Kommentar zu angeblichem Sexualdelikt am Obelisken: Mahnung an die Mahner

Von Christian Eckl · 2. Februar 2024 um 17:49

Eine Vergewaltigung vorzutäuschen ist niederträchtig, meint Christian Eckl, MZ-Chefreporter und Mitglied der Chefredaktion. Lesen Sie hier seinen Kommentar zum Fall.

Kaum ein Fall hat die Öffentlichkeit in den vergangenen Monaten so beunruhigt wie dieser – der laut Polizei so aber wohl gar nicht stattfand. Damit hat die 27-Jährige, die Unglaubliches geschildert hat, allen jenen Frauen einen Bärendienst erwiesen, die tatsächlich Opfer von sexueller Gewalt sind.

Das gesellschaftliche Klima ist ohnehin aufgeheizt. Einen solch gravierenden Vorfall vorzutäuschen, ist niederträchtig. Gleichzeitig hält der Vorgang auch den Mahnern den Spiegel vor. Ja, es hat sich etwas verändert im Sicherheitsgefüge der Stadt. Und ja, Justiz und Polizei klagen wie normale Bürger auch darüber, dass es bestimmte Personengruppen sind, die zunehmend Straftaten begehen. Aber: Es sind immer wenige, die das Sicherheitsempfinden der Vielen beeinflussen. Vorsicht muss die Mutter der Porzellankiste sein: Keine Pauschalurteile. Keine einseitige Verunglimpfung von Tätergruppen. Das gilt für Journalisten, für Polizisten – und muss im Grunde für uns alle gelten.