Martin Brix (CSU) gewinnt Bürgermeisterwahl in Sinzing

Ein „Wimpernschlag“, ein „Hauch“ oder einfach „Wahnsinn, Wahnsinn“ – am Sonntagabend wurde im Sinzinger Rathaus (Landkreis Regensburg) verzweifelt nach dem passenden Sprachbild gesucht, das dieses Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Worte fasst. Mit fünf Stimmen Vorsprung – bei fast 6000 Wahlberechtigten – haben die Sinzinger Martin Brix (CSU) zum Bürgermeister gewählt.
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Das vorläufige amtliche Endergebnis spricht ihm 1734 Stimmen zu, Kontrahent Thomas Schwindl (Freie Wähler) erhielt 1729 Stimmen, das entspricht 50,1 zu 49,9 Prozent Stimmanteil.
„Dass es knapp wird, war klar. Aber so eng?“, sagte Wahlsieger Brix unmittelbar nach Verkündung des Ergebnisses durch Wahlleiter Michael Schaller. Sowohl Brix als auch Schwindl lachten ungläubig auf, als sie diese äußerst knappe Entscheidung hörten.
Schwindl nimmt’s mit Humor
Schwindl zeigte sich als fairer Verlierer, gratulierte Martin Brix unumwunden – und war gleich wieder zum Scherzen aufgelegt. „Ich bin zufrieden mit dem Wahlergebnis, weil es zeigt, dass wir auf Augenhöhe waren, aber der Martin jetzt dann die Arbeit machen muss“, spaßte Schwindl im Gespräch mit Ex-Bürgermeister Patrick Grossmann.
Der ist durch seinen Einzug in den Landtag im Oktober Schuld, dass es zu diesem ungewöhnlichen Zeitpunkt zu einer außertourlichen Bürgermeisterwahl kam. Ob der ungewohnte Wahltag oder bloß eine Entscheidung auf dem Wahlzettel Ursache war – fest steht, dass die Wahlbeteiligung bei nur 59,3 Prozent hinter den Erwartungen zurück blieb. Wahlleiter Schaller gab im Vorfeld 65 bis 70 Prozent als Ziel aus. Insgesamt nahmen 3527 Bürger der Gemeinde an der Wahl teil, 64 Stimmen waren ungültig.
Eilsbrunn als Zünglein an der Waage
Verlassen konnte sich Brix auf seinen Heimatort Sinzing. In den dortigen drei Wahlbezirken holte er bei der Urnenabstimmung jeweils deutlich über 60 Prozent der Stimmen. Thomas Schwindl punktete ebenso in seiner Heimat: Im Ort Viehhausen erhielt er 68,3 Prozent, von den Wählern aus dem Viehhausener Umland stimmten gar 70,4 Prozent für ihn. Eilsbrunn kann als Zünglein an der Waage gewertet werden. Dort sicherte sich Brix 54,9 Prozent gegenüber den 45,1 Prozent von Schwindl. In absoluten Zahlen waren das 24 Stimmen mehr für Brix. Das Briefwahlergebnis wurde nicht nach Gemeindeteil erfasst.
Brix war die Last deutlich anzusehen, die ihm im Moment der Ergebnisverkündung von den Schultern fiel. „Ich freue mich wahnsinnig auf die neue Aufgabe“, sagte Brix, als er wieder Worte fand. Er dankte seiner Familie für den Rückhalt. Frau Daniela freute sich am Wahlabend mit ihrem Mann im Rathaus nach wochenlangem anstrengenden Wahlkampf: „Natürlich wird es zeitlich nicht einfacher werden“, blickte sie auf seine Bürgermeisterpflichten voraus, „aber jetzt ist die Anspannung erst einmal weg.“
Brix tritt am Dienstag seinen Dienst an
Martin Brix dankte seiner Familie für den Rückhalt – und seinem Kontrahenten für den fairen Wahlkampf. Beide Kandidaten hatten immer wieder betont, nicht schmutzig agieren zu wollen, da eine Zusammenarbeit im Gemeinderat nach der Wahl möglich sein sollte. Ein gutes Miteinander versprach Schwindl am Sonntagabend erneut. Der Freie-Wähler-Kandidat verbleibt in seinem Amt als 3. Bürgermeister.
Am Montag um 16 Uhr kommt der Wahlausschuss zusammen und verkündet das offizielle Endergebnis. Trotz des äußerst knappen Ausgangs sieht Wahlleiter Schaller dies als Formalie an: „Mir ist nichts aufgefallen, was dem entgegenstehen würde.“ Martin Brix’ Dienstzeit startet dann am Dienstag. Am Mittwoch findet eine pikante Bauausschusssitzung statt, ob er diese leiten wird, war gestern Abend noch unklar. Vereidigt wird Brix in der Gemeinderatssitzung am 31. Januar.
