Volksfest 2024: Kelheims neue Festwirte – und was sich sonst ändert

Von Beate Weigert · 10. Februar 2024 um 19:00

2024 ändert sich eine wesentliche Leitplanke des Kelheimer Volksfests. Das Festzelt steht unter neuer Ägide. Die Familie, die es betreibt, hat 2023 bereits Fußstapfen in der Kreisstadt hinterlassen. Zudem steigt ein Abensberger mit ein.

Anita und Reinhard Gschrey aus Seubersdorf (Kreis Neumarkt i.d. Oberpfalz) sprangen im vergangenen Jahr spontan den Fischerfest-Machern zur Seite. Im Juni 2023 bewirteten sie zudem die Besucher beim „Tag des Waldes“, ebenfalls am Volksfestplatz. Nun ist klar, dass Stadt und die drei Kelheimer Brauereien die Oberpfälzer für das Volksfest im August engagiert haben.

Von Feuerer getrennt

Vor zwei Jahren hatte Daniel Feuerer aus Teublitz als Festwirt das Kelheimer Volksfest gerettet, nachdem Vorgänger Marco Härteis abgesprungen war. 2023 hatte man sich laut dem damaligen Brauereisprecher Stephan Butz mit Feuerer auf einige Verbesserungen geeinigt – bezüglich Festküche, Bedienungen oder Zeltboden.

Feuerer wiederum war 2023 dem Vernehmen nach nicht ganz so glücklich über die Konkurrenz durch die Donau-Alm gewesen. Nun hat sich Zusammenarbeit mit ihm offensichtlich erledigt. In Teublitz will man sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Das sagt Bürgermeister Christian Schweiger

Bürgermeister Christian Schweiger sagt, dass man bei der Nachbesprechung 2023 überein gekommen sei, dass man sich „verändern“ wolle. Wichtig sei etwa eine Überdachung im Biergarten. So eine sei besprochen, aber nicht umgesetzt worden. Auch über „zu laute Musik“ im Zelt habe es Beschwerden gegeben.

Feuerer und seiner Familie sei man dankbar für die Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Jahren. Jetzt wolle man sich „weiterentwickeln“, so Schweiger. Die Entscheidung von Stadt und Brauereien sei auf Gschrey gefallen. Dieser habe beim Fischerfest, wie auch beim Waldtag, einen sehr guten Eindruck hinterlassen.

Reinhard Gschrey betont seinerseits, dass er Feuerer „nichts wegnehmen“ wollte. Seines Wissens hatten sich die Kelheimer bereits zuvor von ihm getrennt.

Dass man von Familie Gschrey „alles aus einer Hand“ bekommen könne, sei ein großer Pluspunkt gewesen, sagt der diesjährige Brauereien-Sprecher Matthias Brenninger von Weltenburger. Gschrey sei sowohl vom Equipment her sehr gut aufgestellt, verfüge über langjährige Fest-Erfahrung und betreibe auch die Küche selbst.

Festwirt ist vom Gillamoos bekannt

Seit mehr als 30 Jahren sind seine Frau und er im Geschäft, sagt Gschrey am Telefon. Die nächste Generation arbeitet bereits mit. Im Landkreis Kelheim ist Gschrey heuer zum dritten Mal der Festwirt im Hofbräu-Zelt am Gillamoos. Sonst ist er mehr in anderen Regionen aktiv. Im Fränkischen etwa, beim Rother Frühlingsfest oder dem Gredinger Volksfest. An die 15 Feste habe man jährlich.

Sein Zelt stehe für einen großen Biergarten vorne dran, der teils auch überdacht sei. Das Zelt selbst biete in Kelheim Platz für 2000 Gäste. Dass es auch die Donau-Alm wieder geben wird, sieht Gschrey gelassen. Er sieht deren Wirte nicht als „Konkurrenz“. Es solle vielmehr ein „Miteinander“ werden. Ein erstes gemeinsames Gespräch habe es bereits gegeben. Wenn gewünscht, könnten die Donau-Alm-Wirte ihr Zelt bei ihm leihen.

