Eine irrwitzige Familiengeschichte: Titos Brille im Akademietheater Regensburg

Von Alexandra Wessel · 26. Februar 2024 um 19:00

„Es kribbelt vom Kopf bis zu den Zehen, und ich konnte so viel mitnehmen.“ – „Eine tolle Darstellung mit einem aktuellen Thema.“ – „Vielen Dank für die wundervolle szenische Lesung.“ – All diese lobenden Worte von Zuschauern zeigten, wie begeistert die szenische Lesung von „Titos Brille“ am Samstag vom Regensburger Publikum aufgenommen wurde.

Mit viel Humor und Kreativität hatte das Akademietheater Regensburg in seinen Altstadt-Räumen das Buch „Titos Brille – die Geschichte meiner strapaziösen Familie“ von Adriana Altaras auf die Bühne gebracht. Der Abend fand im Rahmen der Aktion Regensburg liest ein Buch statt. Diese Aktion startet immer im Zwei-Jahres-Rhythmus gemeinsam mit der Stadt Kelheim.

Leben einer jüdischen Familie

Ob es um eine jüdische Beerdigung, den Anruf bei einer dementen Tante, die Nachlassauflösung der verstorbenen, distanzierten Mutter oder die anstehende Premiere einer Schauspielerin geht – bei der szenischen Lesung wurden verschiedene Buchauszüge mit viel Witz dargestellt.

Auf der Bühne standen Schauspielstudierende des 3. Jahrgangs der Akademie für Darstellende Kunst (ADK) Bayern: Felix Albers, Amélie Althaus, Julius Böhning, Malte Flierenbaum, Samuel Kastell, Sander Lybeer, Oliver Natterer, Hannah Sophie Schad, Thoja Steenbeck, Jean-Baptiste Vizmathy und Hugo Ziegler. Dabei waren auch Intendantin Meike Fabian für die szenische Einrichtung sowie Max Bothschafter für die technische Betreuung.

Nach der etwa einstündigen szenischen Lesung und einer kurzen Pause folgte im zweiten Teil des Abends ein Werkstattgespräch mit Buchautorin Adriana Altaras. Ekaterina Ladynskaya vom Akademietheater moderierte das öffentliche Werkstattgespräch, bei dem die Schauspieler sowie das Publikum Fragen zu Buch und Autorin stellen konnten.

„Meine Themen gehen alle etwas an“, sagte die Buchautorin. Im Mittelpunkt des Buches „Titos Brille“ steht die Familiengeschichte von Regisseurin Altaras, die ein normal chaotisches und unorthodoxes Leben in Berlin führt.

Büchereien unterstützen

Als ihre Eltern sterben, erbt sie eine Wohnung mit 40 Jahren Unterlagenansammlungen. Die Erzählerin kämpft sich durch kuriose Hinterlassenschaften und deckt Familiengeheimnisse auf.

Bei der diesjährigen Auflage der Stadtleseaktion „Regensburg liest ein Buch“ steht dieses Buch im Mittelpunkt.

Der Verein Regensburg liest e.V. widmet sich der Leseförderung mittels verschiedener Aktionen, um mit einem vielfältigen Programm Literatur zu vermitteln. Zum Verein gehören unter anderem die Vorsitzenden Andrea Borowski mit der Stadtbücherei und Ulrich Dombrowsky mit der gleichnamigen Buchhandlung. Auch Bücher Pustet unterstützt die Aktion. Zu den Förderern von Regensburg liest e.V. zählen die Sparkasse Regensburg, die Kreissparkasse Kelheim, die Städte sowie die Landkreise Regensburg und Kelheim, der Bayerische Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft (BLVKK) sowie die Kulturstiftung des Bezirks Niederbayern.

Auf der Bühne standen Schauspielstudierende des 3. Jahrgangs der ADK Bayern.
Buchautorin Adriana Altaras (l.) mit Ekaterina Ladynskaya