Zu viel Lärm beim Beer-Pong? Das FratHouse am Petersweg muss schließen

Burger statt Beer-Pong? Das ist ein Konzept, mit dem sich Markus Lebmeier nicht mehr anfreunden kann – auch, wenn das das Aus für seinen Laden bedeutet. „Wir müssen Ende März schließen“, sagt der Geschäftsführer des FratHouse im Regensburger St.-Peters-Weg, „der Barbetrieb ist uns nur auf Zeit genehmigt worden.“
Denn die Sache mit den Burgern, das hat Lebmeier schon hinter sich. Im Oktober 2019 eröffnete er im jetzigen FratHouse das Dudes Diner. Die Corona-Pandemie setzte dem Gastronomiebetrieb jedoch stark zu. „Wir haben irgendwann alle Köche verloren und mit nur einem Koch weitergemacht, der kurz vor der Rente stand“, sagt Lebmeier, „wir hatten wirklich keine Chance, neues Personal zu finden.“
Als der Betreiber sich deshalb entschloss, den Laden zu verkaufen, fanden sich nur Interessenten, die einen Barbetrieb daraus machen wollten. „Eine Bar – das können wir selber auch“, kam ihm dann die Idee, mit diesem Konzept einen Neustart zu wagen. Im April 2022 eröffnete so schließlich das FratHouse.
Laute Partygäste
Die Zielgruppe? „Junges Feierpublikum“, sagt der Betreiber. Bevor es für sie in die Clubs im Petersweg-Parkhaus geht, würden viele Nachtschwärmer den Abend im FratHouse einläuten. „Viele kommen zum Warm-up und trinken hier ein, zwei Longdrinks, bevor sie weiterziehen“, sagt er.
Doch was sich für Partygäste anbietet, gefällt den Nachbarn weniger. „Ab Tag eins“ habe es Probleme und Beschwerden wegen Lärms gegeben, sagt Lebmeier. „Ich habe immer wieder den Kontakt gesucht und versucht, eine Lösung zu finden“, schildert er die Situation.
Um des Friedens willen habe der Barbetreiber sogar ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben, das er aus eigener Tasche bezahlt habe, erzählt er noch. Als er daraufhin überlegt habe, weiter in den Laden zu investieren, beispielsweise in Form von Lärmschutzwänden, habe ihm der Vermieter im Oktober vergangenen Jahres mitgeteilt, dass er einen reinen Barbetrieb nicht mehr weiterführen möchte.
Vermieter ist das Stadtwerk Regensburg
Nach zwei Jahren, im April 2024, wird deshalb wohl Schluss sein mit Longdrinks und Beer-Pong-Turnieren, zu denen das FratHouse regelmäßig einlädt. Dem Vermieter – es handelt sich dabei um das Stadtwerk Regensburg – will Lebmeier dabei keinen Vorwurf machen, betont er. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Während der Pandemie ist uns das Stadtwerk sehr entgegengekommen“, sagt er.
Auf MZ-Nachfrage bestätigt das Stadtwerk, dass der Mietvertrag Ende März ausläuft. „Wir sind als Stadtwerk seit langem, nicht zuletzt als Teilnehmer am Runden Tisch Altstadt, darum bemüht, die Lärmsituation rund um das Parkhaus Petersweg, und damit im gesamten Obermünsterviertel, zu verbessern“, heißt es. Dass es zu Lärmbelästigung komme, habe man – „auch durch eigene Beobachtungen“ – feststellen können. Bei einer Neuvermietung werde man deshalb „einen starken Fokus darauflegen, wie die Lärmsituation weiterhin verbessert werden kann“, teilt das Stadtwerk noch mit.
Was genau nach Monatsende auf das FratHouse folgen wird, können aktuell weder das Stadtwerk noch Lebmeier sagen. „Es gibt genügend Interessenten, die den Laden übernehmen wollen“, sagt er.