Die Präsidenten der Regensburger Faschingsgesellschaften verraten ihre Kostüm-Favoriten

Der Höhepunkt der Faschingszeit nähert sich – Die Regensburger Faschingsgesellschaften Lusticania und Narragonia stecken tief in den Vorbereitungen auf die Feierlichkeiten der fünften Jahreszeit.
Tänze, Reden und Abläufe müssen vorbereitet werden. Aber um eins müssen sich die Faschings-Experten nicht kümmern: das richtige Kostüm. Denn die Präsidenten tragen traditionell ihre Faschingsuniform. Trotzdem haben sie genug Faschingserfahrung, um zu wissen, was ein gutes Kostüm ausmacht, und können Inspiration für derzeit noch Kostümlose geben.
Erich Lichtl, der Präsident der Narragonia, feiert privat auch gern mal im Kostüm. Er sagt, dass ein Kostüm vor allem lebendig sein sollte: „Es muss lustig, schrill, bunt und nicht 0815 sein. Am besten sollte man selbst gar nicht wiederzuerkennen sein.“ Bei Showeinlagen der öffentlichen Faschingsfeiern ziehe er auch das ein oder andere Mal ein zum jeweiligen Thema passendes Kostüm an. Für die diesjährigen Veranstaltungen darf er seine Auswahl noch nicht verraten. Eins seiner Favoriten sei in den vergangenen Jahren der Feuerwehrmann mit seiner knallig roten Arbeitskleidung gewesen.
Immer beliebt: Prinzessin
Bei den Umzügen freue er sich immer, die vielen verschiedenen Kostüme der anderen zu sehen. Er selbst muss als Faschingspräsident alles im Blick haben und darf deshalb kein Kostüm tragen, das ihn daran hindert, aufmerksam seine Umgebung wahrzunehmen. Eine freie Sicht und freie Ohren sowie Bewegungsfreiheit müssen für ihn gegeben sein.
Lichtl findet es besonders schön, wenn die Narren ihre Kostüme selbst basteln. „Ich mag es, wenn man Kostümideen kreativ umsetzt. Kaufen kann jeder, aber ein gebasteltes Kostüm ist einfach einzigartig!“, sagt der Vereinsvorsitzende. Früher hätten die Leute mehr selbst gebastelt, heute sei es bequem und einfach, in Online-Shops zu bestellen. Die Kinder seien heutzutage bei der Kostümauswahl vor allem durch die Medien beeinflusst. „Früher war der Held der Jungs zum Beispiel der Cowboy, heute ist es Spiderman oder Superman“, erklärt Lichtl.
Ein zeitloses Kostüm, was der Karnevalist immer wieder sähe, sei die Prinzessin. Das bestätigt auch Axel Selmair vom Spielwarengeschäft Selmair. Dieses Kostüm sei neben dem der Fee und Eisprinzessin am meisten gekauft worden. Für schöne Farben und glitzernde Stoffe seien die meisten Mädchen zu begeistern. Bei den Jungs stehe das Abenteuer im Vordergrund. Sie möchten Indianer, Ritter und Dinosaurier sein.
Für Gesichtsschminke würden laut Selmair alle Kinder zu begeistern sein. Falls die Kinder etwas selbst an ihren Kostümen basteln wollen, so sagt Selmair, gäbe es auch Bastelmaterial vor Ort im Geschäft. Aus Pappe und einem ganz normalen Haarreifen ließen sich tolle Accessoires , wie zum Beispiel Katzenohren basteln.
„An Fasching ist kostüm-mäßig alles erlaubt“, sagt Lichtl. Für ihn gehen auch Politiker-Kostüme. „Einmal im Jahr sollte man es sich als Politiker gefallen lassen, auf die Schippe genommen zu werden und das Ganze mit Humor nehmen“, meint er. „Unter die Gürtellinie muss es aber nicht gehen“, führt er weiter aus. Verletzend solle es nicht sein. Denn beim Fasching stehe vor allem der Spaß im Vordergrund.
Armin Haucke, der Präsident der Faschingsgesellschaft Lusticania, hat eine ganz ähnliche Vorstellung von wirklich guten Faschingskostümen. Bei ihm darf es ebenfalls „farbenfroh und auffallend“ sein. Ein bunter Klassiker ist sein Lieblingskostüm: der Clown. „Es gibt so viele verschiedene Arten von Clowns, dass ich sie immer wieder gern sehe“, erklärt er.
Es geht um die Vielfalt
Etwas abgeneigt ist Haucke gegenüber Militäruniform-Kostümen. „Die Uniform hat mir noch nie gefallen. Die passt einfach nicht in den Fasching“, sagt Haucke. Sie würde zu ernste Themen aufwerfen. Auch bei Kinderkostümen findet er Pistolen und andere Waffen ein wenig überflüssig.
Sie würden meist nur zu Raufereien unter den Kindern führen. Insgesamt freue er sich, eine große Vielfalt der Kostüme bei den anstehenden Veranstaltungen zu sehen. Im Endeffekt spielt für Haucke auch das Kostüm nicht die allergrößte Rolle. Am wichtigsten sei ihm, dass beim Faschingsfest alle miteinander lustig und ausgelassen feiern.
