Mit Igor Kvashevich spielte ein Großmeister des Akkordeons in Schwandorf

Von Dietmar Zwick · 23. Januar 2024 um 15:00

Für Sonntagabend hatte das Kulturamt der Stadt Schwandorf zum Konzert „Akkordeon Karneval“ mit dem gebürtigen Weißrussen und jetzt in Schwandorf wohnhaften Akkordeonlehrer Igor Kvashevich eingeladen.

Julia Rudlof und Sophia Hutzler konnten rund 110 Zuhörer zum vorletzten Konzert der Reihe „Diesseits – Kultur von Welt“ in der Spitalkirche begrüßen. Kvashevich sei ein Großmeister des Akkordeons und werde zeigen, wie vielfältig dieses Instrument sei, betonte Hutzler.

Kvashevich begann sein Konzert mit Piotr I. Tschaikowsky – und zwar nach den Worten von Tschaikowsky: „Wenn die Worte enden, beginnt die Musik“. Im Sommer 1878 schrieb Tschaikowsky sein „Kinderalbum, Opus 39“, was eine „Sammlung leichter Stücke für Kinder à la Schumann“ ist.

In Anlehnung an Schumanns „Album für die Jugend“ sind die 24 Miniaturen nicht nur technisch leicht ausführbar, sondern auch unmittelbar auf die Kinderwelt bezogen. Dazu zählten „Morgengebet“, „Pferdchenspiel“, „Walzer“, „Russischer Tanz Kamarynskkaya“, „Deutsches Liedchen“, „Die Hexe“ oder das „Lied des Leierkastenmannes“. Darunter waren flotte und ruhige Melodien, aber auch ernste und heitere.

Das Publikum spendet stehende Ovationen

Kvashevich transferierte dabei nicht nur die Stimmung mittels seines Instruments in das Publikum, sondern spiegelte das auch in seiner Mimik wider, die sich von ernst bis zu heiter und fast lachend erstreckte.

Der Musiker brachte darüber hinaus das Stück „Capriccio“ von Albin Repnikow, „Scherzo“ in C-Dur von John Gart sowie „Das dritte musikalische Moment“ Opus 41 von Franz Schubert zu Gehör. Vor der Pause ließ er es mit „Perpeteuum mobile“ von Niccolo Paganini enden. Bei den Stücken flog der Großmeister regelrecht über die Tastatur seines Instruments – ein Scandalli-Akkordeon Baujahr 1959 – und begeisterte das Publikum.

Nach der Pause spielte er Unterhaltungsmusik wie „Por una Cabeza“ von Carlos Gardel, „Schwarze Augen“ von Valery Kovtun oder „Donauwellen“ von Josef Ivanovici. Ein Zuhörer, der selbst Klavier spielt, sagte: „Großartig, ganz große Klasse, wahrlich ein Großmeister.“ Und Kvashevich ist sogar Weltmeister.

Das verzauberte Publikum applaudierte zum Schluss mit stehenden Ovation und der Akkordeonkünstler spielte mehrere Zugaben.