Roman Gerl predigt im TV: Gottesdienst wird live aus der Basilika St. Emmeram übertragen

Von Martina Groh-Schad · 8. März 2024 um 12:00

Stadtdekan Roman Gerl wird ZDF-Fernsehpfarrer, zumindest für einen Gottesdienst an diesem Sonntag. Dann überträgt das ZDF von 9:30 bis 10.15 Uhr live aus der Basilika St. Emmeram den Fernsehgottesdienst und richtet Spots und Kameras auf den katholischen Geistlichen.

Besucher des Gottesdienstes müssen schon um 9 Uhr in die Kirche kommen. „Sie werden von den Mitarbeitern des ZDF gebrieft“, erklärt Gerl. „Sie sollen nicht direkt in die Kamera schauen und winken.“

Seit der Corona-Pandemie seien die Einschaltquoten für das kirchliche TV-Format deutlich angestiegen. „Es schauen etwa 900000 Menschen zu“, sagt Gerl. Zudem bleibe der Gottesdienst fünf Jahre lang in der ZDF-Mediathek abrufbar. „Da ist man schon angespannter als sonst, wenn man weiß, dass so viele Leute zuschauen“, betont er. „Man überlegt sich genau, welche Botschaft man aussenden will.“ Involviert sind an der TV-Ausstrahlung auch zahlreiche Ehrenamtliche der Dompfarreiengemeinschaft St. Emmeram/St. Ulrich.

Predigt zum Thema Liebe

Bereits seit drei Monaten arbeitet Roman Gerl an seiner Predigt, die sich mit dem Grundgedanken „Liebe heilt alle Wunden“ beschäftigt und die ein Gottesbild, wie es Jesus Christus gezeichnet hat, in den Mittelpunkt rücken soll. „Gott ist die Liebe und Barmherzigkeit.“ In der aktuellen Zeit hätten die Menschen große Ängste. Gerl möchte mit seiner Predigt beitragen, Ängste durch Gottvertrauen zu überwinden.

Da Gerl bereits 2014 als ZDF-Fernsehpfarrer im Einsatz war, weiß er, was auf alle Beteiligten zukommt und wie umfangreich die Vorbereitungen für den Live-Gottesdienst sind. „Es darf hier nichts dem Zufall überlassen werden“, sagt er. Es sind genau 44 Minuten und 30 Sekunden, die er und sein Team am Sonntag Zeit haben werden.

Für den Ablauf gibt es ein 39 Seiten umfassendes Drehbuch, in dem die Texte und Lieder minutiös beschrieben wurden. „Ich habe Merkzettel bei der Predigt dabei“, sagt Gerl und übt, dass seine Worte frei gesprochen wirken. Ein besonderes Augenmerk richtet Gerl zudem auf die Kameras, die an verschiedenen Stellen in der Basilika aufgebaut sein werden. Dort ist seit Donnerstag ein 25-köpfiges Team vom ZDF im Einsatz, um die Licht- und Tontechnik passend zu platzieren. „Es ist wichtig, dass die Botschaft für die Zuschauer am Fernsehgerät einladend wirkt und sie aus dem Herzen kommt“, erklärt Gerl.

„Es darf nicht wie eine Show wirken, denn wenn es dem Zuschauer zuhause nicht gefällt, dann schaltet er um.“ Die Besucher der Basilika werden die Kirche ganz anders beleuchtet wie sonst vorfinden. „Es wird viel heller sein“, sagt Gerl. Für ihn und seine Ministranten, den Mesner, die pastoralen Mitarbeiter, die Lektoren und den Chor stehen bis zur Live-Übertragung gleich mehrere Proben vor Ort an. „Alle, die im Gottesdienst etwas sagen, bekommen ein Sprechtraining.“

Für den Notfall gewappnet

Auch die musikalischen Beiträge unter der Leitung von Matthias Schlier werden mehrfach geübt. Im Einsatz ist die Piu Piu Band. Bereits am Samstagabend wird der Gottesdienst einmal aufgezeichnet, um für den Notfall schon sendefähiges Material zu haben. Die Anfrage für den ZDF-Gottesdienst bekam Gerl bereits im März vor einem Jahr von der Fachstelle für katholische Hörfunk- und Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz. „Für eine Pfarreiengemeinschaft ist das ein großes Projekt, weil viele ehrenamtliche Helfer gebraucht werden, die hinter den Kulissen gebraucht werden“, erklärt er.

Allein im Telefondienst seien 20 Personen tätig. Sie sind nach dem Gottesdienst unter der Nummer 0700/14141010 für Zuschauer zum Gespräch erreichbar. Weitere Helfer sind als Kabelträger bei der Übertragung im Einsatz und unterstützen den Auf- und Abbau in der Kirche.