Zwischenzeugnisse für den SSV Jahn: „Jung und Alt“ trumpfen auf beim Primus

Von Felix Kronawitter · 9. Januar 2024 um 14:02

Der SSV Jahn schwimmt auf einer Erfolgswelle. Euphorie hat die Tristesse nach dem Abstieg verdrängt. Die Regensburger sind überraschend Tabellenführer in der 3.Liga, gefolgt von Dresden, und ausgestattet mit einem üppigen Vorsprung auf die weitere Konkurrenz. Die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Achim Beierlorzer hatten ein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung des Kaders. Die Vorbereitung auf die Restrückrunde läuft. Zeit, um Zwischenzeugnisse zu verteilen. Bewertet werden Akteure, die mindestens fünf Mal zum Einsatz gekommen sind.

Felix Gebhardt – Note 1,5:

Der neue Keeper brauchte zu Beginn etwas Anlauf an neuer Wirkungsstätte. Der U21-Nationalspieler lieferte fortan aber sehr starke Leistungen. Gebhardt hat das Zeug dazu, wie seine Vorgänger Philipp Pentke und Alexander Meyer beziehungsweise auch Jonas Urbig irgendwann mal in der Bundesliga zu landen. Bei Torhütern hatten die Jahn-Bosse in der Vergangenheit wahrlich ein Händchen.

Florian Ballas – Note 2,5:

Der neue Abwehrchef kam verletzungsbedingt „nur“ in 14 von 20 Partien zum Einsatz. Wie wichtig er ist, zeigte er da – mit wenigen Abstrichen. Ballas (31) ist auch bei Standards gefährlich. Zwei Treffer stehen zu Buche. Zudem geht er als Führungsspieler mit seiner Erfahrung voran.

Louis Breunig – Note 1,5

Die Leihgabe des 1. FC Nürnberg ist eine der Entdeckungen schlechthin in dieser Saison. Der 20-Jährige spielt eine abgezockte Rolle in der Innenverteidigung. Er kam in 18 von 20 Spielen zum Einsatz. Das Trainerteam um Joe Enochs ist schwer angetan. Der Jahn hat sich glücklicherweise eine stemmbare Kaufoption für den talentierten Mann gesichert.

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Konrad Faber – Note 1

Der Vizekapitän stand jede Minute (wie auch Gebhardt) auf dem Platz. Auch deswegen war der SSV Jahn so erfolgreich. Sein Akku ist nie alle. Dass Faber (26) nach dem Abstieg geblieben ist, das war Gold wert für den Jahn. Der Dauerbrenner bringt nicht nur starke Leistungen, sondern zudem gute Stimmung ins Jahn-Team.

Bryan Hein – Note 3,5:

Der Neuzugang aus Hamburg verlor seinen Stammplatz nach drei Partien. Benedikt Saller brachte mehr Stabilität links hinten. Hein (22) durfte sich im weiteren Saisonverlauf auch weiter vorne als Flügelflitzer beweisen. Mit Luft nach oben.

Benedikt Saller – Note 2

Der dienstälteste Jahn-Profi ist die Allzweckwaffe beim SSV Jahn. Der Rechtsverteidiger spielt aktuell vorrangig links hinten und hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Jahn-Defensive so stabil ist. Zudem geht der 31-Jährige als Vizekapitän voran.

Robin Ziegele – Note 2,5

In der Abwehr hat Coach Joe Enochs tatsächlich ein Luxusproblem. Auch der 26-Jährige hätte sich mehr Einsatzzeiten verdient. War da, als er gebraucht wurde. Ein richtig guter Neuzugang, der nun wieder vereint ist mit seinem früheren Trainer.

Rasim Bulic – Note 1,5:

Der Sechser ist eine der größten Überraschungen im Kader des Jahn. Passt perfekt an die Seite von Geipl. Der 23-Jährige geht nicht nur mit Einsatz voran, sondern hat sich zudem im Laufe der Saison auch spielerisch weiterentwickelt. Ein starker Transfer, der den Regensburgern da gelungen ist.

Tobias Eisenhuth – Note 2,5:

Der frühere Cottbusser kam bisher vorrangig als Einwechselspieler zum Zug. Der 22-Jährige zeigte dabei, dass er viel Potenzial besitzt – nicht nur bei seinem schönen Last-Minute-Treffer bei den Löwen.

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Andreas Geipl – Note 1:

Der Rückkehrer ist der Chef im Mittelfeld des SSV Jahn Regensburg. Es ist imposant, zu sehen, welch großen Einfluss der 31-Jährige auf das Jahn-Spiel hat – und wie viel Sicherheit der erfahrene Mann seinen Nebenleuten, wie beispielsweise Rasim Bulic gibt. Der Sechser liest das Spiel wie nur wenige andere.

Dominik Kother – Note 1,5:

Der 23-Jährige ist mit fünf Toren und acht Vorlagen der beste Scorer beim Jahn. Kother ist ein Unterschiedsspieler. Egal, ob er links oder rechts außen wirkt: Kother ist meist brandgefährlich unterwegs. Einer, der aber noch mehr Potenzial hat. Sicher einer der wichtigsten Transfers von Sportchef Beierlorzer.

Oscar Schönfelder − Note 3:

Gut, dass auch Schönfelder geblieben ist. Der 22-Jährige besitzt die Mittel, um das Jahn-Spiel zu beleben. Seine Leistungen waren in der Hinrunde aber noch zu schwankend. Der feine Techniker, der zuvor lange verletzt war, hat sicher mehr drauf als er bis dato gezeigt hat.

Christian Viet – Note 2,5:

Auch Viet (24) war einer der wenigen, die nach dem Abstieg geblieben sind. Er belebt das Offensivspiel der Regensburger, ist ein kreativer Mann, hat in Summe aber sicher noch Luft nach oben. Vor dem Tor muss er noch kaltschnäuziger sein.

Noah Ganaus – Note 2:

Sicherte sich im Saisonverlauf den Status als Stürmer Nummer eins im 4-2-3-1. Im Jahresendspurt zündete Ganaus den Turbo. Fünf seiner sieben Saisontore erzielte er in den vergangenen vier Partien. Der 22-Jährige muss in Sachen Chancenverwertung noch zulegen.

Eric Hottmann – Note 3,5

Ausgerechnet nachdem er seinen ersten Saisontreffer erzielt hatte, verletzte sich der 23-Jährige schwer am Knie. Er kam spät nach Regensburg und brauchte Anlauf, fand dann aber immer mehr seine Form. In der Rückrunde wird Hottmann aber nicht eingreifen können.

Elias Huth – Note 3

In der Vorsaison war Huth in Aue komplett leer ausgegangen. Dass der 26-Jährige das Toreschießen nicht verlernt hat, das zeigt er nun. Immerhin fünf Buden sind ihm bisher gelungen. Huth hatte in manchen Spielen aber Probleme, sich überhaupt vor dem gegnerischen Tor in Szene setzen zu können.

Jannik Graf und Niclas Anspach (vier Einsätze), Jonas Bauer und Noel Eichinger (jeweils drei) sowie Kelvin Onuigwe (ein), Christian Schmidt (null) , Leopold Wurm (null) und Max Meyer (null) kamen nicht oft genug zum Zug, um bewertet zu werden. Mit Anspach ist nach auskurierter Verletzung zu rechnen. Auch der eine oder andere von den jungen Wilden könnte noch mehr auf sich aufmerksam machen. Zumindest reingeschnuppert haben Bauer und Co. jetzt aber schon mal.