Was Kunden nach den Feiertagen kaufen – und welche Geschenke sie in Regensburg zurückgeben

Von Marion Neumann · 9. Januar 2024 um 05:00

Socken, Bücher oder Parfüm: Nicht alle Geschenke, die unter dem Christbaum lagen, gefallen auch. Verkäufer in der Regensburger Altstadt verraten, wie groß der Ansturm nach den Feiertagen war - und was umgetauscht worden ist.

Auch im neuen Jahr verpackt Franziska Alt in der Buchhandlung Rupprecht noch Geschenke. Für zwei Frauen, die in der Filiale in der Königsstraße an der Kasse stehen, wickelt sie einen Tischkalender in buntes Papier. „Kalender verkaufen wir noch viele“, sagt die Mitarbeiterin, „im Laufe des Monats gibt es die dann auch noch günstiger.“

Viele Kunden von außerhalb

Nach den Feiertagen war die Buchhandlung gut besucht, erzählt sie weiter. Obwohl das regnerische Wetter zu Beginn der zweiten Woche der Weihnachtsferien wohl doch Regensburger vom Bummeln abgehalten habe, seien viele Kunden von außerhalb in die Filiale gekommen. „Zum Beispiel eine Familie mit kleinen Kindern auf einem Städtetrip aus Nürnberg“, so Alt. Dass übermäßig viele Kunden doppelte Bücher oder andere unliebsame Weihnachtsgeschenke umgetauscht hätten, konnte sie dagegen nicht beobachten. „Das hält sich sehr in Grenzen.“

Weihnachts-Gutscheine seien vereinzelt schon eingelöst worden. „Vor allem von jungen Leuten“, erklärt sie. So genannte New Adult-Bücher, die sich mit Themen wie Liebe, Freundschaft, Selbstfindung und dem Erwachsenwerden auseinandersetzen, wurden von ihnen besonders oft ausgesucht.

Gutscheine für Damen- und Herrendüfte eingelöst

Ähnlich gut beschäftigt wie Alt ist Vitali Zeiser. Der Duft-Berater und Make-up-Artist in der F. X. Miller Parfümerie am Neupfarrplatz war überrascht über den großen Andrang an Kunden, die seit Anfang Januar ins Geschäft strömen. „Die Leute kamen direkt nach den Feiertagen und wollten wissen, welche neuen Produkte wir haben“, sagt er. Besonders gefragt seien Parfüms jeglicher Art. Auch erste Gutscheine wurden schon eingelöst. Auch hier hauptsächlich für Damen- und Herrendüfte. „Nach Weihnachten ist vor Weihnachten, könnte man meinen“, sagt Zeiser. Natürlich gebe es auch vereinzelt Kunden, die mit dem Geschenk unter dem Christbaum nicht glücklich waren und sich nun etwas anderes aussuchen möchten. Eine große Umtausch-Welle habe es aber bislang nicht gegeben, erklärt er.

Bei Marion Fischer, Inhaber des Donaustern, wurde bislang „extrem wenig“ umgetauscht. „Zwei, drei Teile vielleicht. Aber das war undramatisch“, sagt sie. Generell sei sie mit dem Umsatz des Geschenkeladens in der Brückstraße derzeit sehr zufrieden – von den verregneten Tagen mit weniger Kundschaft einmal abgesehen.

„Es wurden auch schon Gutscheine eingelöst“, sagt Fischer, „gut gehen bei uns zum Beispiel Rucksäcke – und auch Gin verkauft sich sehr gut.“

Handschuhe werden häufig umgetauscht

Etwas weniger los ist bei Sport Schrott. „Man merkt, dass es im Vergleich zu den Vorjahren etwas ruhiger ist“, sagt der Einzelhandelskaufmann Jonathan Tiemann über den nachweihnachtlichen Andrang in dem Sportgeschäft Vor der Grieb. „Für die erste Januarwoche war es o.k.“, sagt er, „aber man merkt, dass viele Leute mittlerweile lieber online bestellen, als sich im Geschäft beraten zu lassen.“ Stark nachgefragt waren in der vergangenen Woche zum Beispiel Wanderschuhe. „Die Kunden kommen gezielt und kaufen dann eher einzelne, größere Sachen“, sagt er.

Gutscheine seien vor Weihnachten einige verkauft worden, weiß Tiemann außerdem. Mit dem Einlösen lassen sich die Beschenkten aber offenbar noch etwas Zeit. Was die Umtauschware betrifft, ist dem Verkäufer aufgefallen, dass besonders oft Handschuhe zurückgegeben wurden. „Was fast immer geht, sind Softshell-Handschuhe für Kinder. Aber ansonsten muss man bei Handschuhen auf vieles achten. Häufig passt die Größe nicht oder das Material ist nicht das richtige für den Beschenkten.“

Regentage vermiesten das Bummeln

Dass zum Weihnachtsfest nicht nur viele Handschuhe, sondern klassischerweise auch Socken verschenkt wurden, bestätigt man bei Galeria Kaufhof. „Die werden jetzt zum Teil wieder umgetauscht“, sagt eine Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Insgesamt gesehen hätte das Geschäft in den ersten Januartagen etwas besser anlaufen können, ist ihr Eindruck.

Einen Grund dafür sieht auch sie vor allem im schlechten Wetter zu Beginn der zweiten Ferienwoche. „Bei Dauerregen mag man nicht in die Altstadt. Da sind die Leute lieber ins Einkaufszentrum gegangen.“ Mit besseren Wetterbedingungen seien die Kunden dann aber doch noch gekommen. „Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden“, sagt sie, „wir wünschen uns nur, dass es langfristig weitergeht bei uns.“

Parfüm ist im neuen Jahr besonders gefragt, sagt Vitali Zeiser.
Viele Kalender verkauft Franziska Alt in diesen Tagen.