Passau-Krimi: Vom Ilzdurchbruch direkt in die Innstadt?

In dieser Woche konnte sich im sechsten Teil des Passau-Krimis wieder ein Millionenpublikum von den Schönheiten Passaus überzeugen. Dennoch kritisieren viele Fernsehzuschauer, dass örtliche Gegebenheiten im Film ganz anders dargestellt werden. Diana Chylla, Produzentin des Passau-Krimis, erklärt im Gespräch die Hintergründe.
PNP: Im Film fährt man durch den Ilzdurchbruch und kommt dann direkt in der Innstadt wieder raus. Oder endete im fünften Teil von der Innbrücke unmittelbar im Bayerischen Wald. Warum macht man das? Für Passauer klingt das unglaubwürdig.
Diana Chylla: In Fiction-Produktionen kann es immer wieder vorkommen, dass lokale Details angepasst werden. Derlei Anpassungen sind Teil des kreativen Prozesses mit dem Ziel, eine fesselnde Geschichte zu erzählen, die über geografische Grenzen hinweg ansprechend ist. Auch planerische und logistische Gründe können eine Rolle spielen – etwa wenn es um visuell starke Motive für eine Verfolgungsjagd über Passauer Straßen geht, um Kameraperspektiven, die an Originalschauplätzen vielleicht nicht immer wie gewünscht funktionieren oder auch schlicht um geeignete Stellen, an denen genug Platz und Infrastruktur für die Produktionstechnik und den Fuhrpark vorhanden ist. Was die falsche Bezeichnung der Autobahnbrücke im 5. Fall „Zeit zu beten“ betrifft, ist die Antwort jedoch leider ganz banal: Das war schlicht ein Versehen, eine Unaufmerksamkeit, die uns leidtut und über die wir uns ärgern. Wir werden in Zukunft da noch sorgfältiger sein.
Haben sich diesbezüglich schon Zuschauer aus Passau gemeldet?
Die Passauerinnen und Passauer sind aufmerksam, aber doch auch immer gnädig mit uns. Sehr vereinzelt gibt es derlei Rückmeldungen, und die nehmen wir uns zu Herzen. Es überwiegt aber bei weitem das Feedback, dass die Menschen unsere Filme wirklich schätzen – und das freut uns natürlich sehr.
Wer entscheidet innerhalb der Crew, wo genau in der Stadt gedreht wird?
Die Location-Suche beginnt schon Wochen vor Drehstart. Beteiligt sind Regie, Kamera, Szenenbildnerin bzw. Szenenbildner sowie Location-Scouts, die sich zunächst die für den jeweiligen Fall attraktivsten Schauplätze rauspicken – sozusagen die visuellen Rosinen. Auch der Bayerische Rundfunk achtet sorgfältig darauf, dass Passau mit seinem Flair und seinen verschiedenen Facetten authentisch ins Bild gesetzt wird. Nach der ersten Auswahl prüfen Motiv- und Aufnahmeleiter die logistischen Begebenheiten, erst dann werden die Motive final durch Produktion, Redaktion und Regie abgenommen und festgelegt. Das ist ein bisschen wie ein Puzzlespiel, das am Ende ein schönes Gesamtbild ergeben soll.
Steht schon fest, wann die siebte Folge erscheinen wird? Und wie geht es anschließend weiter?
Die Ausstrahlung für den siebten Krimi aus Passau „Der rote Wolf“ ist für 2025 im Ersten geplant. Und zwei weitere Fälle sind bereits in Entwicklung.
