So groß wie ein Auto: Trümmer der ISS könnten auf Erde treffen

Von Passauer Neue Presse · 7. März 2024 um 13:13

Trümmerteile eines ausrangierten Batteriepakets der Internationalen Raumstation ISS könnten am Freitag auf die Erde niedergehen. − Foto: ---/Nasa/dpa

Ein ausrangiertes Batteriepaket der ISS fliegt drei Jahre um die Erde. Nun tritt es bald in die Atmosphäre ein. Einige Trümmer könnten die Erdoberfläche erreichen. Das klingt für viele erst mal unheimlich, doch Fachleute erklärten, dass es sich um eine geplante Aktion handelt.

Trümmerteile eines ausrangierten Batteriepakets der Internationalen Raumstation ISS könnten am Freitag auf die Erde niedergehen - Deutschland treffen sie aller Voraussicht nach aber nicht. Das teilten das für Raumfahrt zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Donnerstagvormittag übereinstimmend mit. Laut DLR könnte das Objekt nach jüngsten Berechnungen über dem Norden Nordamerikas in die Atmosphäre eintreten. Diese Einschätzung könne sich aber noch ändern. Solche Raumfahrt-Aktionen werden so berechnet, dass Trümmer möglichst in Gebieten runterkommen, wo niemand wohnt.

Schnuppen und Überschallknall in Deutschland möglich

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hält die Wahrscheinlichkeit, dass Trümmer auf Deutschland stürzen, für sehr gering. Das schrieb die Behörde am Donnerstagnachmittag in einer amtlichen Gefahreninformation, die über mehre Warn-Apps gesendet wurde. „Sollte sich das Risiko erhöhen, erhalten Sie eine neue Information“, hieß es dort. Möglich seien aber „Leuchterscheinungen oder die Wahrnehmung eines Überschallknalls“. Von der Behörde gab es zunächst keine Stellungnahme dazu.

Gefährdung Deutschlands „statistisch unwahrscheinlich“

„Erste Analysen des deutschen Weltraumlagezentrums haben ergeben, dass Teile der Batteriepakete den Wiedereintritt überstehen und die Erdoberfläche erreichen können“, teilte das DLR mit. Vor dem Wiedereintritt überfliege das Objekt mehrmals Deutschland, eine Gefährdung hierzulande werde „derzeit jedoch als statistisch unwahrscheinlich angesehen“. Das BMWK schrieb, eine Gefährdung für Deutschland sei „sehr unwahrscheinlich“.

Das BMWK teilte weiter mit: „Sollten sich wider Erwarten Hinweise auf eine Betroffenheit Deutschlands abzeichnen, so werden die bestehenden Krisenreaktionsmechanismen von Bund und Ländern genutzt, um auf eine mögliche Gefährdung entsprechend zu reagieren. Diese ist nach aktuellem Stand allerdings mehr als unwahrscheinlich. Dennoch wird das Objekt eng überwacht.“

Objekt so groß wie ein Auto

Bei dem Objekt handelt es sich den Angaben zufolge um eine Plattform mit Batteriepaketen, welche bereits am 21. März 2021 von der ISS abgetrennt wurde. Das Objekt ist in etwa so groß wie ein Auto und wiegt 2,6 Tonnen. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre dürften Teile des Objekts verglühen, doch einige könnten auch die Erdoberfläche erreichen.

Das deutsche Weltraumlagezentrum in Uedem werde die weitere Entwicklung des bevorstehenden Wiedereintritts beobachten und an verschiedene Bundesministerien, Landesministerien und Behörden berichten, schrieb das BMWK.