Wer hat die Eberhofer-Linde umgeschnitten? Polizei nennt Schadenssumme und sucht nach Tätern

Von Karin Seibold, Bernhard Nadler · 3. März 2024 um 20:15

Unbekannte haben in der Nacht auf Samstag den zentralen Baum im Eberhofer-Kreisel in Frontenhausen (Landkreis Dingolfing-Landau) gefällt. Bürgermeister Franz Gassner ist entsetzt. Im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern spricht er von einem „Baummörder“ und dem „Frevel an der Natur“, den er nicht verstehen kann.

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Am Sonntag sind wie jeden Tag Touristen am Kreisverkehr. Ein Paar aus Leipzig hat bei der Rückfahrt aus München einen kurzen Umweg eingeplant. Als es erfährt, was vorgefallen ist, sagt der Mann: „Ein Frevel!“ Er überlegt kurz und fügt hinzu: „Ein Skandal!“ Der Kreisverkehr ist in den Eberhofer-Filmen immer präsent, eine Runde um den Kreisverkehr, besser gesagt um die fünf Meter große Linde in der Mitte, gehört immer dazu – manchmal im Vorwärtsgang, oft auch rückwärts.

Ein Anruf in aller Früh beim Bürgermeister

„Hast du‘s schon mitgekriegt?“, begann ein albtraumhafter Samstag für Franz Gassner, Bürgermeister von Frontenhausen, oder besser gesagt Niederkaltenkirchen. Er ist glühender Fan der Serie und der Bücher von Rita Falk. Gassner fuhr sofort zum Kreisverkehr und er sah das Unheil. „Das ist ja wahnsinnig“, war er ganz getroffen. „Den Baum hat jemand mit der Motorsäge umgeschnitten und hingelegt“, berichtet er. Überzeugt ist er, dass das einer alleine nicht gewesen sein kann.

Gassner selbst war es, der die Untat bei der Polizei meldete. „Das ist unglaublich. Dieser Baum hat niemandem etwas getan“, sagt Gassner auf Nachfrage. „Er hat nur Schatten gespendet, und das seit vielen, vielen Jahren“, sagt der Frontenhausener Bürgermeister und stellvertretende Landrat von Dingolfing-Landau. In einem Eberhofer-Film wird ein Maibaum umgesägt und landet auf einem Auto. „Das hat nichts damit zu tun“, sagt der Bürgermeister. „Das hier ist kein schlechter April-Scherz.“

Bürgermeister würde gerne das Motiv verstehen

Seit 2018 heißt er offiziell „Franz-Eberhofer-Kreisverkehr“, ist wie auch Niederkaltenkirchen auf Google Maps zu finden. Zur Eröffnung gab es schon den Baum. „Dass da was passieren kann, davon mussten wir ausgehen“, sagt er, dass zwar die Eberhofer-Figur versichert sei, an den Baum habe er nicht gedacht.

Etwa fünf Meter hoch war die Linde, sie hatte einen Stamm-Durchmesser von 32 Zentimetern. „Das dauert nur zwei Minuten, um diesen Baum mit einer Motorsäge zu zerstören - ein Frevel an der Natur ist das“, erklärt er aufgebracht.

Einen Grund für die Tat kann der Bürgermeister sich nicht ausmalen. „Ich würde wirklich wissen wollen, warum jemand so etwas tut.“ Gassner: „Das Motiv würde mich wahnsinnig interessieren.“

Der Kreisverkehr ist in jedem Film ist er zu sehen – und mit ihm bisher auch die Linde. Das Eberhofer-Schild, das den Kreisverkehr in Frontenhausen im Alltag ziert, wird für die Filmarbeiten immer wieder abgebaut. Den Baum aber kennt man deutschlandweit.

Für Gassner ist klar: Es wird einen neuen Baum geben

„Natürlich kann man jetzt einen neuen hinpflanzen“, überlegt Gassner, „aber das dauert doch ewig, bis der wieder so groß und schön ist.“ Von dem Zeugenaufruf der Polizei erhofft er sich wenig. „Wahrscheinlich wird man diesen Baummörder nie fassen“, sagt er. Die Anzeige bestätigt ein Polizeisprecher, über Spuren oder Ansätze der Ermittlungen will er jedoch noch nichts sagen. Den Schaden bezifferte er auf 8000 Euro.

Der Kreisverkehr ist in der Verantwortung des Landkreises, da er inmitten einer Kreisstraße ist. Als 2. Landrat hat Gassner angeordnet, dass der Gemeindebauhof die umgeschnittene Linde entfernen darf. Die Säger hatten so gearbeitet, dass der Baum inmitten des Kreisverkehrs lag, ohne dass der Verkehr beeinträchtigt oder gefährdet war. „Ich hoffe, dass der Landkreis jetzt kein Stangerl zur Verfügung stellt“, sendet Gassner gleich ein Signal Richtung Landratsamt. Dass bald wieder ein Baum gepflanzt werden muss, sei für ihn selbstverständlich. Er habe übrigens schon das Angebot bekommen, dass jemand einen neuen Baum spenden würde.

In einem Eberhofer-Film landet der umgeschnittene Maibaum auf einem Auto, zeigt eine Szene nebenan am Trafo-Gebäude.
„Das Motiv würde ich wahnsinnig gern erfahren“, ist Bürgermeister Franz Gassner fassungslos. − Fotos: Gassner, Nadler
Eberhofer-Fans besuchen jeden Tag den Kreisel – hier machte ein Paar aus Leipzig bei der Rückfahrt aus München Station.