„Die Leute sollen sehen: Da wird was gemacht!“ Polizei bietet nun regelmäßig Infostände an

Ein Pavillon, ein paar Tische, viele Flyer und jede Menge Gesprächsbedarf: Die Polizei hat einen Infostand im Fürst-Anselm-Park aufgebaut, um zu sehen, wo den Bürgern der Schuh drückt.
Die ältere Dame rührt bedächtig in ihrem Cappuccino, während ihr Kriminalpolizist Siegfried Ebneth erzählt, wie sie ihr Haus möglichst einbruchssicher macht. Immer wieder hakt sie nach, will auch wissen, wie es eigentlich beim Diebstahlschutz von Autos aussieht. Der Beamte nickt. „Ja, gerade die neuen Keyless-Go-Systeme machen es Einbrechern schwer.“
Menschen bedanken sich bei Regensburger Polizei
Die Themenvielfalt sei groß, sagt Kriminalpolizist Ludwig Gradl, der gestern ebenfalls am Infostand mit Passanten sprach. „Vier oder fünf Leute sind auch gekommen, um sich bei der Polizei zu bedanken. Das hat uns natürlich sehr gefreut.“ Eine Gruppe junger Männer kommt vorbei. „Gibt’s hier was umsonst“, will einer von ihnen wissen. Gradl deutet auf den Flyerstand. Die Männer nehmen sich eine Broschüre zum Thema Schockanrufe. „Prävention ist wichtig, damit Verbrechen überhaupt gar nicht erst passieren“, betont Gradl. Es sei insbesondere wichtig, mit Schülern und älteren Menschen ins Gespräch zu kommen, um sie für kriminelle Machenschaften zu sensibilisieren.
Ein Mann spricht Gradl an. „Die Parkbänke kommen wohl nicht mehr, oder?“ Der Kriminalpolizist schüttelt den Kopf: „Doch, aber dann werden sie festgeschraubt.“ Der Mann findet das gut. Die Situation am Bahnhof beschäftige viele Passanten, sagt Gradl. Der Begriff „Angstraum“ schwirre durch die Luft. „Viele wollen wissen, was die Polizei macht, damit das wieder besser wird.“ Ein Standbein dafür seien die Stände, die künftig alle zwei Wochen aufgebaut werden. „Die Leute sollen sehen: Da wird etwas gemacht!“ Mithilfe der Präsenz durch die Stände soll wieder Normalität in den Parkanlagen um den Bahnhof einkehren. „Der Bereich soll von allen Bürgern genutzt werden.“
Eine Fingerabdruck-Expertin aus der Ukraine
Eine junge Familie kommt an den Stand. Die Frau spricht Gradl in gebrochenem Deutsch an. Sie will wissen, wo sie sich bei der Polizei bewerben kann. Der Beamte schreibt ihr eine Nummer auf einen Zettel. Die Frau verabschiedet sich lachend. „Sie war aus der Ukraine“, sagt Gradl, während die Familie Richtung Bahnhof spaziert. Sie sei Daktyloskopin, also eine Expertin für Fingerabdrücke. „Wenn wir den Stand nicht gemacht hätten, wäre sie uns wahrscheinlich nie begegnet“, sagt Gradl und muss grinsen.