Strahlendes Lächeln in lila Robe: Sophie Schreiner ist Ballkönigin der Mitterdorfer Burschen

Von Oliver Hausladen · 2. Februar 2024 um 20:50

Als Sophie Schreiner an der Seite von Vorstand Ludwig Faltermeier am Freitagabend beim Ball der Mitterdorfer Burschen in den Saal im Gasthaus Hecht einmarschierte, wurden gleich zwei Träume wahr: Zum einen hat sich die 23-Jährige schon als Kind gewünscht, später einmal Ballkönigin zu sein – und mindestens genauso sehr freute sich ihre Oma Marlene, dass ihre jüngste Enkelin dieses Amt innehatte.

„Sie war eigentlich schon jedes Jahr enttäuscht, dass ich wieder nicht Ballkönigin war“, erzählt Sophie Schreiner mit einem Lächeln im Gesicht. Ihrer Großmutter eine große Freude zu machen, war mit ein Hauptgrund, warum sie nicht lange gezögert hat, als Ludwig Faltermeier sie gefragt hat, ob sie bereit wäre, die neue Ballkönigin zu werden. „Meine Oma ist mittlerweile 87 Jahre alt. Jetzt bekommt sie es noch mit“, sagt die 23-Jährige. Auch ihre Eltern freuen sich sehr, dass ihre Tochter die neue Ballkönigin ist.

Viel Kontakt zu Burschen

Und auch selbst hat Sophie viel Freude mit dem Amt und ist den Burschen schon lange verbunden, wie sie berichtet: „Mein Vater Robert ist schon lange Mitglied, und schon als Kind haben mich etwa die Garde oder die Faschingsfeiern total interessiert.“

Außerdem wurde (und wird auch immer noch) am Samstag die Faschingszeitung der Mitterdorfer Burschen im ehemaligen Geschäft ihrer Oma, Tabak Schreiner, vorbeigebracht und verkauft.

Durch ihren Nebenjob, dem Bedienen im Gasthaus Hecht, ist sie seit 2017 auch immer in Kontakt mit den jüngeren Burschen, die nun zum Großteil auch in der Vorstandschaft sind. „So ganz überraschend kommt es von daher nicht, dass ich jetzt die Ballkönigin sein darf“, sagt sie.

Allerdings war die Hoffnung in den vergangenen Jahren schon etwas gedämpft, wie sie erzählt, denn seit vier Jahren lebt sie bereits in Regensburg, wo Sophie Schreiner eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte und nun im Schichtdienst in der Notaufnahme des Bezirkskrankenhauses arbeitet. „Dadurch war ich nicht mehr so viel mit den Mitterdorfer Burschen unterwegs wie vorher, aber umso schöner, dass es jetzt geklappt hat“, erzählt die 23-Jährige.

Das Geheimnis nicht zu verraten sei nicht einfach gewesen, vor allem, da Burschenchef Ludwig Faltermeier sie bereits im März gefragt hatte. Aber: „Offiziell hatte ich einen Tanzpartner, mit dem ich eingezogen wäre“, sagt Schreiner, die also eine gute „Tarnung“ hatte. Dass sie vielen ihrer Freunde etwas vorschwindeln musste, sei ihr nicht leicht gefallen, „aber es geht als Ballkönigin halt auch nicht anders.“

Ein Vorteil, so viel Zeit bis zum Ball zu haben, sei es dagegen bei der Suche nach dem Kleid gewesen, sagt die 23-Jährige. Diese war schnell wieder zu Ende, auch, weil sie genaue Vorstellungen hatte, was es werden soll: Ein ärmelloses, eng geschnittenes lila Kleid mit einer Schärpe. „Wir haben das passende Kleid im Internet gefunden, bestellt und es hat perfekt gepasst“, freut sich die Ballkönigin.

80 Orden gebastelt

In den Tagen und Wochen vor dem großen Abend galt es dann fleißig zu sein, so wurden unter anderem 80 Orden gebastelt. „Dabei haben mir einige Freunde aus Regensburg geholfen“, berichtet sie.

Auch daheim musste viel ausgeräumt und dekoriert werden, damit sich die Burschen beim Hausbesuch wohl fühlen. „Es macht schon viel Arbeit“, sagt Schreiner, aber: „Ich mache so etwas auch total gerne. Auch bei Geburtstagen gibt es manchmal Motto-Partys und ähnliches. Ich bin da dann auch ein wenig perfektionistisch und will, dass es allen gefällt und sie Spaß haben.“ Viel geholfen habe ihr dabei auch ihre Mama, betont sie.

Funktioniert hat dann am Ballabend alles bestens: Die Stimmung unter den Gästen im ausverkauftem Gasthaus Hecht war prächtig, die Tanzfläche stets gut gefüllt – und das muntere Treiben dauerte bis weit nach Mitternacht.

Viel Arbeit hatte Sophie Schreiner im Vorfeld, so wurden unter anderem 80 Orden gebastelt. „Ich habe das aber sehr gerne gemacht“, betont sie. Foto: Oliver Hausladen