Anwohner machen sich bei Fragestunde im Berger Gemeinderat stark für eine Ortsumgehung

In Sachen Ortsumgehung Berg mussten sich Bürgermeister Peter Bergler und der Gemeinderat bei der Bürgerfragestunde so einiges anhören. Die Diskussion dazu in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend dauerte eine ganze Stunde. Ein Gegner des Projekts berichtete von massiven Anfeindungen beim Sammeln von Unterschriften für ein Bürgerbegehren.
Anwohner der stark frequentierten Staatsstraße 2240 trugen ihre Argumente für die Ortsumgehung vor, die immerhin seit inzwischen 24 Jahren von den Befürwortern gefordert wird. Die Staatsstraße schlängelt sich die Neumarkter und die Rosenbergstraße auf einer Länge von über einem Kilometer durch den Ort.
„Die Ortsumfahrung brennt uns auf den Nägeln. Es gibt nicht nur eine Bürgerinitiative gegen eine Ortsumgehung, sondern auch Bürger wie wir, die an dieser Staatsstraße wohnen und eine Ortsumgehung von Berg vehement fordern“, sagte ein betroffener Bürger. Er lebe seit Jahrzehnten tagtäglich mit dem Lärm, Feinstaub, Abgasen und der Luftverschmutzung.
Erste Dringlichkeitsstufe für Ortsumgehung Berg
„Wir Anlieger und Betroffene fordern ohne Wenn und Aber, dass die Ortsumfahrung Berg realisiert wird.“ Seit Jahren schon stehe das Projekt im siebten Ausbauplan für Staatsstraßen in Bayern in der ersten Dringlichkeitsstufe.
Wie sich der Verkehr durch Berg im Laufe der Zeit verstärkt hat – besonders in den Morgen- und Abendstunden –, das sei nicht mehr hinzunehmen, meinte ein anderer Bürger, der seit 40 Jahren an dieser Durchgangsstraße wohnt. „Wollen wir uns in Berg diesen immer stärker werdenden Verkehr in den nächsten Jahrzehnten antun?“.
Die Frage richtete sich gezielt an die Gemeinderäte, die in den zurückliegenden Jahren mit großer Mehrheit bereits zweimal für eine Umgehungsstraße gestimmt hatten.
„Wir werden einmal sterben, aber unsere Kinder, Enkel und Urenkel müssten Jahrzehnte mit den hohen Belastungen des Durchgangsverkehrs leben, sollte es zu keiner Umgehung kommen“, sprach ein Anwohner für die Umgehungs-Befürworter. Immerhin nutzten bis zu 12000 Fahrzeuge pro Tag die Straße.
Schon der frühere Bürgermeister Helmut Himmler habe bereits vor Jahren vehement die Umgehung gefordert, erinnerte ein Berger. Außerdem machten die Befürworter deutlich, dass die Gelder für das Vorhaben bereitlägen. „Wenn wir die Chance jetzt nicht nutzen, wird sich eine andere Gemeinde, die eine größere Straßenbaumaßnahme in Betracht zieht, darüber freuen.“
Eindringlich wurde der Gemeinderat von den Befürwortern aufgefordert, einem Ratsbegehren in naher Zukunft zuzustimmen. Dieses soll dem angestrebten Bürgerbegehren der Gegner einer Ortsumgehung entgegengesetzt werden.
Kritik am Staatlichen Straßenbauamt Regensburg
Kritisiert wurde auch der Vorschlag der Bürgerinitiative, auf der Staatsstraße Tempo 30 einzuführen. Kritik ging auch an die Adresse der Verantwortlichen im Staatlichen Straßenbauamt Regensburg, weil sich dort die Planungen in die Länge zögen. „28 Monate ist nicht viel passiert in Sachen konkreter Planung für eine Umgehungsstraße“, betonte ein unzufriedener Bürgermeister Peter Bergler.
Hingewiesen wurde bei der teilweise emotional geführten Bürgerfragestunde auch auf die Belastungen der Kinder in der Ortsmitte von Berg sowie in der Neumarkter Straße, wo sie täglich die Kindergärten besuchten. Die rhetorische Frage: „Was haben wir alle davon, wenn keine Umgehungsstraße kommt?“, stellte eine Betroffene in den Raum. „Wir müssen weiter viele Jahre mit dem Verkehr, ob im Hauptort Berg oder den betroffenen Ortschaften, an der Staatsstraße 2240 leben“, lautete die Antwort.
Zu Wort meldete sich zum Schluss der Bürgerfragestunde auch ein Bürger aus Oberölsbach, der der Bürgerinitiative „Für eine solidarische Verkehrsführung im Schwarzachtal“ angehört. Sie hat das Ziel, eine Umgehungsstraße zu verhindern. Personen, die für das Bürgerbegehren geworben hätten, seien in Berg massiv angegriffen, beleidigt, verleumdet und bedroht worden. „Da frage ich mich, was dies für Methoden sind, mit welchen Mitteln in Berg gekämpft wird?“
Diese Anschuldigungen wollten die Befürworter für eine Umgehungsstraße nicht so im Raum stehen lassen und forderten, dass Ross und Reiter genannt werden sollen, wer die Mitglieder der Bürgerinitiative beleidigt und bedroht habe. Allerdings wurden im Rahmen der Gemeinderatssitzung und der Fragestunde keine konkreten Namen genannt.