Baumfrevel soll geahndet werden: Steinberg am See erstattet Anzeige – Kein Recht auf freie Sicht

Die Gemeinde will den erneuten Baumfrevel im Hangbereich am Ostufer des Steinberger Sees ahnden. Mit Unterstützung einer Anwaltskanzlei wurde Strafantrag gegen Unbekannt gestellt.
Bürgermeister Harald Bemmerl informierte bei der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend, dass ein Anwohner am Holzheimer Weg im Januar der Gemeinde den erneuten Baumfrevel angezeigt habe. Nach einer Ortsbesichtigung durch den Bauhof wurde festgestellt, dass an einem größeren Baum mehrere Äste zurückgeschnitten und in der Baumkrone zurückgelassen wurden.
Der meldende Anwohner habe die Gemeinde darum gebeten, den beschädigten Baum zu entfernen. Allerdings habe die Gemeinde dies im Hinblick auf die Hangsicherheit abgelehnt. In einem späteren Schreiben habe der Bürger moniert, dass ihm sein zugesichertes Recht auf eine freie Sicht zum Steinberger See verwehrt würde. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass dem einen Nachbarn eine Sichtschleuse zugebilligt werde und dem anderen nicht.
Sicherheit geht vor
Bemmerl informierte, dass der Bürger auch danach mehrmals seinen Ärger über die versperrte Sicht zum Ausdruck gebracht habe. In den Bereichen, in denen Bänke aufgestellt worden seien, würden Bäume und Sträucher zurückgeschnitten, im Bereich der Seeanwohner aber nicht. Bürgermeister Bemmerl verwies auf ein Gutachten über die Stabilität und die Sicherheit von Böschungen und einen Beschluss des Gemeinderats, wonach man sich auch diesen weiteren Baumfrevel nicht gefallen lassen werde. Es könne nicht sein, dass jedermann zur Säge greife und Bäume und Sträucher auf gemeindlichem Grund zurückschneide, wie es ihm gefalle.
Die Fraktionssprecher von SPD und CSU stimmten mit Bemmerl überein, bezeichneten Baumrodungen an Hanglagen als gefährlich und erklärten ausdrücklich, dass eine freie Sicht zum Steinberger See nirgendwo festgeschrieben worden sei. Der Anzeige gegen Unbekannt wurde von allen Gemeinderäten zugestimmt.
Dank für Faschingszug
Zu Beginn der Sitzung hatte der Gemeinderat für den kürzlich verstorbenen VG-Mitarbeiter Christian Wein eine Gedenkminute eingelegt, während der Bürgermeister das Engagement des Verstorbenen im Rathaus Wackersdorf würdigte.
Einer formlosen Bauvoranfrage wegen eines geplanten Anbaus an ein bestehendes Wohnhaus an der Graf-von-Reisach-Straße und den damit verbundenen beantragten Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans wurde zugestimmt. Bemmerl bedankte sich bei allen Mitwirkenden des Steinberger Faschingszugs und bei den Anliegern für ihr Entgegenkommen.
Anfragen aus dem Gremium
Glasfaser: Christian Meßmann (CSU) erinnerte an das Thema Glasfaserausbau. Bemmerl sagte dazu, dass sich die Arbeiten wegen Instandsetzungen verzögert haben, da vermutlich falsche Röhren verlegt worden seien.
Sicherheit: Erika Oberndorfer (SPD) berichtete, dass beim Freizeitzentrum zahlreiche abgebrochene Äste herumlägen, die aus Gründen der Sicherheit vom Bauhof entfernt werden sollten. Hier sagte Bemmerl Abhilfe zu.