Trotz Bedenken einstimmiger Beschluss: Pfandringe werden auf Probe angeschafft

Trotz einiger Bedenken bei Gremiumsmitgliedern hat der Bauausschuss der Stadt Roding in seiner Sitzung am Donnerstag letztlich einstimmig beschlossen, zehn Pfandringe für Abfalleimer anzuschaffen, in denen Passanten ihre Pfandflaschen stecken können, um Bedürftigen die Möglichkeit zu geben, diese einfach mitzunehmen.
„Wir schauen uns einfach mal an, wie das Ganze läuft“, erläuterte Bürgermeisterin Alexandra Riedl.
Idee aus dem Jugendrat
Die Idee, Pfandringe in Roding anzuschaffen, kam aus dem Jugendrat. Es handelt sich dabei um Vorrichtungen mit runden Öffnungen für Pfandflaschen, die um Abfalleimer befestigt werden. So können Passanten, die ihre Pfandflaschen loswerden wollen, diese darin abstellen, anstatt sie in den Müll zu werden. Bedürftige, welche die Pfandflaschen sammeln wollen, müssen so nicht mehr in den Mülleimern wühlen.
Die Kosten für die Pfandringe seien unter anderem abhängig von Material, Ausführung und Qualität, hatte Geschäftsleiter Josef Kaml in der Beschlussvorlage erläutert. Die Stadt Fürth beispielsweise habe zuletzt für 30 Pfandringe 4900 Euro im Haushalt eingeplant, das entspricht etwa 160 Euro pro Exemplar.
Die Stadt Nittenau sei einen anderen Weg gegangen: Sie habe in Zusammenarbeit mit einer regionalen Firma die Pfandringe herstellen lassen: Von der Planung bis zur Umsetzung waren die Auszubildenden des Unternehmens ZMT aus Bruck für dieses Projekt verantwortlich.
An gut frequentierten Orten anbringen
Ihr erstes Modell sei in der Nittenauer Stadtverwaltung und dem dortigen Jugendparlament so gut angekommen, dass es direkt in die Fertigung ging. 50 Pfandringe wurden von Unternehmen gesponsert, mittlerweile haben sie Mitarbeiter des Bauhofs im ganzen Stadtgebiet von Nittenau montiert, informierte Kaml.
Die Rodinger Stadtverwaltung schlug vor, dass zunächst an stark frequentierten Orten im Stadtgebiet wie am Esper, an Bushaltestellen oder in der Innenstadt in kleiner Stückzahl Pfandringe angebracht werden.
Dann könne geprüft werden, ob und wie diese angenommen würden. Diese Möglichkeit zu schaffen und dann zu schauen, ob sie auch genutzt werde, war auch der Vorschlag von Bürgermeisterin Riedl.
Rainer Schwarzfischer sah das etwas anders. „Das verschandelt mehr, als das es was bringt“, sagte er.
„Einfach ausprobieren“
Auch Richard Kerscher hatte eine ähnliche Meinung. In die Pfandringe werde alles Mögliche hineingeworfen, was alles andere als ein schönes Bild abgebe, habe er in anderen Städten gesehen. Sinnvoller sei es seiner Meinung nach, zusätzliche Abfalleimer in viel frequentierten Bereichen aufzustellen.
Renate Hecht und Ulrich Kraus dagegen sprachen sich dafür aus, es „einfach mal auszuprobieren.“ Am Besten an einem Ort, der gut einsehbar sei, meinte Kraus, um schnell einschreiten zu können, wenn es schief laufe. Letztlich einigten sich die Gremiumsmitglieder darauf, dass zunächst einmal zehn Pfandringe angeschafft werden, 1500 Euro werden dafür im Haushalt der Stadt bereitgestellt.
Alexandra Riedl kann sich auch gut vorstellen, dass die Pfandringe wie beim Beispiel in Nittenau von einer heimischen Firma gefertigt werden, vielleicht auch im Rahmen eines Auszubildenden-Projekts. Dies würde die Kosten für die Stadt minimieren.
Einvernehmen für Bauanträge
Keine Gegenstimmen: Vier Bauanträgen haben die Mitglieder des Bauausschusses der Stadt Roding in ihrer Sitzung am Donnerstag das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Gegenstimmen gab es dabei keine.
Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung: In der Pater-Weissinger-Straße 10 in Roding ist der Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und Doppelgaragen geplant.
Anbau in Oberdorf: Eine zweite Wohneinheit wird an das bestehende Wohnhaus in der Raiffeisenstraße 50 im Ortsteil Oberdorf angebaut, zudem erfolgen eine Teilaufstockung der Garage und die Errichtung eines Carports.
Neue Produktions- und Lagerhalle: Eine Lager- und Produktionshalle wird in der Michelsneukirchener Straße in Roding neu errichtet. Es sei immer eine gute Nachricht, wenn Firmen sich vergrößern, freute sich Bürgermeisterin Alexandra Riedl.
Neubau eines Kälberstalls in Braunried:Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Ortsteil Braunried wird ein neuer Kälberstall mit Mistlager entstehen. Nachbarliche Belange werden durch dieses Vorhaben nicht berührt.