Quote der Parksünder in Berching steigt: Im Schnitt mehr als zwei Falschparker pro Stunde

Die Parkraumüberwachung in Berching erhitzt die Gemüter weiter. Hier vermissen Bürger das Feingefühl der Kontrolleure, da fehlt das Verständnis, warum auch am Weihnachtsmarkt aufgeschrieben wird. Der Zweckverband erklärt sich – und gibt preis, wie viele Knöllchen 2023 verteilt wurden und was das die Stadt kostet.
Die neueste Erkenntnis aus den Zahlen des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz: Die Quote der Parksünder steigt. Im vergangenen Jahr ahndeten die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung in Berching zwar nur 1806 Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr – 2022 waren es noch 208 mehr (insgesamt 2014 Verstöße). Allerdings waren die Kontrolleure im abgelaufenen Jahr auch deutlich seltener in Berching unterwegs als noch im Premieren-Jahr 2022.
Parküberwachung in Berching: Kontrollen zurückgeschraubt
Denn vergangenes Jahr überwachten die Mitarbeiter den ruhenden Verkehr in Berching lediglich an 725 Stunden. Im Jahr zuvor waren es noch gut 959 Überwachungsstunden – eine Differenz von 234 Stunden. Das liegt daran, dass die Stadt im ersten Jahr noch 100 Stunden pro Monat beim Zweckverband gebucht hatte. Im Laufe des Jahres 2023 hat die Stadt die Überwachung auf 65 Stunden heruntergeschraubt. Markus Amon vom Ordnungsamt der Stadt hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, dass es das Ziel sei, die Zahl mittelfristig abzusenken.
Setzt man die Anzahl der Verstöße und die geleistete Zeit der Überwachungsstunden ins Verhältnis, registrierte der Zweckverband 2023 mehr Falschparker pro Stunde als noch im Jahr zuvor. 2022 lag die Parksünder-Quote in Berching bei durchschnittlich 2,1 und damit im Durchschnitt aller Kommunen, in denen der Zweckverband 2022 kontrollierte. Im vergangenen Jahr allerdings stieg die Quote in Berching von 2,1 auf 2,5. Das heißt: Pro Stunde wurden in Berching im Schnitt 2,5 Falschparker erwischt. Die Quote im gesamten Verbandsgebiet des Kommunalen Zweckverbandes lag die Quote im vergangenen Jahr bei 2,73.
Einige Strafzettel stellte der Zweckverband 2023 auch an den beiden Tagen aus, an dem der Weihnachtsmarkt in Berching über die Bühne ging. Im Nachgang diskutierten Autofahrer in den sozialen Netzwerken, ob auch bei dieser Großveranstaltung kontrolliert werden müsse. Während die einen die Überwachung befürworteten, kritisierten andere, dass aus Bürger-Sicht auch kleinere Vergehen (minimal über die gekennzeichnete Parkflächenbegrenzung gefahren; entgegen der Fahrtrichtung geparkt) geahndet worden seien. Manche Bürger vermissten das Feingefühl bei den Kontrollen.
Weihnachtsmarkt Berching: Viele Verstöße geahndet
Der Zweckverband habe aber keinen Spielraum, sagt Julia Rösch, die dort für die Pressearbeit zuständig ist. Der Verband müsse sich an die Straßenverkehrsordnung und an den Grundsatz der Gleichbehandlung halten.
Die Stadt habe den Zweckverband 2023 explizit beauftragt, an den Tagen des Weihnachtsmarktes zu kontrollieren, weil es 2022 Probleme gegeben hatte. Auch heuer stellten die Überwacher in einem „hohen Verhältnis“ Falschparker in Feuerwehrzufahrten sowie parkende Autos auf Gehwegen fest, sagt Rösch. Zum Teil seien dadurch auch Fußgänger behindert worden.
Der Zweckverband sei aber immer darauf bedacht, ein gesundes Miteinander auf den Straßen zu fördern, sagt Rösch. „Sollte ein Betroffener den Verkehrsüberwacher antreffen, wird diesem erklärt, welche Regeln vor Ort gelten und warum sein Fahrzeug widerrechtlich abgestellt ist.“
Parkraumüberwachung: Die Stadt Berching zahlt drauf
Die Stadt und der Zweckverband betonen seit Beginn der Überwachung, dass es nicht das Ziel sei, Gewinne zu erzielen, sondern die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Dass durch die Überwachung des Verkehrs Profite erwirtschaftet werden, ist ein hartnäckiges Gerücht“, sagt Rösch. In vielen Fällen sei es ein Nullsummenspiel, oft auch defizitär. Letzteres ist auch in Berching der Fall.
2023 lagen die Kosten für die Verkehrsüberwachung in Berching bei rund 53.718 Euro, die Summe der Verwarnungs- und Bußgelder lag bei 42.439 Euro. Diesen Betrag erhält die Stadt zwar. Sie muss aber auch die Kosten begleichen. Und da diese höher waren, musste die Stadt ein Defizit von gut 11.279 Euro begleichen.
Verkehrsüberwachung: Diese Parkregeln gelten in Berching
Im ersten Jahr lagen die Kosten für die Verkehrsüberwachung noch bei 70.440 Euro – weil mehr Stunden geleistet wurden. Die Summe der eingenommenen Verwarnungs- und Bußgelder war mit 42.210 Euro ähnlich hoch wie 2023. Somit belief sich das Defizit im ersten Jahr auf 28.230 Euro.
Um das ein oder andere Knöllchen in Zukunft zu vermeiden, weist die Stadt auf die geltenden Regeln hin. Unter www.berching.de/verkehrsueberwachung sind diese nachzulesen.