, Gesundheitsversorgung) biete. Eine Integration sei damit kaum möglich. Auch aus menschlicher Sicht sei die enge Unterbringung in Stockbetten unzumutbar.

Die Freien Wähler nehmen deshalb den OB in die Pflicht. Seine Aufgabe sei es, „gerade bei sicherheitsrelevanten Themen nicht klein beizugeben und Lösungen zu präsentieren“, sagt Mümmler.