Als gelernter Metzgermeister mit eigenem Betrieb produziert Gschrey auch alle Fleisch- und Wurstwaren für seine Zeltküche selbst. „Wir setzen auf Frische und Qualität.“

Rotzlöffel, Quertreiber und Trixie und die Partylöwen spielen

Auch zu vielen Bands existieren langjährige Kontakte. Für die Kreisstadt verpflichtet seien bereits die Rotzlöffel, die Quertreiber oder auch Trixie und die Partylöwen.

Seine Branche sei mittlerweile nicht mehr so groß. „Wir könnten das Doppelte an Veranstaltungen machen, wenn wir das Personal hätten“, sagt Reinhard Gschrey. Für die kommenden drei Jahre sei sein Betrieb ausgebucht. 2022 und 2023 seien sehr „ergiebige“ Festjahre gewesen. Nach Corona hätten alle wieder sehr gerne gefeiert. Umso gespannter blickt Gschrey auf das bevorstehende Festjahr 2024. Die Branche habe mit massiven Preissteigerungen zu kämpfen. Längst nicht alle könne man an die Gäste weitergeben. Es sei nicht nur die Mehrwertsteuer-Erhöhung, auch Energie- oder Security-Kosten stiegen erheblich. Dennoch wolle man die Preise familienfreundlich gestalten.

Zu den Kelheimern könne er noch nicht viel sagen, sagt Reinhard Gschrey. „Ich habe sie erst einmal erlebt.“ Als er für Familie Petz, die er „schon lange kennt“ beim Fischerfest eingesprungen war. „Das Publikum war sehr friedlich und feierlustig.“

Ein Abensberger steigt ein

Laut Bürgermeister wird es auch wieder Donau-Alm und Schirmbar geben. Auch diesbezüglich seien Verträge unterzeichnet. Thomas Wallner und Christian Zach bekommen Zuwachs. Der Abensberger Daniel Kelly wird dritter Geschäftspartner bei der Donau-Alm.

Die soll wie 2023 innen knapp 200 Sitzplätze haben. Den Fokus wolle man mehr auf Wein legen, so Wallner. Die Küche werden wieder Reithers aus Saal übernehmen. Das Angebot soll noch „almtypischer“ ausfallen. Insgesamt gebe es einige neue Ideen, auch fürs Programm. Zudem sei der Wunsch nach einem neuen Standort am Festplatz vorhanden. Auch weil Gäste 2023 „zu weite Wege zu den Toiletten“ kritisierten. Klar sei, dass man wieder den Kinder- und Familiennachmittag „groß“ begehen wolle. Wein- bzw. Biergarten soll etwas größer und angenehmer gestaltet werden.

Bei der Schirmbar ist das bewährte Team aus Martin Birkl, Hansjörg Hettich, Jürgen Pillmeier und Thomas Wutzlhofer zum 6. Mal am Start. Ihr Weißbierkarussell habe sich 2023 als „die Attraktion für Jung und Alt“ entpuppt. 2024 soll es wieder eines geben. Allerdings ein neues, mit etwas größerem Durchmesser.

Volksfest in Kelheim: Shuttlebus, die II.

Verkehr: 2023 gab es erstmals einen Volksfest-Bus zum Kelheimer Festplatz. Dieser wurde gut angenommen. Allerdings könne man noch etwas optimieren, sagt Lena Plapperer vom Rathaus.

Neuerungen: So dürfte 2024 der Takt der Busse angepasst werden. Viele Jüngere nutzten 2023 die Busse. Allerdings fuhren sie ihnen „zu früh“ wieder nach Hause. Da könne man die Takte noch anpassen, sagt Plapperer. Auch ob man neben den Ortsteilen und umliegenden Gemeinden noch weitere Orte – wie etwa Abensberg oder Bad Abbach - anbinde, solle im Hauptausschuss noch diskutiert werden.

Christian Zach (li.) und Thomas Wallner holen sich bei der Donau-Alm einen Abensberger dazu.
Weißbier-Karussell kommt wieder: Die Neuerung des Schirmbar-Teams kam 2023 beim Feiervolk bestens an. Auch 2024 kehren die Kelheimer mit einem Weißbier-Karussell zurück auf den Volksfestplatz – in Planung sei ein neues, noch etwas Größeres, heißt es.