Verjüngungsinventur im Forst gestartet: Auftakt war am Samstag im Neunburger Spitalwald

Seit 1986 erstellt die Bayerische Forstverwaltung für die rund 750 Hegegemeinschaften ein sogenanntes Forstliches Gutachten. Damit soll die Situation der natürlichen Waldverjüngung erfasst werden.
Das Ergebnis fließt in die Abschussplanung für Schalenwild ein, um Verbiss- und Fegeschäden zu begrenzen.
Landesweit fand am Samstag dazu eine Auftaktveranstaltung zur Information der Waldbesitzer, Hegegemeinschaften, Jägerschaft sowie Verbänden und Behörden statt. Für den Landkreis Schwandorf hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg-Schwandorf zu einer Naturverjüngungsfläche des Neunburger Spitalwaldes eingeladen.
Revierleiter war erkrankt
Forstdirektor Alwin Kleber hieß vor Ort eine Reihe von Teilnehmern namentlich willkommen, unter anderem Gerhard Domeier, Sachgebietsleiter der unteren Jagdbehörde, Markus Gregori, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Jagdgenossen im Bayerischen Bauernverband, Kreisjagdberater Günther Hoffmann, Vertreter der Hegegemeinschaften Neunburg Nord und Süd sowie Nabburg und Franz Sedlmeier, Ausbilder bei der Kreisgruppe Neunburg für den Jägernachwuchs. Wegen kurzfristiger Erkrankung wurde der zuständige Revierleiter, Jörg Maderer, durch seinen Kollegen Hubert Amode, vom Revier Pfreimd, vertreten.
Alwin Kleber erinnerte sich, dass er die Erstellung der Gutachten bereits seit 2005 als Abteilungsleiter begleite und das aktuelle nun voraussichtlich das letzte seiner aktiven Dienstzeit sein werde.
In einer kurzen Rückschau stellte er fest, dass 2015 noch alles „relativ entspannt“ gewesen sei und nur eine der 18 Hegegemeinschaften als kritisch beurteilt werden musste. Seit 2018 habe sich die Situation verschlechtert. Derzeit würden vier der Gemeinschaften bei den Schädigungen als „zu hoch“ eingestuft und vier weitere als gerade noch „tragbar“. Aus den Gründen biete das Gutachten eine gute Möglichkeit, die Abschlusspläne auf eine Entwicklungstendenz hin zu überprüfen.
Allerdings besitze dies lediglich Aussagekraft für die Hegegemeinschaft, nicht aber für einzelne Reviere. Aus dem Grund können neuerdings beim Amt revierbegleitende Maßnahmen beantragt werden. Bei der begrenzten Personaldecke und angesichts von 286 Revieren, müssten jedoch Kompromisse eingegangen werden. Allerdings werde jedes Revier in Augenschein genommen, wo der Verbiss als zu hoch eingestuft werde.
Erste Rohdaten Mitte April
Kleber rechnet mit einem Blick auf den Zeitplan, dass bis Mitte April erste Rohdaten zur Verfügung stehen würden. Ende Februar sei in jedem Fall das Aufnahmeverfahren abgeschlossen. Zudem war ihm wichtig, dass das gesamte Verfahren transparent geführt werde. „Wir im Landkreis reden nicht übereinander, sondern miteinander“, betonte er. Ende August oder Anfang September soll nochmal eine Gesprächsrunde mit den Gemeinschaften stattfinden, bevor zum Jahresende die Abschusspläne für die Jahre 2025 bis 2028 vorgelegt werden können.
Das Aufnahmeverfahren erläuterte im Anschluss Hubert Amode, anhand der Musterfläche im Spitalwald. Anhand des Beispiels konnten sich die Teilnehmer ein Bild davon machen, wie aufwendig die Tätigkeit ist und das eine „helfende Hand“ durchaus Sinn machen würde. Alwin Kleber lud daher auch die Waldbesitzer oder Jagdgenossen dazu ein, bei der Aufnahme in ihren Bereichen anwesend zu sein.
