Eisbären Regensburg begeistern mit Sieg gegen Tabellenführer Kassel

Was für ein Sieg! Die Eisbären Regensburg haben es geschafft und den überlegenen Spitzenreiter in der zweiten Eishockey-Liga, die Kassel Huskies, geschlagen. Mit einer imposanten Leistung rang das Team von Trainer Max Kaltenhauser die Hessen zuhause mit 4:3 (2:1, 0:2, 2:0) nieder. Weiter geht es bereits am Dienstag (20 Uhr), wenn Schlusslicht Bietigheim gastiert.
Mehr Spitzenspiel ging nicht: Trotz des Endes der zehnteiligen Siegesserie mit dem 0:2 am Freitag in Dresden gingen die Überraschungs-Eisbären als Zweiter gegen den Tabellenführer ins Spiel, der einen Sonderzug mit über 900 Personen ins die mit 4712 Zuschauern zum dritten Mal in dieser Saison ausverkaufte Donau-Arena mitbrachte.
Bei den Eisbären hatte die DEL2 den in Dresden mit einer Spieldauerstrafe belegten Verteidiger Jakob Weber nicht mit einer Sperre über dieses Spiel hinaus bedacht. Mit Andre Bühler hatte Weber aber einen anderen Partner als gewöhnlich: Xaver Tippmann pausierte wie Patrick Demetz auch, dafür rückten Lucas Flade und Korbinian Schütz wieder in die Defensive – und Jonas Neffin hütete das Tor.
Und so feierten beide Anhänge eben ein wenig länger vor dem Spiel, weil der Austausch einer beim Aufwärmen in die Brüche gegangenen Plexiglasscheibe für einen um eine halbe Stunde späteren Spielbeginn sorgte.
Kassel zeigt mit körperlicher Präsenz und massivem Druck seine Qualität und erschwerte den stets aufs Spielerische bedachten Eisbären ihr Spiel massiv. Dennoch gingen die Regensburger in Führung: Mit erst Kevin Slezak, dann U-21-Verteidiger Sando Mayr hatten zwei Viertreihenspieler Anteil, dass sich David Booth vors Tor tanken konnte und dort Jakob Weber kühl Huskies-Keeper Philipp Maurer überwand.
Wieder mal Trivino
Kassel aber ließ nicht nach, zwang nur die Eisbären im eigenen Drittel zu einem Patzer, den Alec Ahlroth im Duett mit Torschütze Tristan Keck in den Ausgleich ummünzte. Die Hausherren hielten aber weiter blendend dagegen und so war das 2:1, als Corey Trivino antrat, ums Tor fuhr und die Scheibe irgendwie den Weg über die Linie fand, auch gar nicht unverdient (12:40).
Bei Pierre Preto war nach einer Bully-Tor-Situation bereits abgepfiffen, sodass der Treffer keine Anerkennung fand (16:21). Und Ryan Olsens Provokation vor der Eisbären-Bank, für die er sich nach schlussendlicher Attacke gegen Booth die einzige Strafzeit des Drittels einfing, zeigte, dass der Eisbären-Auftritt Wirkung zeigte beim Spitzenreiter, der ja auch am Freitag eine 1:3-Heimniederlage gegen Krefeld hatte einstecken müssen.
Eisbären hielten auch im zweiten Durchgang mit
Die Eisbären hielten auch im zweiten Durchgang mit und waren auch nach 40 Minuten noch im Spiel, handelten sich jetzt drei Strafzeiten ein. Als Abbott Girduckis draußen saß, nutzte Kassel die zweite davon nach 37 Sekunden auch zum neuerlichen Ausgleich. Kein klassisches Überzahltor, eher ein Konter, denn Tristan Keck zog davon, schoss und überwand Neffin (27:01). Und 43 Sekunden vor Drittelende nutzte Daniel Weiß, frisch aus Bad Nauheim gekommen, einen Abpraller prompt zu m Premierentreffer im neuen Trikot.
Die Eisbären versuchten es noch einmal: Booth ergriff Schuss-Initiative, scheiterte aber an Maurer (51.). Dann aber hatte Trivino zuviel Freiraum und nutzte ihn zum 3:3 (51:34). Nach ihrem heißen Kampf hatten die Regensburger diesen einen Punkt verdient – mindestens! Und versuchte es Hammond 97 Sekunden vor Schluss einfach von der blauen Linie – und traf zum umjubelten 4:3.
Statistik: Regensburg – Kassel 4:3 (2:1, 0:2, 2:0)
Eisbären Regensburg: Neffin – Heider, Hammond; Weber, Bühler; Flade, Schütz; Mayr – Booth, Schmid, Gajovsky; Yogan, Trivino, Girduckis; Ontl, Heger, Schembri; Schmidt, Grimm, Slezak
Kassel Huskies: Maurer – Seigo, Bodnarchuk; Freis, Keussen; Faber, Bettahar; Müller – Brune, Weidner, Lowry; Valenti, McMillan, Spitzner; Olsen, Ahlroth, Keck; Detsch, Weiß, Preto
Tore: 1:0 (8:16) Weber (Booth-Mayr), 1:1 (9:06) Keck (Ahlroth), 2:1 (12:40) Trivino, 2:2 (27:01) Keck (Seigo bei 5-4), 2:3 (39:17) Weiß (Keck-Ahlroth bei 5-4), 3:3 (51:34) Trivino (Yogan), 4:3 (58:23) Hammond (Booth-Bühler)
Schiedsrichter: Bastian Haupt/Jens Steinecke. – Zuschauer: 4712 (ausverkauft). – Strafminuten: Regensburg 10 – Kassel 8