Neujahrsempfang stand im Zeichen der Musik: Neunburger Pfarrei dankte Sängern, Organisten und Chören

Musik ist eine der schönsten Formen der Kommunikation. Sie bringt Menschen zusammen und schafft Gemeinsamkeiten. Musik kann zu Tränen rühren oder große Freude bereiten. Auch deshalb stellte die Neunburger Pfarrei St. Josef beim diesjährigen Neujahrsempfang alle Sänger, Musiker und Chöre in den Mittelpunkt.
Gerade auch im kirchlichen Leben ist Musik unverzichtbar, ist Neunburgs zweite Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU) überzeugt, wie sie beim alljährlichen Neujahrsempfang der Pfarrei St. Josef erklärte. Die Musik bereichere die Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen.
„Ein Gottesdienst ohne Orgel, Musik oder Chor ist kein festlicher Gottesdienst. Da fehlt etwas Wesentliches“, fand Reichl. Sicherlich werde trotzdem gesungen, aber Singen in der Kirche ohne Begleitung sei eben doch nicht so schön. Margit Reichl weiß das aus eigenem Erleben: Sie gehört der Pfarrei Seebarn an, in der der Orgelspieler seit Längerem krank ist.
„Stellen Sie sich eine Christmette ohne Musik vor – da fehlt etwas“, meinte die zweite Bürgermeisterin zu den rund 170anwesenden Gästen. In Seebarn habe an diesem besonderen Tag zum Glück eine Blaskapelle gespielt.
Auch an andere denken
All denen, die die Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen musikalisch bereichern, wollte die Pfarrei St. Josef heuer mit einer Einladung zum Neujahrsempfang, der seit vielen Jahren seinen festen Platz im Kalender hat, Danke sagen. Den Empfang zu Beginn jeden Jahres mit einer Danksagung zu verbinden, hat in der Neunburger Kirchengemeinde Tradition. Man wolle eben nicht nur um sich selbst kreisen, sondern auch an andere denken, sagte Pfarrer Stefan Wagner.
In den vergangenen Jahren wurde bereits den Mitarbeitern und Ehrenamtlichen der Feuerwehren und Rettungsdienste oder auch den Altenpflegerinnen, Ärzten und Beschäftigten der Sozialen Dienste gedankt. Heuer habe der Pfarrgemeinderat nicht lange grübeln müssen, wie Wagner gestand. Die vielen Sänger und Musiker sollten diesmal eingeladen werden.
Rund 300 Einladungen seien verschickt worden, letztlich konnte der katholische Geistliche an die 170Gäste willkommen heißen. „Gut, dass der Pfarrsaal so groß ist“, meinte Wagner. Jeder Musiker sei nach seinen Worten ein Schatz, über den man sich sich freuen dürfe und auf den man stolz sein könne. „Einen solchen Schatz darf man bestaunen und verehren, so einen Schatz muss man pflegen und behüten, so ein Schatz kostet auch ein bisschen Geld“, sagte der Seelsorger. Aber es sei gut angelegtes Geld.
„Den einzelnen Perlen und Juwelen in dieser musikalischen Schatzkiste, den großen Goldstücken und kleinen funkelnden Diamanten, den auffälligen Klunkern und denen, die nur ganz zart durchschimmern, alle machen den Schatz zu etwas Besonderem: Organisten, Sänger, Musiker oder Dirigenten – alle miteinander und jeder auf seine Weise“, so Wagner. Einige Musiker und Chöre stellten dies sogleich beim Neujahrsempfang unter Beweis. Den musikalischen Auftakt übernahmen die Bläser der Stadtkapelle, gefolgt vom Gesangsverein. Auch der Jugendchor durfte nicht fehlen, ebenso wie das Männergesangsensemble Sine Nomine, deren Leiter Alexander Lottner Mitglied der Pfarrei ist. Sine Nomine hatten denn auch einen besonderen Part übernommen: Sie leiteten nach allen Reden und Danksagungen zum Stehimbiss über, indem sie dem Leberkäse ein musikalisches Denkmal setzten.
59 christliche Bestattungen
Zuvor hatte Pfarrer Wagner aber auch die Gelegenheit genutzt, auf die Entwicklungen im vergangenen Jahr kurz zurückzublicken. Demnach seien 29 Kinder in der Pfarrei getauft worden, 41 Mädchen und Buben erhielten die Erstkommunion, 40 Jugendliche wurden gefirmt. Zwei Paare haben sich der Stadtpfarrkirche das Ja-Wort gegeben, während 59Frauen und Männer christlich bestattet wurden. Abschied nehmen mussten die Neunburger zum Beispiel auch vom Ruhestandspfarrer Josef Zapf und Kirchenpfleger Rudolf Schmid.
Es gab auch 28Kirchenaustritte in der Pfarrei St. Josef. Das sei freudig und traurig zugleich, meinte der Geistliche. Freudig, weil es 2022 doppelt so viele Austritte gewesen seien, und traurig, weil ihm jeder Kirchenaustritt nach wie vor weh tue. „Ob wir in unserer Pfarrei etwas gegen den allgemeinen Trend tun können, wissen wir nicht. Aber ich möchte mich gemeinsam mit ihnen dafür einsetzen, dass der Glauben lebendig bleibt und dass die Pfarrei eine Heimat bieten kann für alle, die glauben, lieben und hoffen“, versprach Wagner.
Wagner: „Wenn man ihn gebraucht hat, war er da“
Der Pfarrer verabschiedete bei dieser Gelegenheit den bisherigen Hausmeister Michael Schmid und überreichte ein Geschenk. Schmid sei eine wichtige und unverzichtbare Stütze gewesen. „Egal ob Sträucher schneiden oder Rasen mähen, egal ob Heizung oder Sanitär, egal ob Glühbirne hoch oben unterm Kirchendach oder kaputte Bobbycars im Kindergarten, egal ob Friedhofskirche oder Pfarrheim, Jakobsgarten oder Mesnerhäusl – er war da, wenn man ihn gebraucht hat“, lobte Wagner den ehemaligen Hausmeister der Pfarrei.
Margit Reichl sagte zu den Gästen, dass es jedem bestimmt schon mal so gegangen sei wie ihr, dass man keine Lust hatte, auf eine Veranstaltung zu gehen. Aber durch die schöne musikalische Gestaltung sei man dann doch mit einem Lächeln nach Hause gegangen und war froh, da gewesen zu sein. Mit einem Lächeln haben am Sonntagabend sicher auch viele Gäste den Neujahrsempfang der Pfarrei St. Josef verlassen.
