Londoner Hochhausfassade „made in Wiesing“: Firma Schindler freut sich über Großauftrag

Von Oliver Hausladen · 15. Januar 2024 um 19:00

Große Freude bei der Schindler GmbH: Die Fassade für das „Belgrove Haus“, ein neues Hochhaus mitten in der Londoner City, kommt aus Wiesing (Landkreis Cham): Der europaweit aktive Spezialist in diesem Bereich konnte sich den Großauftrag in zweistelliger Millionenhöhe für das prestigeträchtige Projekt sichern.

Nach einem vorgelagerten Wettbewerb unter vier Firmen wurde das Unternehmen mit Sitz in Wiesing erst mit einer halbjährigen Entwicklungs- und Planungsphase beauftragt. Wiederum vier Monate später konnte der englische Investor zusammen mit seinen Architekten und Projektpartnern das eigens dafür erstellte Bemusterungs-Bauwerk am Unternehmenssitz im Rodinger Ortsteil besichtigen und seine gestalterischen Wünsche einfließen lassen. Kurz vor Jahreswechsel wurde dann der Auftrag in zweistelliger Millionenhöhe erteilt.

Forschung und Büros im Belgrove House

Das „Belgrove House“ liegt im Zentrum von London gegenüber den Bahnhöfen King’s Cross sowie St. Pancras und ist ein neu gebautes Labor, Forschungs- und Bürogebäude für den Biowissenschaftssektor, das vom amerikanischen Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme als Hauptsitz im Vereinigten Königreich genutzt wird, wie Schindler mitteilte.

Das Gebäude sei innovativ und äußerst nachhaltig konzipiert und stelle ein Paradebeispiel für die Reduzierung von CO2-Emissionen bei Bau, Betrieb und künftigen Sanierungen dar. Die Konfiguration des Gebäudes ergäbe sich aus einer klaren Nutzungsordnung. Auf den größten Etagen eins bis drei werden Forschungslabore für Biowissenschaften untergebracht. Die Büros werden sich in den Geschossen fünf bis neun befinden und die vierte Etage werde als spezieller Treffpunkt mit begrünten Außen- und Innenbereichen dienen.

Ein großzügiges Erdgeschoss biete Besuchern und der Öffentlichkeit über die Haupteingänge Zugang zu einem Ausstellungsraum. Ein neuer stufenloser Eingang zur Londoner U-Bahn wird das Gebäude mit den gegenüberliegenden Bahnhöfen verbinden.

Bereits in der Planungsphase werden die Bauwerksdaten dreidimensional modelliert, digital kombiniert und zentral erfasst. „Durch gewerkeübergreifende Anwendung der BIM-Arbeitsmethode lassen sich Schnittstellen leichter planen und dadurch Fehler vermeiden“, so der bei Schindler verantwortliche Projektleiter Wolfgang Heuberger.

Neu und nachhaltige Elementfassaden

Der Auftrag umfasst die gesamten Fassaden in Eichenholz und Metall, einschließlich der begrünten Doppelfassade mit motorisch beweglichen Glaslamellen. Die Blechbekleidungen bestehen größtenteils aus fein geschliffenem Edelstahl und die großformatigen Verglasungen bei den Laboren sind über sechs Meter hoch.

Als Besonderheit wird Schindler bei diesem Projekt erstmals in England auch seine neuartige und nachhaltige Elementfassade verbauen. Eine produktspezifische Umwelt-Produktdeklaration habe bestätigt, dass sich demzufolge das Treibhauspotenzial GWP um mehr als die Hälfte gegenüber einer herkömmlichen Aluminiumfassade reduzieren lasse.

Über die Schindler Fenster + Fassaden GmbH

Anspruchsvolle Fassadenlösungen: Die Schindler Fenster + Fassaden GmbH realisiert anspruchsvolle Fassadenlösungen aus Holz, Metall, Glas und Stein.

Seit mehr als 90 Jahren im Geschäft: Bereits seit mehr als 90 Jahren ist das Unternehmen mit Sitz im Rodinger Ortsteil Wiesing im Fenster- und Fassadenbau tätig.

Derzeit etwa 300 Mitarbeiter: 300 Mitarbeiter beschäftigt der Fassadenspezialist nach eigenen Angaben derzeit.

Komplettleistungen für die Kunden: Das Unternehmen bietet seinen Kunden Komplettleistungen an: Beratung, Forschung und Entwicklung, Planung, Produktion, Montage sowie Wartung.

In ganz Europa aktiv: Sowohl in Deutschland als auch schon in mehreren europäischen Großstädten hat die Firma Fassadenlösung realisiert.

Am Firmensitz im Rodinger Ortsteil Wiesing wurde eine Musterfassade aufgebaut. Foto: Steve Smith