Hienheimer Narren präsentieren sich bei Prunksitzung in Hochform

Von Josef Kastl · 2. Februar 2024 um 11:00

Einmal im Jahr wird die Stockhalle des SV Hadrian Hienheim zur großen Bühne, entweder im Fasching oder in der Starkbierzeit. Mit der 4.Prunksitzung war heuer die närrische Zeit wieder dran.

Willi Schmitzer kümmert sich persönlich um die Akteure aus dem Ort und um Attraktionen aus der nahen Umgebung. Dabei kann er sich auf einige „Stammgäste“ verlassen.

Die rund 200 kostümierten Faschingsfreunde vergnügten sich auf der Tanzfläche in der Mitte der Halle zur Musik eines DJs, wenn nicht gerade auf der mächtigen Bühne an der Stirnseite was los war.

Über der Bühne thronten der Elferrat, zehn aktive Frauen und Männer, die seit Jahren den SV Hadrian unterstützen. Sitzungspräsident Josef Brandl führte mit spitzfindigen Worten und so manchem Trinkspruch durch das Programm.

Mit ihrer explosiven und akrobatischen Suche nach dem Diamanten im Bergwerk brachten die Marchinger Showgirls&Boys das Publikum in Faschingsstimmung.

Biber als Handpuppe

Eigentlich wollte Willi Schmitzer die Bauchredner-Puppe Nilpferd-Dame Amanda verpflichten. Da diese verhindert war, hat er sich selbst das Bauchreden beigebracht und „ein sehr scheues Tier, das zu Hienheim passt“, sprechen lassen, einen Biber.

Zusammen mit Role deckte der Willi so manche Peinlichkeit oder „Macke“ von Hienheimer Personen und Neustädter Bürgermeistern und Stadträten auf. Das außergewöhnliche Engagement einiger Gäste würdigten sie mit der Verleihung eines Faschingsordens, unter anderem an Elena Forster, der Initiatorin des Hienheimer Dorfladens, und Franz Hierl, den ersten Kommandanten der Feuerwehr.

Den zweiten Teil des Abends eröffnete die Faschingsgesellschaft Siegonia aus Siegenburg mit ihrer atemberaubenden Show, deren Menschenpyramiden bis unter die Decke der Stockhalle reichten. Nicht weniger attraktive Figuren machten neun Feuerwehrler mit ihrem Bauchmuskeltraining, das die Faschingsgäste zum Grübeln brachte. „Wem gehört wohl welcher Bauch?“. Natürlich wurde das Geheimnis auch gelüftet.

Sitzungspräsident Josef Brandl bekam plötzlich einen Anruf von zwei Bauern, die mit ihren schweren Bulldogs vor der Halle standen. „Da Erich und da Lot“ wollten zum „Demonstratieren gegen alles“ nach Berlin fahren. Ein leerer Dieseltank zwang sie aber zu einem Zwischenstopp. „Wer is schuld an den ganzen Krisen und Missständen?“

„Der Landrat ist schuld“

Als Dauerschuldigen hatten beide schnell den Landrat Martin Neumayer gefunden, weil „er einfach der Landrat ist“. Schließlich kehrten sie doch wieder um und fuhren nicht nach Berlin. Mit einem dreifachen „Hadrian Helau“ und stehenden Ovationen wurden „Da Erich und da Lot“ verabschiedet. Seit mehr als 30 Jahren sind sie aus der Prunksitzung und Starkbierfest nicht wegzudenken.

Nach dem offiziellen Programm feierten die Hienheimer Faschingsfreunde auf der Tanzfläche und in der Bar bis in die Morgenstunden. Am Sonntagnachmittag war die Halle mit rund 300 Gästen wieder voller Faschingsgaudi. Zum Hienheimer Kinderfasching kamen viele Familien auch aus den Nachbardörfern.

Die Showtanzgruppe der Faschingsgesellschaft Siegonia baute Menschenpyramiden bis unter das Hallendach.
Auf ihrer Fahrt zur Bauern-Demo nach Berlin machten „Da Erich und da Lot“ Station in Hienheim.
Willi mit seiner „Handpuppe“ Biber Role witzelte über Hienheimer Leute und Politiker in der Stadt Neustadt.