Festspielbühne Neunburg bot Kennenlerntag an – Neue Mimen sind gefragt

Am Samstag, 6. Juli, steht die Premiere des Festspiels „Vom Hussenkrieg“ bereits fest im Jahresprogramm der Pfalzgrafenstadt. Deswegen betrieb das Ensemble mit einem Schnuppertag wieder aktiv Werbung für den Nachwuchs. Dabei gab es viel zu sehen und zu erleben.
Den Schwerpunkt bildeten in der Vergangenheit Führungen durch die Räume im ehemaligen Landratsamt, die vom Festspiel für die Maske, die Kostüme, die Requisiten oder als „Waffenkammer“ genutzt werden. Dabei bestand natürlich immer die Möglichkeit, das eine oder andere aus- und anzuprobieren.
Die Laien durften sich auch im Spiel versuchen
Seit der Neuinszenierung im Vorjahr nutzt der Festspielverein nun zusätzlich die theaterpädagogische Ausbildung von Regisseurin Karin Michl und ihrer Assistentin Verena Hergl. Sie veranstalteten für die potenziellen Neulinge einen kleinen Workshop, um ihre darstellerischen Talente testen zu können. Er begann mit einer sogenannten Standbild-Aktion. Das Ziel dabei ist, Beziehungen von Personen sowie Haltungen, Einstellungen und Gefühle ohne Worte zu verbildlichen. Eine Aufgabe war dabei, Märchenszenen nachzustellen, die die anderen erraten sollten. Darstellerisch ging es auch darum, sich auf nur fiktiv vorhandenen Untergründen zu bewegen, von Matsch bis Kopfsteinpflaster. Im weiteren galt es, eine Kurzszene ohne Textvorgabe im Team zu erarbeiten und vorzutragen. Thema war, dass ein Ehepaar einen Marktbesuch unterschiedlich nutzen wollte. Während sie Stoff kaufen wollte, gönnte er sich einen Krug Wein. Für beides reichte das Budget aber nicht. Es war interessant zu sehen, wie der Konflikt unterschiedlich gelöst wurde. Dafür gab es auch Beifall von den Stammdarstellern.
Die Fechtgruppe sieht ihre Aufgabenstellung nicht nur in der Dynamisierung der Kampfszenen, sondern beschäftigt sich auch intensiv mit der mittelalterlichen Waffentechnik. Daher vermittelten die Akteure den Neugierigen Einblicke in Details, etwa an den Rüstungen. Letztere werden immer mehr den historischen Vorbildern angepasst. Fechtszenen gestalteten das Ganze natürlich zusätzlich attraktiv.
Profi-Darstellerin machte mit
Über den Auftritt bei Facebook fand mit Franziska Huber diesmal auch ein echter Profi den Weg nach Neunburg. Sie hat in den USA Schauspiel studiert und unter anderem in New York und Los Angeles gespielt. Nach 15 Jahren kehrte sie zurück und verkörpert aktuell die Kathi in „Nix für unguat“ an der Regensburger Bauernbühne auf der Hubertushöhe. „Mir hat es super gefallen, mit welchem Elan die Leute hier ehrenamtlich beim Festspiel dabei sind“, sagte sie zur Mittelbayerischen. Eine Rolle zu übernehmen könnte sie sich durchaus vorstellen, soweit sich dies mit eigenen Terminen vereinbaren ließe. Für das Ensemble beginnt die Probenarbeit am 3.Mai und dauert bis zur Premiere am 6.Juli.
Vorsitzender Manuel Winkler war zufrieden mit dem Besuch beim Schnuppertag. Es würden aber gern zu jeder Zeit Interessenten in die Arbeit eingeführt. Schon jetzt kündige sich die eine oder andere Umbesetzung an. Vor allem Ritter, Stadträte, Hussiten, Bogenschützen, Nabburger, Trommler und Musikanten seien gefragt. Für die aktuelle Saison sei noch kein großer Umbruch im Spiel geplant, vielmehr sollen positive Kritiken und Anregungen aus den Reihen der Zuschauer eingearbeitet werden. Dazu gehöre etwa, die Zeitsprünge noch deutlicher herauszuarbeiten. Kurz vor dem Probenbeginn soll der neue Schirmherr vorgestellt werden.

