Ausbildungsoffensive im Schwandorfer Elisabethenheim zahlt sich aus: Bald alle Plätze belegt

Von Hubert Heinzl · 30. Januar 2024 um 17:00

Gute Nachrichten hat Heimleiter Egon Gottschalk für das Schwandorfer Elisabethenheim parat. Nach Jahren personeller Engpässe ist ab September wieder eine Vollbelegung der Einrichtung in Sicht. Grund ist nach seinen Angaben die „sehr intensive“ Ausbildungstätigkeit.

Im Jahresschnitt 2024 gesehen rechnet Gottschalk mit einer durchschnittlichen Belegung von 94 Prozent oder 168 von 178 Heimplätzen, wie er den Mitgliedern des Alten- und Pflegeheimausschusses in der Sitzung am Montag eröffnete. „Ab September können wir hoffentlich alle Plätze wieder belegen”, sagte der Heimleiter.

Fünf Azubis bleiben als Fachkräfte da

Denn sechs von den 23 Azubis, die zurzeit im Elisabethenheim die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft absolvieren, würden heuer fertig. „Und fünf haben schon einen Arbeitsvertrag unterschrieben, alle in Vollzeit“, so Gottschalk. Auch im neuen Ausbildungszeitraum werde man über ausreichend viele Interessenten verfügen, um das Soll von 109 Vollkräften im Stellenplan zu erfüllen. Leistungen für Leiharbeiter, die in der Vergangenheit personelle Lücken füllten, sind nach Angaben des Heimleiters heuer nicht vorgesehen.

Obwohl sich die Ertragssituation im Elisabethenheim in diesem Jahr also verbessern wird, gibt es laut Gottschalk auch Steigerungen bei den Kosten – etwa durch den leichten Anstieg beim Strom und die höheren Ausgaben für die Fernwärme. Kosten verursacht auch der geplante Ausbau zweier Nasszellen, die nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, und der Ausbau zweier kleiner Gemeinschaftsräume im 1. und 2.Obergeschoss – die Kapazität verringert sich dadurch auf 176Heimplätze.

Auch auf die Heimbewohner kommen höhere Kosten zu, die laut Gottschalk auf die „bereits feststehenden sehr deutlichen Tarifsteigerungen“ beim Personal zurückzuführen sind. Der Heimleiter rechnet mit einer Erhöhung der Heimentgelte zum 1. August um rund 4,5 Prozent. Kalkuliert wird mit einem Tagessatz von 5,85 Euro für die Lebensmittel.

2024 wird auch ein Jahr der Investitionen

2024 soll laut Gottschalk auch ein Jahr der Investitionen werden, die sich laut Finanzplan auf rund 420.000 Euro summieren. Aktuell läuft noch die Erneuerung des zentralen Lasten- und Personenaufzugs, der aber noch im Februar vom TÜV abgenommen werden soll. Die beiden großen Balkone vor den Gemeinschaftsräumen über dem Verwaltungstrakt sollen Ende Mai fertig montiert werden, um „einen Freisitz für die Bewohner“ zu schaffen. Auch einige Gerätschaften müssen erneuert werden und sind im Investitionspaket enthalten.

Die Schwandorfer Bürgerspitalstiftung ist nicht nur Träger des Elisabethenheims, sondern auch Eigentümer von rund 540Hektar Waldgrundstücken, vor allem im Gebiet der Gemeinde Steinberg am See. Laut Gottschalk ist hier in diesem Jahr ein Einschlag von 3000 Festmeter Holz geplant. Der Jahresüberschuss der Stiftung aus der gesamten Vermögensverwaltung liegt laut Plan bei etwas über 152.000 Euro.

Im Ausschuss wurden die Planungen des Elisabethenheims für das Jahr 2024 zustimmend aufgenommen. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) sprach von einem „soliden Haushalt“, FW-Sprecher Dieter Jäger nannte es „toll, dass wir uns jetzt wieder in Richtung Vollbelegung und Vollbeschäftigung bewegen“.

Forderung nach zusätzlichen Einzelzimmern

Stadträtin Sonja Dietl (CSU) lobte das Elisabethenheim insgesamt: „Wir sind stolz auf euch“, sagte sie und regte zugleich an, über die Beschränkung auf Doppelzimmer nachzudenken. „Das kommt draußen nicht gut an und ist nicht mehr zeitgemäß“, so Dietl. OB Feller kündigte an, man wolle das Thema in anderem Rahmen „demnächst diskutieren“. Am Ende billigte der Ausschuss die finanziellen Planungen des E-Heims ohne Gegenstimme. Das letzte Wort hat der Schwandorfer Stadtrat.

Heimaufsicht stellte keine gravierenden Mängel fest

Bei einem unangekündigten Besuch am 24.Oktober wurde das Elisabethenheim von der Heimaufsicht am Landratsamt begutachtet. Gravierende Mängel wurden dabei nicht festgestellt, kleinere Beanstandungen gab es in Einzelfällen. Positiv vermerkt wurde unter anderem der „würdevolle, empathische und menschliche Umgang mit den Bewohnern“, die sich auch „zufrieden“ zur Betreuung äußerten.