Sparkassen Ingolstadt-Eichstätt und Kelheim denken über Fusion nach

Die Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt ist wieder auf Brautschau – und hat sich offenbar die Kreissparkasse Kelheim auserkoren. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich am Mittwoch der Verwaltungsrat mit möglichen Fusionsplänen befassen. Dazu äußern wollte sich am Dienstag niemand.
Groß war die Aufregung, als vor zwei Jahren publik wurde, dass es Sondierungsgespräche zwischen der Sparkasse Mittelfranken-Süd und der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt gibt. Die Bankenehe zerschlug sich noch vor der Verlobung, einen neuen Anlauf schloss man damals nicht aus. Nun scheint es einen neuen zu geben – allerdings nicht mit einer Bank im Norden Bayerns. Dieses Mal scheint man die Fühler in einen anderen Regierungsbezirk ausgestreckt zu haben, genauer gesagt nach Kelheim.
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Wie die Mediengruppe Bayern erfahren hat, tagen am Mittwochvormittag die Verwaltungsräte beider Häuser zeitgleich. Sie sollen sich dabei – so heißt es in Einladungen, die unserer Zeitung vorliegen – mit der „strategischen Ausrichtung der Sparkasse“ beschäftigen. Auf der einen Seite in Ingolstadt-Eichstätt, auf der anderen in Kelheim. Damit liegt auf der Hand, was niemand offiziell sagen will: Die beiden Kreditinstitute sollen miteinander in die Zukunft gehen. Für den Landkreis Eichstätt, der als einer der drei beteiligten Kommunen Anteile an der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt hält, ein durchaus logischer Schritt: Der Kreis Eichstätt hält aus der Historie heraus zehn Prozent an der Kreissparkasse und entsendet zwei Räte in die Verbandsversammlung im Nachbar-Landkreis.
Sparkasse Kelheim schloss ein Drittel der Geschäftsstellen
Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Kelheim, Dieter Scholz, will sich auf mehrmalige Anfrage am Montag und Dienstag nicht äußern. Ebenso der Verwaltungsratsvorsitzende und Kelheimer Landrat Martin Neumeyer (CSU). In Kelheim hat man in der Vergangenheit viel Wert auf die Selbstständigkeit gelegt: Scholz und der Kelheimer Bürgermeister Christian Schweiger (CSU), damals Verwaltungsratsvorsitzender, schließen noch 2020 eine Fusion mit einer anderen Sparkasse aus. Schweiger: „Wir haben ein stabiles und auf die Region zugeschnittenes Geschäft. Deshalb sehen wir als Eigentümer in einer Fusion keine Vorteile.“ Allerdings, so Scholz damals, müsse man über eine Optimierung der Standorte nachdenken. Wenige Monate später gab die Kreissparkasse Kelheim bekannt, acht von 24 Geschäftsstellen zu schließen. Heuer im Januar legte die Kreissparkasse die Gebietsdirektionen Abensberg und Mainburg zusammen. Die so freigewordenen Kapazitäten wollte man laut Pressemitteilung in den Bereich der Baufinanzierung investieren.
Fusion der Sparkassen Ingolstadt-Eichstätt und Mittelfranken-Süd geplatzt
In Ingolstadt und Eichstätt hat man Erfahrungen mit Fusionen: 2017 gingen beide Häuser zusammen, was nicht konfliktfrei ablief. Ein dritter Spieler war damals mit Pfaffenhofen mit an Bord; der dortige Bürgermeister Thomas Herker (SPD) stieg aber überraschend aus den Verhandlungen aus und ließ die Dreierfusion platzen.
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So gingen am Ende nur noch Ingolstadt und Eichstätt ein Bündnis ein. 2022 liefen Sondierungsgespräche mit der Sparkasse Mittelfranken-Süd an, die platzten aber überraschenderweise sehr schnell. Ausgestiegen waren die Mittelfranken, man wolle nicht in Fusionsverhandlungen einsteigen, „trotz betriebswirtschaftlicher Vorteile und einem guten partnerschaftlichen Austausch“, hieß es im März 2022.
Viertgrößte Sparkasse Bayerns könnte entstehen
Fast genau zwei Jahre später also ein neuer Versuch. Sollten die politischen Gremien am Mittwoch der Aufnahme von Fusionsgesprächen zustimmen und sollte es dann zu einem Zusammenschluss der beiden Häuser kommen, entstünde die viertgrößte Sparkasse Bayerns mit einer Bilanzsumme von gut 10 Milliarden Euro, einem Geschäftsgebiet, das neben der Stadt Ingolstadt die Landkreise Eichstätt und Kelheim sowie Teile der Landkreise Pfaffenhofen und Freising umfasst. Kelheim hat 16 Geschäftsstellen sowie mehrere Selbstbedienungsgeschäftsstellen. Gut 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind angestellt. Zum Vergleich: Die Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt hat gut 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 46 Geschäftsstellen.
