Die Abensberger haben einen besonderen Draht zur „Perle im Epirus“

Von Daniel Steffen · 18. März 2024 um 05:00

Über 1300 Flug-Kilometer hinweg halten die Abensberger die Städtepartnerschaft mit Parga im Nordwesten Griechenlands wacker aufrecht – seit mittlerweile fast 40 Jahren.

Sonne, Sonne, Sonne und Temperaturen bis zu 20 Grad. Wettertechnisch hat Parga derzeit Abensberg so einiges voraus. Malerische Buchten, ein Traum-Ausblick aufs Meer mit vorgelagerter Insel und jede Menge gastronomische Leckerbissen erwarten die Besucher in Parga. Die pittoreske Küstenstadt liegt im Nordwesten Griechenlands in der Region Epirus und ist in überschaubarer Entfernung zu der berühmten Insel Korfu. Unter deutschen Touristen noch relativ unbekannt, gilt Parga als einer der schönsten Küstenorte Griechenlands.

In Abensberg war man bereits früh auf den Geschmack gekommen, als das Ehepaar Hans und Elfriede Löwinger erfolgreich eine Städtepartnerstadt einfädelte. Seit den 1960er-Jahren machte die Familie in Parga Urlaub und gab in Abensberg den Anstoß dafür, dauerhaft eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen. Am 7. November 1985 schließlich segnete der Abensberger Stadtrat das Vorhaben ab und seitdem hält das Band der Städtepartnerschaft über die große Entfernung hinweg.

Die VHS eingebunden

Maßgeblich verantwortlich dafür, dass die Städtepartnerschaft mit noch mehr Leben gefüllt wurde, ist Peter Hübl. Der ehrenamtliche Referent für Städtepartnerschaften verlieh dem Band der Freundschaft einen offizielleren Charakter, in dem er die Parga-Reisen gemeinsam mit der Volkshochschule organisiert. Dies klappt seit mehreren Jahren hervorragend – und aus dem zweijährlichen Turnus ist nun ein jährlicher geworden. „Die Nachfrage ist groß“, erklärt Hübl, der schon einige „Wiederholungstäter“ unter den Reisenden ausmachen konnte.

Terminiert ist die Reise für dieses Jahr auf den Zeitraum vom 5. bis zum 12. Oktober. Auch wenn sie über die VHS erst im April oder Mai eingestellt wird, gebe es schon jetzt rund zehn Interessenten, die auf jeden Fall dabei sein möchten. Am Programm wird bereits fleißig gefeilt. Das antike Theater von Dodoni, die Stadt Ioannina am malerischen Pamvotida-See und optional auch eine Fahrt zu den türkisblauen Stränden von Paxos und Antipaxos sind einige der Höhepunkte, die die Abensberger erwarten werden.

Mit dem Auto 2000 Kilometer unterwegs

Freilich ist Parga ein Höhepunkt für sich. Als „traumhaft schön“ bezeichnet Hübl das Städtchen, dessen„multikulturelle Geschichte“ ihn ebenso begeistert wie „die wunderschöne Lage am Hang“. Er fühlt sich in seinen Eindrücken bestätigt: „Dass einige jetzt zum dritten oder vierten Mal mitfahren wollen, sagt etwas über die Qualität der Reise aus.“

Ein lebendiger Austausch wie im Falle von Lonigo (Italien) und Saint-Gilles (Frankreich) ist aufgrund der Entfernung nicht ohne Weiteres möglich. Hier genießen die beiden anderen Partnerstädte einen Vorzug, da sie doch um einiges näher liegen. Während sich die Flug-Kilometer auf rund 1300 belaufen, legt man mit dem Auto fast 2000 Kilometer zurück, um von Abensberg aus Parga zu erreichen.

Liebe kennt keine Distanz

Aber: Wo die Liebe hinfällt, ist die Entfernung egal. So sieht dies zum Beispiel zweiter Bürgermeister Heinz Kroiss, der sich im Mai zum sechsten Mal auf den Weg nach Parga macht. Gemeinsam mit seinem Segler-Freund und Stadtrat Hans Zirngibl wird er das Städtchen erneut von der Seeseite aus besuchen. „Parga hat eine wunderschöne Bucht, die landschaftlich sehr reizvoll ist“, sagt er. Freilich freue er sich ebenso auf das Wiedersehen mit den Bekanntschaften, die die Abensberger vor Ort geschlossen haben.

Des Öfteren sind Zirngibl und Kroiss auch von Korfu nach Parga „rübergeschippert“. Vor 21 Jahren gab es sogar einen offiziellen Stadtrat-Besuch, an dem die Mehrheit des Gremiums teilgenommen hatte. Symbolik verleihen der besonderen Beziehung die Abensbergstraße (Odos Abensberg) in Parga sowie der „Pargasteg“ am Fluss Abens.

Blauer Himmel, blaues Meer - was will man mehr? Parga hat viele Fans. Foto: Steffen
Zentral in Parga gelegen: Die „Odos Abensberg“ Foto: Hübl
Der romantische Krioneri-Strand lädt zum Verweilen und zum Baden ein. Foto: Daniel Steffen