Nachhaltigkeit: Mehr als nur Umweltthemen

Von Mittelbayerische Zeitung · 18. März 2024 um 17:35

Neumarkt. Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und UPW im Neumarkter Stadtrat plädieren in ihrem gemeinsamen Antrag für die Einführung eines Nachhaltigkeitsbeirats. Wie die Neumarkter Grünen mitteilen, soll dabei die Koordinierung im Amt für Nachhaltigkeit angesiedelt sein. Dort existiere bereits die notwendige Fachkompetenz mit guter Vernetzung zu den Bürgerinnen und Bürgern sowie in die gesamte Region. Gleichzeitig fungiere das Amt als Schnittstelle zu den Strukturen der Stadtverwaltung und den politischen Gremien, so die Pressemitteilung der Grünen-Fraktion.

Der Beirat soll mit Menschen besetzt werden, die wissenschaftliche Expertise oder eine ähnliche fachliche Qualifikation aufweisen. Diese Besetzung ermögliche es, den Stadtrat und die Öffentlichkeit zielführend und fundiert zum komplexen Querschnittsthema Nachhaltigkeit zu beraten. Als Bindeglied zwischen Zivilgesellschaft und Stadtrat soll der Beirat den Fortschritt von Nachhaltigkeitszielen – unter anderem aus der Neumarkter Nachhaltigkeitsstrategie – beurteilen. Mit eigenen Initiativen könne die Diskussion in der Gesellschaft angestoßen und unterstützt werden.

„Wir alle stehen aktuell vor vielen Herausforderungen und durchleben gewollt oder ungewollt viele Veränderungen“, heißt es in der Mitteilung. Klimawandel, Demokratiefeindlichkeit oder die zunehmende Öffnung der sozialen Schere zwischen Arm und Reich seien nur einige, aber miteinander verwobene Aspekte. Sie verdeutlichten, wie notwendig die ganzheitliche Betrachtung im Sinne der Nachhaltigkeit sei, so die Grünen.

Nur der nachhaltige Blick auf die Dinge vereine soziale, ökologische, ökonomische und seit neuestem auch kulturelle Aspekte in seiner Gesamtheit. „Der Antrag von CSU, FDP und SPD, fordert lediglich die Einrichtung eines Umweltbeirats“, heißt es weiter. Eine enge Koordinierung und Verknüpfung mit der Verwaltung sei nicht vorgesehen. Die Verengung einzig auf Umweltthemen sowie eine fehlende oder nur optionale wissenschaftliche Mitwirkung werde den umfassenden Anforderungen der Nachhaltigkeit keinesfalls gerecht, kritisiert die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen.