Kleine Knotenkunstwerke für arme Kinder: Achtjährige verkauft Makramees und spendet Erlös

Von Mittelbayerische Zeitung · 9. Januar 2024 um 11:00

Mit Kindern und Hobbys ist das so eine Sache: Manche brauchen ein bisschen, bis sie rausgefunden haben, was ihnen gefällt. Bei Marie Edenharder aus Lauterhofen ist das nicht so. Die Achtjährige knüpft seit drei Jahren kleine Makramees, verkauft sie und spendet den Erlös an Hilfsorganisationen.

In diesem Jahr hat sie ihre Spendensumme erneut toppen können. Makramee ist eine Handarbeitstechnik, die eine aus dem Orient kommende Knüpftechnik beschreibt. Mit dieser Technik können Ornamente, Textilien, Schmuck, Blumenampeln oder sogar Hängeregale gefertigt werden. Die Knotenkunstwerke reichen von Ausmaßen um wenige Zentimeter bis zu zehn Metern, je nachdem, welche Garne verwendet werden. Möglich sind außerdem Freundschaftsbänder, Hängematten und –stühle, Einkaufsnetze oder Lampenschirme.

Marie fertigt und verkauft vor allem Schlüsselanhänger in allen Formen und Farben, Schnullerketten oder Haarspangen. Unterstützt wird sie dabei von der Lauterhofener Geschäftsfrau Monique Martin, der Inhaberin von „Styleconcept Martinique“, die die kleinen Kunstwerke in ihrem Laden anbietet und Maries Spendensumme immer noch mit einem beachtlichen Teil aufstockt.

510 Euro für Hilfsorganisationen

In diesem Jahr hat Marie 310Euro erknüpft. Aufgestockt mit 200Euro hat sie damit insgesamt 510Euro zum einen an ein Hilfsprojekt des Lauterhofeners Erwin Ibler in Peru, zum anderen an ein Spendenprojekt in Burundi in Zentralafrika gespendet. Die Organisationen unterstützen dort Waisenhäuser, versorgen Kinder mit Essen und Medizin.

Allerdings kann Erwin Ibler aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst nach Peru reisen, um mit seinem handwerklichen Geschick die Leute dort zu unterstützen. Deswegen gibt er das Geld, das er bisher immer für die Flüge bezahlt hat, an die Organisation weiter – und hat vielleicht schon eine Nachfolgerin für sein Engagement gefunden.

Selbst eine Organisation gründen

Denn mittlerweile hat sich Marie fest vorgenommen, selbst einmal in die dortigen Länder zu reisen und die Kinder zu besuchen, die sie unterstützt, wenn sie groß ist. Wie Marie Mutter, Franziska Edenharder, unserem Medienhaus erzählt, habe die Achtjährige auch ein erklärtes Ziel: Sie will selbst eine Hilfsorganisation gründen – auch wenn sie weiß, dass das Makrameeknüpfen allein dafür nicht reichen wird. „Da muss ich mir dann noch was anderes überlegen“, sagt sie.

Angefangen hat Marie mit Schlüsselanhängern, mittlerweile fertigt sie unter anderem auch Schnullerketten.