Ein Preis für den Umgang mit dem Tabuthema Tod

Von Mittelbayerische Zeitung · 11. Januar 2024 um 12:00

32 einfallsreiche Köpfe aus ganz Deutschland erhalten den Titel des Kultur- und Kreativpiloten. Die Unternehmer des mittlerweile 14. Jahrgangs dieses Preises werden damit dank ihres geschäftlichen Mutes und ihres Einfallsreichtums als die Besten ihrer Branche ausgezeichnet.

Sie „krempeln die Ärmel hoch und packen die drängenden Herausforderungen unserer Zeit branchenübergreifend an“, sagt in einer Pressemitteilung Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. „Ihre Unternehmen bilden das Wurzelwerk der deutschen Wirtschaft und ermöglichen uns als Wirtschaftsstandort auch in Zukunft Wohlstand und Sicherheit.“

Neben Lob und Aufmerksamkeit bringt diese Auszeichnung auch Unterstützung für das eigene Vorhaben in Form des kooperativen Netzwerks inotiv. Ein einjähriges Mentoring-Programm mit Workshops, Zugang zu Experten und Hilfe durch Mentoren verdienen sich die Gewinner dadurch noch mit. Damit sollen die Unternehmen gestärkt und zukünftige Pläne besser umgesetzt werden können.

Davon können nun auch die beiden Regensburger Gewinnerinnen, Kristina Steinhauf und Katharina Scheidig, Gebrauch machen. Mit ihrer Firma urnfold und der Idee, Urnen für Verstorbene aus Papier zu fertigen, wurden sie als Empfänger für diese Auszeichnung ausgewählt. Individualität und zeitgemäße Ästhetik stehen für sie dabei im Vordergrund. Das Material soll als Erzähl- und Erinnerungsmedium dienen, um den verlorenen Menschen in all seinen Facetten zu würdigen. Den Angehörigen wird so eine ihnen offenstehende Leinwand zur Verfügung gestellt, auf der sie den Verstorbenen verewigen und sich von ihm verabschieden können. Ob sie diese bemalen, beschreiben oder anderweitig schmücken wollen, bleibt jedem selbst überlassen.

Daneben zählen für sie auch Nachhaltigkeit und die Unterstützung einer persönlicheren Trauerkultur. Sowohl das verwendete Material als auch die anderen Glieder der Produktionskette sollen auf die ökologische Verträglichkeit achten. Zudem pflegen die Unternehmerinnen persönlichen Kontakt zu Kunden und Partnern.

Somit fügen sich die Regensburgerinnen in die Reihen der ausgezeichneten Kultur- und Kreativpiloten ein. „Die diesjährigen Preisträger haben gezeigt, wie man mit unkonventionellem Denken und mit leidenschaftlichem Unternehmertum soziale Verantwortung übernehmen kann“, sagt hierzu Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien. Am 19. Februar findet die Auszeichnungsfeier statt.